Quetiapin

Neuroleptikum - Psychopharmaka

Wirkung, Anwendung

Quetiapin
Wirkstoffgruppe: Es ist ein atypisches Antipsychotikum.
Wirkung auf den Organismus als Neuroleptikum (blockiert Serotonin-5-HT2-Rezeptoren und Dopamin-D2-Rezeptoren). Es wird bei Schizophrenie, bipolarer Störung eingesetzt.

Quetiapin genauer Quetiapinfumarat Einordnung unter: Neuroleptika; Diazepine, Oxazepine und Thiazepine.

Einsatz bei Bipolare Störung, Schizophrenie.

Medikamente, die den Wirkstoff enthalten: Seroquel.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen bei Quetiapin können sein: Senkung des Schilddrüsenhormonspiegel, besonders Gesamt-T4 und des freien T4 mit einem Maximum erste 2-4 Behandlungs-Woche ohne weitere Abnahme in der langfristigen Behandlung.

Sehr seltene unerwünschte Arzneimittelwirkungen sind: Granulozytopenie, krankhaft vermehrte Menge an Glukose im Blut, Spätdyskinesie, Diabetes, Hepatitis, Stevens-Johnson-Syndrom, angioneurotisches Ödeme.

Selten können bei Quetiapin auftreten: Gelbsucht, Priapismus. Ein malignes neuroleptisches Syndrom kann auftreten.

Gelegentlich auftretende unerwünschte Arzneiwirkungen bei Quetiapin sind: Erhöhung der Zahl eosinophiler Granulozyten, Überempfindlichkeit, Krampfanfälle, Erhöhung des Gamma-GT-Spiegel, bei fortgesetzter Behandlung umkehrbar. Serumtriglyceridspiegelerhöhung bei normaler Ernährung, Gesamtcholesterinerhöhung.

Häufige Nebenwirkungen sind: Mangel an weißen Blutkörperchen, Schnupfen, Mundtrockenheit, erschwerte und zu seltene Darmentleerung, periphere Ödeme, Schwäche, Dyspepsie, Gewichtszunahme, Erhöhung der Serumtransaminasen, bei fortgesetzter Behandlung umkehrbar.

Sehr häufig bei Quetiapin anzutreffen sind: Schläfrigkeit und Benommenheit, orthostatische systolischer Blutdruck kleiner 110 mmHg, Schwindelgefühl, Herzrasen - Kreislaufkollaps; Kopfweh.

Warnhinweise

Quetiapin genauer Quetiapinfumarat:

Das Medikament sollte möglichst nicht während der Schwangerschaft angewendet werden und eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung stattfinden.
Während der Stillzeit: kontraindiziert.

Gegenanzeigen und Einschränkungen: Die gleichzeitige Einnahme von Cytochrom-P450-3A4-Inhibitoren wie HIV-Proteasehemmern, Antimykotika (Wirkstoffe gegen Pilzkrankheiten) vom Azol-Typ, Erythromycin (Antibiotikum), Clarithromycin (Makrolidantibiotikum) und Nefazodon (dualserotonerges Antidepressivum) ist kontraindiziert. Nicht bei Personen im Alter unter 18 Jahren anwenden.

Warnhinweise: Reaktionsvermögen wird in Mitleidenschaft gezogen. Warnung hinsichtlich der Behandlung von Patienten mit Herzkreislauf- oder zerebrovaskulären Krankheiten oder anderen Störungen, die für zu niedrigen Blutdruck anfällig machen, in der Anamnese, ebenso bei der Behandlung von Patienten mit Krampfanfällen, weiter bei Behandlung von Patienten mit einer Hyperglykämie oder eines bestehenden Diabetes in der Anamnese. Bei Anzeichen und Symptomen einer Spätdyskinesie sollte eine Dosisverringerung oder der Behandlungsabbruch von Quetiapin in Erwägung gezogen werden. In der Anfangsphase mit Vorsicht anwenden bei älteren und leberinsuffizienten Patienten...langsamere Dosistitration und eine kleinere Dosis pro Tag kann erforderlich sein.

Diabetes: Kombination mit Vitamin D verringert Risiko

Ungewöhnliche Kombination verringert Gesundheitsgefahr durch atypische Antipsychotika

09.06.2016 Atypische Antipsychotika wie Quetiapin (Seroquel) werden bei Störungen wie Schizophrenie, Bipolare Störung und Depression wirksam eingesetzt, können für die Patienten aber eine erhöhte Gefahr für die Entwicklung von Diabetes bedeuten.

Eine in der Zeitschrift Scientific Reports erschienene Data-Mining-Studie der Kyoto Universität zeigt, dass die zusätzliche Einnahme von Vitamin D das Risiko für die Entwicklung einer Diabetes durch atypische Neuroleptika verringern kann.

Mitglieder des Shuji Kaneko Forschungslaboratorium suchten nach potenziellen Gegenmitteln in der Datenbank für unerwünschte Arzneimittelereignisse der US-FDA (FAERS) - die größte Datenbank selbstberichteter Nebenwirkungen.

Vitamin D und Hyperglykämie

Die Forscher fanden, dass Patienten, denen Vitamin D zusammen mit Quetiapin verschrieben wurde, mit geringerer Wahrscheinlichkeit Hyperglykämie hatten.

Es ist unüblich, Vitamin D bei Quetiapin zu verschreiben; es wird normalerweise bei Osteoporose verordnet, sagte Kaneko. Tatsächlich gab es nur 1.232 Fälle weltweit, in denen Vitamin D in Kombination mit Quetiapin verschrieben wurde. Daten-Mining erwies sich als nützlich beim Auffinden dieser Fälle, sagte er.

Das Forscherteam bestätigte diese Entdeckung mit weiteren Tests mit Mäusen: Mäuse, die Vitamin D zusammen mit Quetiapin bekamen, hatten deutlich geringere Blutzucker-Werte als diejenigen, die nur das Antipsychotikum verabreicht bekamen.

Wirkmechanismus

Interessanterweise senkt Vitamin D selbst nicht die Gefahr für Diabetes, aber es schützt sicher gegen die Insulin-absenkenden Effekte des Antipsychotikums, sagte Studienautor Takuya Nagashima.

Die Forscher konnten die molekularen Mechanismen klären, wie das Antipsychotikum Hyperglykämie verursacht: Quetiapin verringert den Betrag eines Schlüsselenzyms - namens PI3K. Vitamin D hindert Quetiapin daran, die PI3K-Produktion zu senken.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Shuji Kaneko Forschungslaboratorium, Scientific Reports - DOI: 10.1038/srep26375; Juni 2016

Erfahrungen, Kommentare, Fragen

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Muss Quetiapin 250mg bei neurochirurgischer OP abgesetzt werden?

28.02.2016 Kommentar von Svenia:

Ich werde Anfang April 2016 wegen eines Hypophysentumores an der Hypophyse operiert. Kann ich bis zum Operationstag meine Dosis von 250 mg (abends) einnehmen oder muss das Medikament abgesetzt werden? Wenn ja, welche Alternativen gibt es, um trotsdem Schlaf zu finden.

Meine Erfahrungen

14.04.2015 Kommentar von Esther:

Hallo, mit Interesse habe ich die Artikel gelesen. Ich bin 40 Jahre alt, weiblich und leide seit über 20 Jahren unter Panik, Angst und dissoziativen Zuständen, seit drei Jahren ist eine ptbs diagnostiziert, auch eine leichte Zwangsstörung. Habe psychosomatische Beschwerden (Herz, Magen, Tinitus, chronische Körperschmerzen, Schlafstörungen). Ich habe schon einige Medikamente ausprobiert und nehme jetzt seit einem Jahr Venlafaxin (75) und Quetiapin(25).

Meine Lebensqualität hat sich seit der Einnahme von Quetiapin schon etwas gebessert, weil ich damit wieder mehrere Stunden am Stück schlafen kann. Seit ich nur noch eine halbe 25er Quetiapin am Abend nehme, bin ich auch nach ca. 9 Stunden wieder fit. Mit einer 25er erst nach ca. 12 Stunden. Dazu nimmt mir das Quetiapin die so oft vorhandene Angst/Unruhe, bzw. mindert sie zumindest. Ich halte das für besser als, wie so viele andere die ich in meinen Klinikaufenthalten kennengelernt habe, Beruhigungsmittel wie Tavor zu schlucken.

Am Anfang hatte ich diese Nebenwirkungen auf Quetiapin: Jucken in Armen und Beinen, Verwirrtheit und verstärkte Müdigkeit am Morgen. Nachdem ich aber für mich herausgefunden habe, wieviel Quetiapin wie lange wirkt, nehme ich jetzt, wie gesagt, eine halbe ca. 10 Stunden bevor ich aufstehen möchte, nur an sehr schlechten Tagen eine Ganze. Früher nahm ich 8 Jahre Fluanxol, was mir gut half, keine Nebenwirkungen. Bekam ich dann nicht mehr weil es nicht reszidive Schäden hervorrufen kann. Ich denke, dass Arzt und Patient den Risiko und Nutzen abschätzen müssen und so, die hoffentlich beste, individuelle Lösung finden. Mit freundlichen Grüßen

05.08.2015 Kommentar von brizz:

hallo!
ich bin 49, weiblich und bei mir wurde vor 10 jahren eine schizophrenie mit liebeswahn u beziehungswahn diagnostiziert (2005). seitdem nehme ich mit einer unterbrechung von ca.8 monaten (2005/2006)seroquel bzw. quetiapin. und das in einer sehr hohen dosis: ein paar jahre 1200mg täglich, dann 1000mg und jetzt seit ca.2 jahren 800mg täglich. (ich erkundige mich erst seit kurzer zeit über andere meinungen zur psychopharmaka-einnahme (z.b.peter lehmann) und beginne, mir sorgen, wegen meiner hohen dosis über die vergangenen 10 jahre hinweg, zu machen)

meine erfahrungen mit diesem neuroleptikum sehen so aus: gefühlsmäßig und sexuell gedämpft, sehr antriebsschwach (kann aber auch durch die ganzen psychosen kommen, die ich bis ca.2009 hatte) seit 2005 brauche ich eine immer stärkere lesebrille, 2013 hatte ich einen hörsturz und bin seitdem auf einem ohr schwerhörig, seit 2012 öfter mal leichte bis manchmal starke schwindelgefühle, motorische unruhe und eine zeitlang hatte ich ab u zu mal angstmachende u halbstündige sprachaussetzer (aber das kommt eventuell eher von einer borreliose, die ich vor den aussetzern hatte).mein gedächtnis, das zwar nie gut war, hat aber auch nochmal schwer nachgelassen, so dass ich z.b. sogar einen topf auf dem herd vergesse.

meine antriebslosigkeit ist allerdings vor ca.4-5 jahren weggegangen, weil ich das glück hatte und habe, mich kostenlos von einer heilpraktikerin energetisch durch akkupunktmassage (nach penzel) mindestens 1x im monat behandeln zu lassen; beginn der massage vor gut 5 jahren. seitdem konnte ich auch die 20 kilo mehrgewicht (von 2006 bis 2010 durch die pillen) wieder loswerden. meine privat/persönlichen grundbedingungen sind außerdem tatsächlich ideal, so lebe ich mit meinem mann und meinen beiden kindern (10 und 9 jahre jung) mal mehr mal weniger zufrieden und glücklich, auch noch mit meinen eltern im gleichen haus zusammen, was mir unheimlich viel halt und emotionale sicherheit gegeben hat und gibt.
(das einzig blöde an meiner situation ist, dass ich durch den liebeswahn ansonsten sehr isoliert leben muß, aber es gibt ja das internet!... )

euch allen alles gute!

gleichzeitig Sport?

01.09.2014 - Kommentar von hungry:

Hallo, Ich mache derzeit viel Sport unter Quetiapin wie ich auch vor dem Medi machte und ich bin mir bewusst, dass das Medikament die Regulierung der Körpertemperatur schwieriger bei wärmeren Wetter macht. Ich bereite mich derzeit auf einen 100 km Ultra-Marathon vor und fühle mich gut, aber bin doch besorgt, dass es möglicherweise zu einem Problem am Lauftag kommen könnte und ich bin natürlich sehr daran interessiert, dies zu vermeiden. Wie groß ist das Problem der Temperaturregelung tatsächlich bei diesem Medikament? Wenn es groß ist will ich es unter Aufsicht von meinem Psychiater absetzen.

Glaukom

02.06.2014 - Kommentar von mirtaquet:

hi, ich nehme 200 mg Quetiapin seit einem jahr + 15 mg mirtazapin. Ich kann aber nun schlechter sehen und der arzt meinte, ich hätte ein glaukom und ich solle eine operation machen lassen. werde mich aber nochmal in einer augenklinik untersuchen lassen. durch recherchen hab ich entdeckt,dass Seroquel solche arzneinebenwirkungen haben kann.bei tierversuchen sind auch glaukome aufgetreten. vielleicht sollte ihc mir was anderes suchen? ansonsten habe ich damit aber keine probs.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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