Psychostimulantien, Aufputschmittel

Psychopharmaka - die Psyche stimulierend

Wirkung und Definition

Definition: Psychostimulanzien oder auch Stimulanzien (auch Aufputschmittel genannt) sind Medikamente (Psychopharmaka), die die Aktivität des Zentralnervensystems (ZNS) erhöhen, Müdigkeit beseitigen, das Schlafbedürfnis reduzieren, (medizinischer Gebrauch: z.B. angeschwollene Schleimhäute zum Abschwellen bringen, Erhöhung der Konzentrationsfähigkeit, Erweiterung der Bronchien) Appetit hemmen und die psychische und physische Leistungsfähigkeit steigern sollen (deshalb auch Aufputschmittel genannt).

Synonyme für den Ausdruck Psychostimulanzien (Psychostimulantien): Aufputschmittel, Weckamine, Speed, Amphetamine, Psychotonika, Psychoanaleptika, Psychoenergetika (obwohl einzelne Ausdrücke nicht unbedingt gleichzusetzen sind).

Typische Psychostimulanzien sind daher Amphetamine, Kokain, Koffein, Ephedrin etc.

Nebenwirkungen

Alle Psychostimulantien haben selbstverständlich Nebenwirkungen und Gefahren. Von allen wird man auf Dauer abhängig. Einige Nebenwirkungen der Aufputschmittel sind: erhöhter Blutdruck und Pulsfrequenz, erweiterte Pupillen (damit einhergehendes schlechteres Sehen), trockene Schleimhäute, Unruhe, Appetitlosigkeit, abführende Wirkung, Harnverhaltung, Angstzustände, Schlaflosigkeit. Amphetamine sind stark suchtgefährdend. Gefahr einer Amphetaminpsychose.

Bei Dauerkonsum solcher Aufputschmittel sind als Nebenwirkungen oft Nervenschädigungen, schwere Konzentrationsprobleme, Knochenschwund, Verlust des Zahnschmelzes, Tod durch überdosierungen, körperlicher und geistiger Zerfall, erhöhte Infektanfälligkeit und körperliche/geistige Schwäche anzutreffen.

Wenn geschnupft, können Amphetamine und Kokain Schleimhäute und Nasenscheidewand auflösen und zerstören. Da es oftmals unbekannt ist, womit Psychostimulantien gestreckt werden, ist es auch nicht möglich über Wirkungen und Nebenwirkungen Genaueres auszusagen.

Missbrauch

Konsum von Aufputschmitteln bei Studenten

Ein neuer Leitartikel von kanadischen medizinischen Experten drängt Universitäten und Schulen dazu, mehr zu tun, um Schüler und junge Erwachsene vor den Gefahren des verbotenen Missbrauchs von Stimulanzien (Aufputschmitteln) zu schützen.

Verbesserung der Leistung

Schüler und Studenten benutzen Stimulanzien, um ihre Wachsamkeit, Lernleistungen und akademischen Leistungen zu verbessern. Aber die wahrgenommenen Nutzen sind fraglich.

Der Leitartikel ist im Canadian Medical Association Journal (CMAJ) erschienen.

Keine kognitiven Verbesserungen

Die überwiegende Mehrheit der Belege zeigt keine kognitiven Verbesserungen bei der Verwendung von Stimulanzien, wenn es mit Placebo bei gesunden Personen verglichen wird.

Zusammengefasst: Studenten, die denken: einfach eine Tablette einwerfen würde ihre Leistung oder Zensuren verbessern oder ihnen neue akademische Fähigkeiten geben, liegen völlig falsch, sagte Dr. Daniel Rosenfield, CMAJ Chefredakteur.

"Missbrauch von verschreibungspflichtigen Medikamenten bzw. Psychopharmaka wie Methylphenidat (Ritalin) und Atomoxetin (Strattera) ist auf eine beunruhigende hohe Rate eingeschätzt worden, die sich von 5 Prozent bis zu 35 Prozent erstreckt. Ohne Intervention befinden sich manche unserer besten und hellsten Köpfe in grosser Gefahr", sagen die Autoren.

Auch werden Psychostimulanzien oft inadäquat eingenommen (d.h. geschnupft oder injiziert), um ein "buzz" oder ein schnelles Hoch zu bekommen.

Schwere Nebenwirkungen

Wenn Stimulanzien ohne medizinische Überwachung eingenommen werden, sind ungünstige klinische Wirkungen wie unregelmäßiger Herzschlag, Überdosis, Depression, Sucht und sogar der Tod möglich.

Die Autoren schliessen: Wie Doping im Sport sollte Missbrauch von Stimulanzien bei unseren besten und intelligentesten Köpfe dadurch der Glanz entzogen werden, dass er als betrügerisch oder als Drogenmissbrauch betrachtet wird - einfach und klar.
Quelle: Canadian Medical Association Journal, Sept. 2011

Liste chemischer Psychostimulantien

Stimulanzien verringern eher die Angst bei Kindern mit ADHS als sie zu verschlimmern

07.10.2015 Eine neue Analyse von Studien mit beinahe 3.000 Kindern mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeigt: Obwohl Angst als Nebenwirkung bei stimulierenden Medikamenten aufgeführt wird, reduziert die Behandlung von ADHS mit Psychostimulanzien das Risiko für die Entwicklung von Angst deutlich.

Patientenberichte über neu auftretende oder sich verschlimmernde Ängste bei der Einnahme von Stimulanzien sind deshalb wahrscheinlich nicht auf die Medikamente zurückzuführen und sollten nicht zu einem Ausschluss des Gebrauchs von stimulierenden Medikamenten bei ADHS führen laut den Studienautoren von den Universitäten Yale und Sao Paulo.

Catherine Coughlin und Kollegen betonen in der Zeitschrift Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology die Wichtigkeit der Angstkontrolle bei Kindern mit ADHS, da es das Ansprechen auf die Behandlung beeinflussen kann. In ihrer Studie berichten die Forscher über eine statistisch bedeutsame Angstverringerung bei der Behandlung mit diesen Wirkstoffen verglichen mit Placebo. Und sie stellten außerdem fest, dass höhere Dosen an Psychostimulanzien die Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Angst weiter verringerten.

Die Forschungsarbeit wurde von den National Institutes of Health der USA gefördert.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Yale, Universität Sao Paulo, Journal of Child and Adolescent Psychopharmacology; Okt. 2015

Stimulanzien hilfreich bei Kindern mit ADHS und angeborenen Herzkrankheiten

07.10.2015 Ein neue Studie des Cincinnati Children's Hospital Medical Center zeigt, dass Kinder mit ADHS und angeborener Herzerkrankung stimulierende Medikamente nehmen können, ohne Angst vor bedeutsamen kardiovaskulären Nebenwirkungen haben zu müssen.

Die Forscher fanden kein erhöhtes Risiko für Tod oder Veränderungen bei den kardiologischen Vitalzeichen, wie Blutdruck oder Herzfrequenz auch nicht bei Kindern mit ADHS und schwerwiegenden Herzleiden. Sie stellten auch deutliche Verbesserungen bei den ADHS-Symptomen fest, wenn die Patienten mit Psychostimulanzien behandelt wurden.

Kinder mit angeborener Herzkrankheit haben ein erhöhtes Risiko für ADHS, aber Ängste über kardiovaskuläre Nebenwirkungen - inkl. plötzlicher Tod - grenzen die Verwendung stimulierender Medikamente ein, sagte Studienleiterin Julia Anixt. "Diese Studie zeigt, dass Psychostimulantien sowohl wirkungsvoll als auch sicher sind, wenn sie mit entsprechender Überwachung und in Zusammenarbeit mit dem Kardiologen des Patienten verordnet werden."

Die Forscher untersuchten 44 Heranwachsende im Alter zwischen 6 und 18 Jahren und verglichen sie mit Patienten mit ähnlichen Herzerkrankungen, die aber nicht mit Stimulanzien behandelt wurden. Die Wissenschaftler wollen als nächstes die Wirkung dieser ADHS-Medikamente auf Elektrokardiogamme (EKG) untersuchen.

Seit 2006 verlangt die US-Food and Drug Administration (u.a. zuständig für die Zulassung und Überwachung von Arzneimitteln in den USA), dass Psychostimulanzien die Warnung tragen müssen, dass sie generell nicht bei Kindern und Jugendlichen mit schweren strukturellen Herzanomalien, Kardiomyopathie oder Arrhythmien eingesetzt werden sollen. Jedoch sind Stimulanzien die wirkungsvollsten Medikamente, um ADHS-Symptome zu behandeln, und die Familie des Patienten, Kardiologen und Kinderärzte müssen zusammen die Risiken und Nutzen der Behandlungen mit Medikamenten für jeden einzelnen Patienten abwägen laut Dr. Anixt.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Cincinnati Children's Hospital Medical Center; Okt. 2015

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