Risperidon

Neuroleptika - Psychopharmaka

Wirkung, Indikation

Einordnung unter: Neuroleptika, Psycholeptika, Antipsychotika, Andere Antipsychotika.

Risperidon
Wirkstoffgruppe: (atypische) Neuroleptika
Wirkung auf Organismus: Neuroleptika. Es ist ein atypisches Neuroleptikum.

Das Medikament ist zugelassen zur Behandlung von Schizophrenie, schizoaffektiven Störungen, manischen Phasen, langanhaltender Aggression (Alzheimer mit Selbst- und Fremdgefährdungspotential, geistig behinderten Kindern mit Verhaltensstörung).

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen bei Risperidon zu Begin: orthostatische Hypotension.

Häufig bei Risperidon:

Seltener unter Risperidon: Übelkeit, Müdigkeit, Benommenheit, Bauchschmerzen, Störungen der sexu. Funktionen (Erektionsstörung, Orgasmusstörungen), Zyklusstörung, Wachstum der Brust (auch Männer), Sekretion aus den Brustdrüsen, Hautausschlag, andere allergische Reaktionen, unkontrollierter Urinabgang (Inkontinenz).

Gelegentlich bei Risperidon: Herzrasen, Schwindel, niedriger Blutdruck, Zittern, vermehrter Speichelfluss, Bewegungsstörungen, unwillkürliches Grimmassen ziehen, ödembildung, Erhöhung der Leberwerte.

Selten: malignes neuroleptisches Syndrom (Fieber).

Einzelfälle auftretend unter Risperidon: Erhöhung des Blutzuckerspiegels, Diabetes: Polyurie, Polydipsie, Erbrechen. Erhöhtes Risiko von Schlaganfall und TIA. Deutliches Ansteigen des Prolaktinspiegels. Risperidon sind ziemlich neu, daher sind noch nicht alle Nebenwirkungen erfaßt.

Warnhinweise/Gegenanzeigen

Sollte nicht während der Schwangerschaft angewendet werden; Nur bei strenger Indikation.
Während der Stillzeit: Abstillen - Kontraindiziert.

Gegenanzeigen: Alter über 65 Jahre, Hyperprolaktinämie, intraarterielle Injektion, intravenöse Injektion, Prolaktin-abhängiges Mammakarzinom, Prolaktin-abhängige Tumoren, Überempfindlichkeit gegen Risperidon oder einen der sonstigen Bestandteile.

Nur vorsichtig und/oder geringer dosiert einsetzen von Risperidon bei: Blutbildungsstörung, Demenz, Diabetes mellitus, zerebrale Durchblutungsstörungen, Epilepsie in Vorgeschichte, Exsikkose, Frauen im gebärfähigen Alter - nur unter zuverlässiger Kontrazeption anwenden, angeborene Galaktose-Intoleranz...Laktase-Mangel...Glukose-Galaktose-Malabsorption - auf Hilfsstoff Laktose achten, Herzerregungsleitungsstörung, Hypotonie, Herzinfarkt in der Vorgeschichte, Herzinsuffizienz, Herzkrankheit, Bradykardie, angeborenes QT-Syndrom, Hirngefäßkrankheit - Vorsicht: Risperidon kann orthostatische Hypotonie bis hin zu Schlaganfall auslösen, Hypokaliämie, Kreislauferkrankung, Leberinsuffizienz, Niereninsuffizienz, Hypomagnesiämie Magnesium-Mangel, Parkinson-Syndrom, Phenylketonurie - Vorsicht: QUICKLET Schmelztabletten enthalten Aspartam (Quelle für Phenylalanin).

Medikamente, die den Wirkstoff Risperidon enthalten: Belivon, Risperdal.

Wechselwirkungen

Folgende möglichen klinisch bedeutsamen Wechselwirkungen sollten bei der Einnahme von Risperidon (Benzodiazepine) bzw. der Präparate, die den Wirkstoff enthalten, beachtet werden:

Risiko bei Kataraktoperation

Rote-Hand-Brief

09. September 2013 Ein Rote-Hand-Brief der Janssen-Cilag GmbH warnt vor dem Risiko eines intraoperativen Floppy Iris Syndroms, welches bei Risperidon/Paliperidon-einnehmenden Patienten auftreten kann, die sich einer Kataraktoperation unterziehen.

In Abstimmung mit der European Medicines Agency und dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte informiert Janssen-Cilag, dass Personen, die eines der folgenden Antipsychotika einnehmen: Risperidon, Paliperidon oder Paliperidonpalmita, ein erhöhtes Risiko für ein intraoperativen Floppy Iris Syndrom (IFIS) während einer Katarakt-OP haben.

Da es unter solchen Umständen zu einigen Komplikationen kommen kann, soll vor der OP klargestellt werden, ob einer der Wirkstoffe eingenommen wurde/wird. Entsprechende Vorsicht und Maßnahmen sind dann bei einer Katarakt-OP geboten.

© PSYLEX.de - Quelle: BfArM, Sept. 2013

Injizierbares Risperidon nicht besser als Neuroleptika-Tabletten

Verglichen mit oralen Antipsychotika, scheint langwirksames injizierbares Risperidon nicht die Ergebnisse bei Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung zu verbessern, und es ist mit mehr Nebenwirkungen durch die Spritzen und extrapyramidalen Wirkungen verbunden, laut den Ergebnissen einer in der 3.März Ausgabe des New England Journal of Medicines herausgegebenen langfristigen Studie.

Robert A. Rosenheck, M.D. der Yale School of Medicine in New Haven, Conn., und Kollegen randomisierten 369 Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung und einer Geschichte eines Risikos für oder einer Einweisung ins Krankenhaus zur Injektion von Risperidon oder einem Einnahme oraler Neuroleptika nach Wahl eines Psychiaters.

Die Patienten wurden für zwei Jahre beobachtet, um die Fähigkeit injizierbaren Risperidons zu testen, langfristige Erfolge der Behandlung festzustellen.

Injektion vs Tabletten

Die Forscher stellten fest, dass es kein bedeutsamen Unterschied bei den Hospitalisationsraten gab, zwischen den zwei Behandlungsgruppen, und keine bedeutende Verbesserung bei psychiatrischen Symptomen, Lebensqualität, allgemeinem Befinden, oder neurologischen Nebenwirkungen in der Risperidon Gruppe verglichen mit der Kontrollgruppe.

Patienten in der Risperidon Gruppe berichteten extrapyramidale Symptome und mehr ungünstige Ereignisse durch die Verabreichung der Spritzen.

"Diese Fälle durch die Spritzenverabreichung, schlossen Kopfschmerzen und extrapyramidales Syndrom und Symptome ein, wodurch es sich empfiehlt, dass Patienten, die orale Medikation erhalten, ihre Medikation flexibel einstellen können, um solche Nebenwirkungen zu vermeiden", schreiben die Autoren.

Die Studie wurde zum Teil von Ortho-McNeil Janssen Scientific Affairs finanziert. Mehrere Autoren offenbarten finanzielle Beziehungen zu der Pharmaindustrie und/oder Beteiligung bei studiengebundenen Patentanwendungen.

Antipsychotikum bei Autismus

Neuroleptika, die häufig gegen Schizophreniesymptome eingesetzt werden, sollen auch die Verhaltensprobleme bei Autismus lindern.

Forscher besprachen drei randomisierte placebokontrollierte Studien, die Risperidon verwendeten, um ein bestimmtes Verhalten der Autismus-Spektrum-Störung zu behandeln.

Reizbarkeit, repetitives Verhalten und Hyperaktivität

Die Überprüfung fand, dass Risperidon nur einen kleinen klinischen Nutzen bei Reizbarkeit und Hyperaktivität lieferte. Jedoch war die Gewichtszunahme eine auffällige Nebenwirkung. Die Studie beinhaltete 200 Teilnehmer (31 Erwachsene) und ist in der jüngsten Ausgabe von The Cochrane Library herausgegeben worden.

Trotzdem fanden die beteiligten Forscher, "dass Risperidon für verschiedene Aspekte von Autismus einschließlich Reizbarkeit, repetitives Verhalten und Hyperaktivität nützlich sei", sagte der Forscher Dr. Ora Jesner von der University of Bristol in England. Aber der Nutzen des Medikaments wird von seinen Nebenwirkungen ausgeglichen - vor allem der Gewichtszunahme.

Autismus-Spektrum-Störung

Diagnostiziert oft innerhalb der ersten drei Lebensjahre, führt Autismus-Spektrum-Störung zu Schwierigkeiten mit sozialen Beziehungen, Sprache und Kommunikationsfähigkeiten. Symptome schließen Rückzug von sozialen Interaktionen, Reizbarkeit, Schwierigkeiten zu kommunizieren und sich repetitives Verhalten ein.

Es ist als eine "Spektrum"-Störung bekannt, weil es breite Schwankungen darin gibt, wie Personen betroffen sind. Zahlen der U.S. Centers for Disease Control and Prevention zeigen, dass 1,5 Millionen US-Amerikaner eine Form der Autismus-Störung haben könnten.

Autismus-Spektrum-Störung betrifft viele Familien weltweit, sagte Jesner. Die zur Zeit verfügbaren Eingriffe bzw. Medikamente sind belegt wirksam. Er sagte, er und sein Mitautor Dr. Mehrnoosh Aref Adib "wollten die Belege für die Wirksamkeit des wichtigsten Medikaments bei dieser Störung überprüfen". Die Forscher waren aber nur in der Lage sich anzusehen, wie gut die Patienten hinsichtlich der drei spezifischen Symptome Agitation, sich wiederholende Bewegungen und sozialer Rückzug ansprachen.

Nebenwirkungen des Neuroleptikums

Zusätzlich zur Gewichtszunahme waren bedeutsame Nebenwirkungen z.B. unwillkürliche Muskelbewegungen. Da die Studien von kurzer Dauer waren, blieben langfristige Nebenwirkungen und Nützlichkeit unbekannt. Da das Medikament Autismus nicht heilen kann und für einen langen Zeitraum fortgesetzt werden müsste, ist dies ein wichtiges fehlendes Puzzlestück.

Susan Levy, M.D., Direktorin des Regional Autism Centers bei The Children's Hospital von Philadelphia, sagte, dass die schwache Unterstützung der Autoren für Risperidon im Schluss sie überraschte.

"Die Forscher schienen sich selbst 'lauwarm' in Richtung ihrer positiven Befunde zu sein", sagte Levy, die nicht mit der Studie verbunden war. "Aus meiner persönlichen Erfahrung kann diese Behandlung bei Verhaltensschwierigkeiten ziemlich hilfreich sein."

Keine Heilung durch Antipsychotikum

Die Wissenschaftler betonen, dass Eltern und Behandler vorsichtig damit sein sollten, zu viel von der Behandlung zu erwarten, wenn sie über diese Behandlung mit ihren Ärzten reden. Nicht bei allen Verhaltensproblemen kann Risperidon helfen.

Da Autismus-Spektrum-Störung im Jugendalter diagnostiziert wird und bei dieser kurzfristigen Studie langfristige Daten fehlen, müssen Eltern oder Behandler wissen, dass niemand weiß, wie lange die Behandlung mit dem Antipsychotikum fortgesetzt werden muss. Potentiell lebenslang, sagen die Forscher. Dies ist besonders wichtig angesichts der Nebenwirkungen.

Levy bezeichnete Risperidon als "eine Option", die sie eher für die problematischen Fälle reservieren würde. Es muss den Eltern gegenüber betont werden, dass dies kein Heilmittel für Autismus oder für die Kernsymptome von Autismus-Spektrum-Störung ist, sagte Levy. Aber es funktioniert relativ gut für einige der zugehörigen Probleme.

Quelle: Center for the Advancement of Health - 2007

Appetitsteigerung, Gewichtszunahme bei der Behandlung von Kindern mit Autismus

24.05.2016 Risperidon (Handelsname ist Risperdal) wird erfolgreich bei der Behandlung schwerer Verhaltensprobleme bei Kindern mit Autismus-Spektrum-Störung (ASS) eingesetzt, aber Forscher haben entdeckt, dass das Medikament den Appetit vergrößern kann, wodurch es oft zu einer Gewichtszunahme kommt.

Behandlung von Autisten mit schweren Verhaltensproblemen

Die im Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry veröffentlichte Studie der Emory University (School of Medicine and Marcus Autism Center) untersuchte die Nebenwirkung der Gewichtszunahme in einer 24-wöchigen Multisite-Studie mit Kinder (Alter 4 bis 13) mit ASS und schweren Verhaltensproblemen.

Die Kinder wurden zufällig zwei Gruppen zugeteilt: Einnahme des Medikaments allein oder das Arzneimittel plus Elterntraining. Die Forscher kontrollierten Körpergröße, Gewicht, Taillen-Umfang und unerwünschte Wirkungen, und nahmen Nüchtern-Blutproben vor der Behandlung und in der 16. Woche.

Gewichtszunahme

Durchschnittlich nahmen die Kinder ungefähr 15 Prozent an Gewicht zu - im Vergleich zum Ausgangsgewicht - über die 24-wöchige Behandlungszeit. Die nachteiligen Effekte von Risperidon unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Kindern der beiden Gruppen.

Bei den 97 Kindern, die den Wirkstoff über 24 Wochen nahmen, konnte eine durchschnittliche Gewichtszunahme von 5,4 Kg und eine Zunahme beim Taillen-Umfang um 6,1cm festgestellt werden. Es konnte eine signifikante Verschlechterung des BMI von der Ausgangslinie bis Woche 24 beobachtet werden. Dieser Anstieg war bei Kindern deutlich größer, die jünger als sieben Jahre alt waren im Vergleich zu denen, die sieben Jahre oder älter waren.

Appetitsteigerung

Gewichtszunahme und Zunahme des Körpermassenindex waren bei Kindern viel größer, die über eine Appetitsteigerung in den ersten acht Wochen der Studie berichteten. Bis zur 16. Behandlungswoche konnten bedeutende Zunahmen bei Glukose, Hämoglobin A1c, Insulin, Triglyceride und dem biochemischen Index der Insulinresistenz bei diesen Kindern beobachtet werden.

Diät und Lebensmittelauswahl

Diese Studie zeigt zuallererst, dass Risperidon für schwere Verhaltensprobleme vorbehalten werden sollte, sagte Studienautor Prof. Lawrence Scahill. Wenn es jedoch verschrieben wird, sollten die Behandler mit den Eltern über die Diät und Nahrungsmittelauswahl vor der Behandlung mit Risperidon sprechen.

Obwohl ungefähr 25 Prozent der Kinder in dieser Studie keine Zunahme des Appetits zeigten, sollten die Eltern über die Wahrscheinlichkeit einer Appetitsteigerung und der Gewichtszunahme informiert werden, damit sie ungesunde Nahrungsmittel im Voraus aus dem Haus entfernen, sagte er.

Die Autoren schließen: Appetit, Körpergewicht, Taillen-Umfang, Leberfunktion, Blutlipide und Glucoe sollten bei Kindern vor dem Behandlungsbeginn mit atypischen Antipsychotika gemessen werden. Appetit, Körpergewicht, und Taillenumfang sollten früh und regelmäßig während der Behandlung kontrolliert werden; Leber-Funktion, Blutlipide und Glucose sollten regelmäßig kontrolliert werden.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Emory University, Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry - DOI:10.1016/j.jaac.2016.02.016; April 2016

Erfahrungen, Kommentare, Fragen

Erfahrungen mit Nebenwirkungen

19.11.2017 Kommentar von Remi:

Meine Erfahrungen sind eher negativ: schwere Nebenwirkungen: Ängste und Panikattacken, musste wieder absetzen.

Gegen soziale Phobie?

01.10.2015 Kommentar von Trevor:

Hallo,
hat hier jemand Erfahrungen mit Risperidon gemacht? Mein Arzt hat mich grad auf dieses Medikament gesetzt und ich frage mich, ob jemand irgendwelche positiven oder negativen Erfahrungen damit hatte. Hat es jemanden geholfen, der eine soziale Phobie hat?

Ich nehme zur Zeit keine anderen Medikamente. Ich habe in der Vergangenheit einige verschiedenen Kombos versucht (Antidepressiva, benzos, etc ...) mit unterschiedlichem Erfolg, aber war in den letzten knapp drei Jahren medikamentenfrei ... ich hab nur ungern wieder mit den Medikamenten angefangen, aber hatte eine harte Zeit zuletzt, und mein Arzt hat mir dieses Medikament vorgeschlagen, also dachte ich, ich würde es mal ausprobieren.

Also, wenn jemand Erfahrungen damit hat, würde ich sehr dankbar sein, wenn er/sie es hier erzählt!

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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