Benzodiazepine - Lungenentzündung (Pneumonie)

Beruhigend wirkende Medikamente

Größeres Risiko für Lungenentzündung

Die Einnahme von Benzodiazepin-Arzneimitteln ist mit einem gesteigerten Risiko für die Entwicklung einer Pneumonie (Lungenentzündung) als auch mit höherer Sterblichkeit nach einer Pneumonie verbunden laut einer am 5. Dezember online in Thorax herausgegebenen Studie.

Eneanya Obiora, M.D. und Kollegen von der Universität von Nottingham im United Kingdom verglichen die Daten von Hausärzten bei der Verwendung von Benzodiazepine bei 4.964 Fällen von Lungenentzündung und 29.697 Kontrollpersonen in U.K. (2001 bis 2002).

Höheres Risiko für Pneumonie und Sterblichkeit

Die Forscher stellten fest, dass die Einnahme von Benzodiazepine mit einem höheren Risiko für Lungenentzündung verbunden werden konnte (relatives Risiko, 1.54). Die Verwendung dieser Art von Beruhigungsmittel konnte auch mit einer gesteigerten Sterblichkeit in Zusammenhang gebracht werden, nach 30 Tagen (Risiko-Verhältnis, 1,22) und langfristig (Risiko-Verhältnis, 1,32).

Chlordiazepoxid, Diazepam, Lorazepam und Temazepam

Diazepam, Lorazepam, Temazepam und Chlordiazepoxid standen mit gesteigerter Sterblichkeit im Zusammenhang, während alle bis auf Chlordiazepoxid mit einem höheren Auftreten von Pneumonie verbunden waren.

"Die Beruhigungsmittel der Benzodiazepine sind mit einem gesteigerten Risiko für und einer erhöhten Sterblichkeit durch Lungenentzündung verbunden", schlossen Obiora und Kollegen.

"Dies stimmt mit Daten von klinischen Studien überein und die Besorgnis der Intensivmedizinstationen gegenüber diesen Beruhigungsmitteln führt zu einer Bewegung weg von der Ruhigstellung durch Bezodiazepine".

© PSYLEX.de - Quelle: Thorax, Dez. 2012

Benzodiazepine stehen im Zusammenhang mit einem leicht erhöhten Pneumonierisiko

09.01.2019 Eine Überprüfung der veröffentlichten Studien zeigt, dass die Verwendung von Benzodiazepinen und Benzodiazepin-verwandten Medikamenten (BZRD), die zur Behandlung verschiedener psychiatrischer Erkrankungen verschrieben werden, das Risiko einer Pneumonie (Lungenentzündung) erhöhen kann.

Die im International Journal of Geriatric Psychiatry veröffentlichte Analyse enthält 12 Berichte zu 10 Studien mit mehr als 120.000 Fällen von Lungenentzündungen.

Nach der Zusammenfassung der Resultate war die Wahrscheinlichkeit für eine Lungenentzündung bei BZRD-Anwendern 1,25-fach höher als bei Personen, die keine BZRD eingenommen hatten. Das Risiko für eine Pneumonie war also individuell eher gering.

Bei aktuellen und neueren Anwendern, aber nicht bei früheren Anwendern, bestand ein erhöhtes Lungenentzündungsrisiko.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: International Journal of Geriatric Psychiatry, DOI: 10.1002/gps.5048

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