Ritalin

Methylphenidat - ADS und ADHS-Medikamente - Psychopharmaka

Wirkung, Indikation

Ritalin
Wirkstoff: Methylphenidat
Wirkung auf die Psyche als: Psychostimulans bei ADS und ADHS Kindern und Jugendlichen. Einsatz als ADHS-Medikament.
Medikament ist zugelassen und wird verkauft in Österreich, der Schweiz und in Deutschland.

Nebenwirkungen

Mögliche Nebenwirkungen:

Sehr häufig bei Ritalin auftretende unerwünscht Arzneimittelwirkungen sind Schlaflosigkeit, stärkere oder öfter auftretende Kopfschmerzen, Beschwerden mit dem Magen und ein Verlust des Appetits.

Häufig auftretend:

Gelegentliche unerwünschte Arzneimittelwirkungen von Ritalin:

Selten bei Ritalin:

Weitere NW unter dem Wirkstoff
hier.

Wechselwirkungen

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten, Nährstoffen, Lebensmittel etc., die bei der Einnahme von Ritalin bzw. der Präparate, die den Wirkstoff Methylphenidat enthalten, auftreten können und beachtet werden müssen:

Haloperidol, Haloperidoldecanoat: Kombination meiden
Wirkungsverminderung von: Hypnotika
Wechselwirkungen mit: MAO-Hemmern, Hypotoniemedikament, Guanethidin, Amantadin, Antikoagulantien (Cumarintyp)
Weitere Wechselwirkungen unter Methylphenidat Wechselwirkungen

Handelsnamen

Medikamente, die wie Ritalin den Wirkstoff Methylphenidat enthalten: Methylpheni, Concerta, Equasym, Medikinet.

Sucht / Suchtgefahr

ADHS Medikament, möglicherweise suchterzeugend

Neue Forschungsfunde zeigen, dass ein oft verschriebenes Medikament bei Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) - Methylphenidat (Handelsname Ritalin) Änderungen im Gehirn, ähnlich wie Kokain, bei Menschen verursachen kann. Es besteht also eine potentielle Suchtgefahr.

Die von den Forschern bemerkten physischen Gehirnveränderungen wurden bei Mäusen gefunden und traten bei den Gehirnneuronen in den Belohnungszentren von Mäusegehirnen auf. In einigen Fällen stellten die Forscher fest, dass diese Wirkungen mit jenen von Kokain verglichen werden konnten. Sowohl Methylphenidat als auch Kokain gehören zu der Klasse der Psychostimulantien.

Weil Methylphenidat oft verordnet wird, hebt diese Studie den Bedarf nach Erforschung ihrer Langzeitwirkungen auf das Gehirn hervor.

"Die bisherigen Studien sagen, dass die vorgeschriebene Verwendung von Ritalin bei Patienten mit ADHS ihr Risiko für ein anschließende Sucht nicht erhöht", bemerkte das US-nationale Institut für Drogenmissbrauch (NIDA) Direktor Dr. Nora Volkow, dessen Agentur die Studie finanzierte.

Suchtgefahr bei nichtmedizinischer Anwendung

"Jedoch die nicht-medizinische Verwendung von Methylphenidat und anderen anregenden Psychostimulantien, kann zu Sucht wie auch einer Vielfalt anderer Gesundheitsfolgen führen.

"Diese Studie hebt die Tatsache hervor, dass wir sehr wenig wissen über Methylphenidat, der Beeinflussung des Gehirns, und der Kommunikation zwischen Gehirnzellen."

Die Forscher setzten Mäuse zwei Wochen tägliche Spritzen mit Kokain oder Ritalin. Anschließend wurde ihnen eine Belohnung gegeben. Es wurden die Bereiche des Gehirns auf Änderungen in den dendritischen Spines geprüft, die mit der Formung von Synapsen und der Kommunikation zwischen Nervenzellen verbunden sind, sowie der Produktion eines Eiweißes (Deltas FosB), das in den langfristigen Wirkungen von Suchtmitteln involviert ist.

Vergleich von Methylphenidat und Kokain

Methylphenidat und Kokain steigerten die dendritischen Spines und die Produktion des Deltas Fos B; jedoch war das genaue Muster ihre Wirkungen deutlich. Es unterschied sich in den Arten der betroffenen Spines, den Zellen, die betroffen waren, und den Gehirnregionen. In einigen Fällen gab es Ähnlichkeiten zwischen den beiden Stimulantien und in einigen Fällen produzierte Ritalin größere Wirkungen als Kokain, zum Beispiel auf die Eiweißproduktion in bestimmten Regionen.

"Methylphenidat, von dem angenommen wird, dass es eine ziemlich harmlose Zusammensetzung ist, kann strukturelle und biochemische Wirkungen in einigen Regionen des Gehirns haben, die sogar größer als jene des Kokains sein können, "sagte Dr. Yong Kim Hauptautor der Studie.

"Weitere Studien werden benötig, um die Verhaltensauswirkungen dieser Änderungen zu bestimmen und die Mechanismen zu verstehen, wie Kokain und Methylphenidat die Synapsenformung beeinflussen." Vorherige Studien haben gezeigt, dass Kinder, die früh im Leben mit Ritalin gegen ADHS behandelt wurden kein größeres Risiko für eine Drogensucht haben, wenn sie erwachsen sind.

Die Befunde sind in den Proceedings of the National Academy of Sciences herausgegeben worden.

© PSYLEX.de - Quelle: National Institute on Drug Abuse, 2009

Gegen Kokainsucht

02.07.2013 Eine einzelne Dosis Methylphenidat (Handelsnamen Ritalin, Concerta etc.) kann die Hirnfunktionen bei Kokainsucht verbessern, was es zu einer nützlichen Addon-Behandlung bei solchen Süchten machen könnte, laut einer neuen Studie.

Erhöhung der Dopaminaktivität

Methylphenidat erhöht, ähnlich wie Kokain, die Dopamin (und Noradrenalin) Aktivität im Gehirn, aber oral verabreicht, braucht es länger bis es seinen Wirkungshöhepunkt erreicht, was ein geringeres Potential für Missbrauch bedeutet.

Durch die Erweiterung der Wirkung des Dopamins verbessert Ritalin die Signalverarbeitung, was wiederum mehrere kognitive Funktionen verbessert, einschließlich Informationsverarbeitung und Aufmerksamkeit.

Oral verabreichtes Methylphenidat steigert also das Dopamin im Gehirn, ähnlich Kokain, aber ohne die starken suchterzeugenden Eigenschaften, sagte Rita Goldstein, Ph.D, Brookhaven National Laboratory in New York, USA.

Ersatztherapie?

"Wir wollten bestimmen, ob die Eigenschaften dieses Substituts, die bei anderen Ersatztherapien (wie Nikotinkaugummis statt Zigaretten, oder Methadon statt Heroin) hilfreich sind, bei der Verbesserung der Gehirnkonnektivität eine Rolle spielen: Denn es ist bei der Behandlung der Kokainabhängigkeit wichtig, dass das Gehirn aufmerksam ist und gut Informationen verarbeiten kann."

kokain-pulver
Kokain-Pulver

Für die Studie testeten Goldstein und ihr Team 18 kokainabhängige Personen. Die Teilnehmer wurden zufällig zwei Gruppen zugewiesen: eine bekam eine orale Dosis Methylphenidat, die andere ein Placebo.

Die Forscher verwendeten funktionelle Kernspintomographie (fMRI), um die Stärke der Konnektivität in bestimmten Gehirnbereichen zu messen, die dafür bekannt sind, eine Rolle bei Süchten zu spielen; sie maßen vor und während der Höchstwirkung des Ritalins. Sie beurteilten auch den Schweregrad der Abhängigkeit jedes Teilnehmers, um zu sehen, ob dies eine Auswirkung auf die Ergebnisse hätte.

Wirksam gegen Craving

Methylphenidat verminderte die Konnektivität zwischen den Bereichen des Gehirns, die stark bei der Bildung von Gewohnheiten (wie Craving und zwanghafte Drogenbeschaffung) beteiligt sind.

Die Scans zeigten auch, dass Methylphenidat die Konnektivität zwischen mehreren Gehirnregionen stärkte, die bei der Regulation von Emotionen und Kontrolle des Verhaltens eine wichtige Rolle ausüben - Verbindungen, die während der Kokainsucht unterbrochen werden.

"Der Nutzen von Methylphenidat / Ritalin zeigt sich bereits nach einer Dosis, was anzeigt, dass dieses Medikament ein bedeutendes Potential als Therapiebegleitung bei der Abhängigkeit von Kokain und möglicherweise auch bei der Sucht nach anderen Stimulanzien hat", sagte Goldstein.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Brookhaven National Laboratory, Juni 2013

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