Risperidon bei Schizophrenie

Neuroleptika - Psychopharmaka

Risperidon-induzierte topologische Gehirn-Veränderungen bei Schizophrenen

27.06.2016 Eine im Fachblatt Psychological Medicine veröffentlichte Studie der Central South University und der Columbia University konnte durch Risperidon eingeleitete topologische Veränderungen des anatomischen Gehirn-Netzwerks bei therapienaiven Patienten mit Schizophrenie beobachten.

Topologische Gehirnveränderungen durch Antipsychotikum?

Es ist unklar, ob die topologischen (räumlich-strukturellen) Defizite des Netzwerks der weißen Substanz im Gehirn - dokumentiert in Querschnittsstudien chronischer Schizophrenie-Patienten - aufgrund der chronischen Erkrankung oder durch andere Faktoren, wie der Behandlung mit einem Antipsychotikum, geschieht.

Um diese Frage zu beantworten, untersuchten die Wissenschaftler M. Hua1a, X. Zonga, J. Zheng, J. J. Mann und Kollegen das Netzwerk der weißen Substanz bei Medikamenten-naiven Schizophrenie-Patienten mit Erst-Episode vor und nach einer Behandlung.

Dazu führten die Forscher eine Längsschnittstudie mit Hilfe von Diffusions-Tensor-Bildgebung bei 42 zuvor nicht behandelten Patienten mit Schizophrenie zu Beginn der Studie und dann nach 8 Wochen einer Risperidon-Monotherapie durch, und verglichen sie mit 38 gesunden Probanden.

Die topologischen Merkmale des anatomischen Netzwerks des Gehirns wurden berechnet. Der klinische Zustand der Patienten wurde durch die Positive and Negative Syndrome Scale (PANSS) vor und nach der Behandlung bewertet.

Behandlungsresultate

Positivsymptomatik

Vor der Behandlung zeigten die Patienten insgesamt relativ intakte topologische Netzwerk-Organisationen und defizitäre Knoten topologischer Eigenschaften in erster Linie im präfrontalen Gyrus und den limbischen System-Komponenten - wie dem bilateralen vorderen und hinteren Cingulum.

Die Behandlung mit Risperidon normalisierte die topologischen Parameter im limbischen System, und die Verbesserung stand positiv mit der Verringerung der Positiv-Symptomatik (PANSS) in Verbindung.

Negativsymptomatik

Die präfrontalen topologischen Beeinträchtigungen blieben nach der Behandlung bestehen und die Negativ-Symptomatik wurde nicht verbessert.

Die Forscher schlussfolgern, dass es während der frühen Phase der Antipsychotikum-Behandlung zu regionsspezifischen Veränderungen bei den topologischen Maßen der weißen Substanz im Gehirn kam. Die topologische Dysfunktion der limbischen weißen Substanz verbesserte sich - einhergehend mit einer Reduktion der positiven Symptome.

Präfrontale Defizite und negative Symptome sprachen nicht auf die Risperidon-Behandlung an, wobei die präfrontalen Defizite potentielle Biomarker und Ziele für die Entwicklung von Medikamenten zur Verbesserung der negativen Symptomatik abgeben.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Central South University, Psychological Medicine - dx.doi.org/10.1017/S0033291716001380; Juni 2016

Endpunkte in Implantatstudie zur Behandlung von Schizophrenie erreicht

08.05.2017 Braeburn Pharmaceuticals 6-monatige Studie zu Sicherheit, Verträglichkeit und Pharmakokinetik bei Patienten mit diagnostizierter Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung, die mit oralem Risperidon stabilisiert wurden und zum BB0817-(Risperidon)-Implantat wechselten, hat ihren primären Endpunkt erreicht.

Implantat vs. orale Formulierung

Die Studie sollte vergleichbare durchschnittliche Plasmakonzentrationen von Risperidon und dem aktiven Metaboliten, 9-Hydroxy-Risperidon zwischen dem Implantat und dem oralen Risperidon zeigen.

In der Studie waren mehr als 50 Patienten mit Schizophrenie oder schizoaffektiver Störung (nach DSM-V) aufgenommen worden, die für mindestens acht Wochen unter einer täglichen oralen 4 mg Risperidon-Dosis stabil waren.

Die eingeschriebenen Patienten erhielten drei Risperidon-Implantate direkt unter die Haut in ihren Oberarm. Die Studie erreichte ihre Ziele und zeigte, dass die Plasmakonzentrationen von oralem und 9-Hydroxy-Risperidon mit den Plasmaspiegeln von BB0817 vergleichbar waren und während der gesamten 6-monatigen Studie konsistent blieben.

Wirksamkeit und Sicherheit des Implantats

Wirksamkeit und Sicherheit des Implantats wurden ebenfalls beurteilt. Während der Studie blieben 100% der Patienten ohne klinisch bedeutende Veränderungen bei den positiven und negativen Symptomen (Positive and Negative Symptom Scale - PANSS) im Vergleich zur Basislinie im Laufe der sechs Monate stabil.

Die systemischen Nebenwirkungen waren denen der oralen Formulierung ähnlich und beinhalteten Akathisie / Sitzunruhe (9%), EPS (6%) und Angst (6%).

Schmerz an der Implantat-Stelle war die häufigste Nebenwirkung im Zusammenhang mit der Behandlung (11%), und war in der Intensität in der Regel leicht.

Fast alle Patienten (94%), die die Möglichkeit hatten, sich in einer Erweiterungsphase der Studie einzuschreiben, wählten einen zweiten Satz der Implantate, schreibt das Unternehmen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Braeburn Pharmaceuticals; Mai 2017

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