Promethazin

Psycholeptika, Beruhigungsmittel - Psychopharmaka

Wirkung - Indikation

Promethazin

Wirkstoffgruppe: Phenothiazine
Wirkung auf Organismus, Indikation: Psycholeptikum; Antipsychotikum (nur noch selten eingesetzt); wird seit einiger Zeit als Beruhigungsmittel verwendet.

Das Medikament wird eingesetzt bei Spannungs-, Angst- und Erregungszuständen; quälenden wiederkehrenden Gedanken; Unruhe; Seekrankheit; Übelkeit und Erbrechen.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufige unerwünschte Wirkungen sind

Promethazin
Strukturformel von Promethazin

Bei höherer Dosierung

Bei höheren Dosen von Promethazin kann es kommen zu:

Sehr selten kann es zu folgenden Nebenwirkungen kommen:

Langzeitbehandlung

Bei einer Langzeitbehandlung mit hohen Dosen Promethazin zeigen sich möglicherweise extrapyramidal-motorische Nebenwirkungen, wie Besonders bei Kindern und älteren Patienten: paradoxe ZNS-Stimulationen mit Tremor, Irritabilität, Schlaflosigkeit und Affektstörung möglich bei Promethazin. Prädisponierend wirken fieberhafte Erkrankung und Dehydratation.

Warnhinweise, Gegenanzeigen

Sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden; kontraindiziert.
Während der Stillzeit: kontraindiziert.

Gegenanzeigen: intraarterielle Injektion - Gefahr der Gangrän. Blutbildungsstörung - schwere Knochenmarkschädigung. Intoxikation durch Alkohol und Medikamente wie Opioide, Hypnotika und Psychopharmaka; toxische Psychosen und komatöse Zustände. Alter unter 2 Jahren: erhöhtes Risiko tödlicher Atemdepression, erhöhte Gefährdung durch plötzlichen Kindstod. Koma, Schock - Kreislaufschock. Subkutan-Injektion (mögliche Gewebsnekrose). Überempfindlichkeit gegen Promethazin bzw. andere Phenothiazine oder einen der sonstigen Bestandteile.

Nur vorsichtig und geringer dosiert einsetzen bei:

Hypokaliämie, schwere Hypotonie, Alter über 65 Jahre oder unter 18, Arteriosklerose, Asthma bronchiale. Atemstörungen - in der Regel halbe Tagesdosierung ausreichend. Bradykardie, schwere Depression, Engwinkelglaukom, Epilepsie, Glaukom, Harnverhaltung, Herzerregungsleitungsstörung, Herzrhythmusstörungen, Hypertonie, Herzkrankheit, organischer Hirnschaden.

Kombination meiden mit Arzneimitteln, die ebenfalls das QT-Intervall verlängern oder eine Hypokaliämie auslösen können...angeborenes langes QT-Syndrom. Krampfanfälle in der Anamnese bzw. neurologisch erkennbare subkortikale Hinschäden, Kreislaufschwäche. Schwere Leberfunktionsstörung, Leberinsuffizienz, Leberschaden. Leukopenie. Lichtdermatose in der Vorgeschichte, Fotosensibilisierung in der Vorgeschichte. Lungenemphysem, Pylorusstenose, Magenausgangsstenose, Darmstenose. Prolaktinom. Malignes neuroleptisches Syndrom in der Vorgeschichte, Mammatumor (Prolaktin-abhängiger) und andere prolaktinabhängige Tumoren. Niereninsuffizienz, Nierenschaden, chronische Obstipation, orthostatische Hypotonie, Parkinson-Syndrom und andere Stammhirnerkrankungen, Phäochromozytom, Pneumonitis, Prostatahyperplasie mit Restharnbildung, Stammhirnprozess, Thrombose.

Promethazin Einordnung unter: Neuroleptika; Respirationstrakt, systemische Antihistaminika, Phenothiazin-Derivate.

Medikamente, die den Wirkstoff Promethazin enthalten:

Gegen Vertigo (Schwindel): Vergleich mit Lorazepam

Vertigo (Schwindel) führt zu erheblichen gesundheitlichen Einschränkungen mit erheblichen Auswirkungen auf die Lebensqualität des Patienten. Der wirksamste Anti-Vertigo-Wirkstoff ist bisher unbestimmt.

Schwindelreduktion

Die in der Fachzeitschrift Journal of Vestibular Research publizierte Studie von Amini A vom Department of Emergency Medicine, Imam Hossein Hospital, Shahid Beheshti University of Medical Sciences, Tehran, Iran und Kollegen wurde durchgeführt, um festzustellen, ob Promethazin eine überlegene Schwindelreduktion im Vergleich zu Lorazepam bei Notfallpatienten zeigt.

In der randomisierten doppelblinden Parallel-Gruppenstudie erhielten 184 Patienten (Verhältnis 1:1) entweder 25 mg intravenös Promethazin oder 2 mg intravenös Lorazepam.

Endpunkte

Primärer Endpunkt war die mittlere Veränderung der Schwindelintensität nach 2 Stunden, gemessen mit Hilfe der visuellen Analogskala (VAS).

Sekundäre Endpunkte waren die mittlere Veränderung des Übelkeitsscores, die Notwendigkeit einer zweiten Dosis von Studienmedikamenten und unerwünschte Ereignisse (Nebenwirkungen).

Wirksamkeit

Unter Promethazin kam es zu einer signifikant größeren Reduktion (46,5 mm) des Schwindels als unter Lorazepam (25,7 mm, p<0,001). Die mittlere Veränderung der Übelkeitskurve 2 Stunden nach der Injektion auf die VAS betrug 28,7 mm für Promethazin und 22,8 mm für Lorazepam (p=0,002).

Nebenwirkungen

Die am häufigsten berichteten Nebenwirkungen waren Lethargie (14,1% in der Lorazepam-Gruppe, 4,3% in der Promethazin-Gruppe, p=0,013) und Schläfrigkeit (10,8% für Promethazin, 2,1% für Lorazepam, p=0,017).

Die Studie zeigt, dass Promethazin Lorazepam bei der Kontrolle von peripherem Vertigo und Vertigo-assoziierter Übelkeit bei Notfallpatienten überlegen ist.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: 2014, Journal of Vestibular Research, 24(1):39-47; Feb. 2018

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