Benzodiazepine absetzen; Entzug, Entgiftung

Beruhigend wirkende Medikamente

Wie setze ich Benzodiazepine ab?

Entzugssymptome beim Absetzen, Entgiften sind oftmals Angst, Reizbarkeit, Verwirrung, Krampfanfälle und Schlafstörungen. Das Absetzen beruht meist auf den Einsatz eines einzelnen Wirkstoffes (Diazepam) und einer allmählichen und langsamen Dosisreduktion.

Mögliche weitere Behandlungsoptionen sind Kognitive Verhaltenstherapie, motivationale Ansätze und Psychoedukation laut einer neuen Forschungsarbeit.

Ein alternatives Protokoll (ohne Gewähr; rein zu Informationszwecken):

Dieses Protokoll zum Absetzen bzw. Entzug von Benzodiazepinen sollte nicht anstatt einer von Ihrem Gesundheitsleistungserbringer (Arzt, Therapeut) empfohlenen Behandlung und nur mit deren Einverständnis verwendet werden. Charles Gant, N.M.D., Ph.D fand, dass dieses Programm für viele seiner Patienten nützlich war, aber er kann nicht garantieren, dass es bei jedem wirksam sein wird.

Ganzheitlich integrative Medizin

Normalerweise würde er eine ganzheitlich integrative Medizin empfehlen, die Aminosäureplasmalevel, RBC Mineralien, essentielle Fettsäuren und andere diagnostische Tests einschließt, um genau zu bestimmen, welche der Interventionen, die hier beschrieben sind, tatsächlich erforderlich sind.

Benzodiazepine sind eine Klasse von Psychopharmaka, die oft als Beruhigungsmittel, Tranquilizer verwendet werden.

Hier ist das aktuelle Protokoll (Dez. 2011) von Charles Gant, N.M.D., Ph.D für die Absetzung von Benzodiazepin-Medikamenten:

Das aktuelle Protokoll zum Absetzen

  1. GABA 500 bis 2000 mg, zwei oder dreimal pro Tag
  2. Theanine 200 bis 600 mg, zwei oder dreimal pro Tag
  3. P5P (Pyridoxal - 5 Phosphat) 50 mg, - eine Kapsel zwei oder dreimal pro Tag
  4. Glutaminpulver - einen Teelöffel voll zweimal pro Tag bis zu drei gehäufte Teelöffel, aufgelöst in Wasse, eine Stunde vor den Mahlzeiten, letzte Dosis vor der Schlafenszeit.
  5. Magnesium taurate - 1000 mg, zweimal pro Tag bis zu 2000 mg, dreimal pro Tag
  6. Nahrung leicht salzen mit NuSalt/NoSalt
  7. 5 HTP - 100 mg, zweimal pro Tag bis zu 200 mg, dreimal pro Tag
  8. Gereinigtes Soja Lecithin - 1000 mg, dreimal pro Tag
  9. Pantethin 500 mg, zweimal pro Tag
  10. Optizinc - 20-30 mg, zweimal pro Tag.
  11. Liponsäure - 300 mg, zweimal pro Tag (mündlicher Chelation für neuroexcitatory Schwermetalle, besonders Quecksilber.)
  12. Mutivitamin / Multiminerale
  13. Destilliertes Fischöl (Omega 3) 4000 mg pro Tag und Borretsch-Öle (Omega 6) 1000 mg pro Tag.
  14. Kräuter- "Beruhigungsmittel" hinzufügen, wenn notwendig

Behandlungshinweise

Die Informationen dieser Website sind nur für Bildungszwecke und beabsichtigen nicht den Rat von Ärzten oder Gesundheitsfürsorgenden zu ersetzen.

Jeder, der schon in ärztlicher Behandlung steht, sollte den Rat seines oder ihres Arztes vor der Reduzierung der Dosierung oder dem Aufhören, Absetzen von Psychopharmaka (Benzodiazepinen), suchen.

Quelle: Charles Gant, N.M.D., Ph.D, Dez. 2011

Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Nach meiner Benzodiazepin-Entgiftung

04.02.2018 Kommentar von dicki:

Hallo zusammen,

Ich habe nach meiner Benzodiazepinentgiftung (erst ambulant versucht von den 3 mg Lormetazepam, die ich vom Psychiater verordnet bekam und sieben Monate lang täglich geschluckt hatte) erst auf 24 mg Diazepam, auf 18mg Dia runter und dann stationär dreieinhalb Wochen lang - erst wurde das Diazepam umgestellt auf zunächst 50 mg Oxazepam, dann runter auf 0), oft Angstzustände aus heiterem Himmel ohne jeden erkennbaren äußeren Anlass, kann kaum alleine sein und fühle mich einfach nur komisch.

Mir ist manchmal auch etwas übel (kann aber auch vom Paroxetin kommen, das ich seitdem nehme). In der Klinik haben sie mir gesagt, ich hätte eine Angststörung. Komisch nur, dass ich diese Angstzustände VOR den Benzos nicht hatte.

Die ersten Wochen zu Hause nach der Suchtklinik waren so, als hätte ich einen unsichtbaren Anzug an- alles kam mir gefiltert und unwirklich vor. Inzwischen ist dieser "Anzug" weg, ich fühle Emotionen wieder deutlicher- gute, aber auch negative. Und ich habe nun immer wieder Angst. Im Auto, im Büro, zu Hause, im Wald, alleine, zusammen mit anderen...Wenn es mir gut geht, geht es mir richtig gut, manchmal für Sekunden, manchmal für Stunden. Am nächsten Tag ist dann wieder alles Sch...mit Zwangsgedanken (muss z.B. immer wieder an die Entgiftungsklinik denken, das hat mich alles echt traumatisiert da - ich bin eben kein "Suchtprofi"), gegen die ich nicht ankomme. Im momenbt ist es so: ein Tag gut (fast euphorisch/manisch), dann am nächsten Tag wieder ängstlich.

Wenn ich nicht solchen Bammel vor einem erneuten Entzug hätte und wüsste, dass ich garantiert keine Toleranz entwickle, bevor ich überhaupt mit dem Abdosieren beginne, würde ich sofort wieder ein Benzodiazepin nehmen. Nur woher nehmen? Ich habe zwar noch Lormetazepam zu Hause, aber das rühre ich nicht mehr an.

Und wenn ich mir andere Benzos wie Diazepam oder Clonazepam o.ä. irgendwo im Internet bestelle und sie nicht regulär vom Arzt verordnet bekomme, hieße das: Meine Frau ist dann weg. Sie sagt, dass sie nicht mit einem Tablettenjunkie zusammen sein will und kann - was ich gut verstehen kann. Denn sie hat die ganze Scheisse miterlebt (immerhin wurde ich ja bereits entzügig vom Lormetazepam, und seit langem gehen wir zwei immer wieder durch die Hölle) und mitgelitten, als ich nach Beginn der Abdosierung wochenlang wegen Depressionen nur noch im Bett geheult habe und mich umbringen wollte. Und es nun wieder heimlich nehmen, das geht dann doch zu weit.

Im Moment nehme ich morgens 40mg Paroxetin (erst vor 10 Tagen habe ich von 25 auf 40mg erhöht) und Mirtazapin (22,5 mg) abends. Seit der Paroxetin-Dosiserhöhung ist die Angst gedämpfter, aber noch vorhanden, allerdings bin ich nicht unruhig ängstlich, sondern eher generell unsicher.

Die NW: keinerlei Lust auf Sex, Harnverhalt und Appetitlosigkeit - letzteres aber erst seit ich 40mg Paroxetin nehme - davor hatte ich abends solchen Heißhunger, dass ich locker 15 kilo zugenommen habe. Obendrein haben sich meine früher immer guten Leberwerte verschlechtert. Mein neuer Psychiater meinte, das sei eigentlich normal.

Kann gegen all das (Ängste, Suchtdruck) Lyrica helfen? Wurde mir empfohlen. Müsste ja ne echte Wunderpille sein, auf der obendrein nicht groß "ACHTUNG; Benzodiazepin!" steht...oder etwas anders?

Parallel mache ich gerade (wieder mal) eine Psychotherapie (eine tiefenpsychologische und eine KVT). Allerdings weiß ich nicht, wie in meinem derzeitigen Zustand Angstexpositionen aushalten soll. In eine Klinik gehe ich nicht mehr, die dreieinhalb Wochen Entgiftungsklinik haben mir gereicht.

14.03.2018 Kommentar von sumsum:

Hallo

Einen Rat habe ich nicht, aber eine Frage. Deine Dosis war ja nicht sehr hoch und ich bin seit 15 Jahren oder so tavorabhängig ( 2-3 mg) und ich bekomme es von meinem Therapeuten, weil wir damals eine Benzodiazpin-Abhängigkeit einkalkuliert haben. Aber ich würde sie in 1,5 Jahren ausschleichen ( so sagt mein Thera, käme es nicht zu Absetzerscheinungen ) und ich habe sie auch 2 x in je 7 Wochen ausgeschlichen. Nach meiner Erfahrung ist das recht einfach. Und jetzt meine Frage: warum macht man einen kalten Entzug, wenn man das Zeug auch ausschleichen kann ?

30.03.2018 Kommentar von dicki:

weil ich davon unbedingt schnell loswollte. Und mir mein damaliger Arzt nicht geholfen hat und meine Entzugserscheinungen im Dosierungsintervall nicht als solche erkannte und sagte, das käme halt alles von meiner Angststörung. Daraufhin habe ich versucht, kalt zu entziehen, was total schief gegangen ist. Ein anderer Arzt veroprdnete mir daraufhin Diazepam-Tropfen zum langsamen Ausschleichen nach dem Schema von Heather Ashton. Doch auch das hat nicht funktioniert, das Diazepam war wohl für mich geeignet - es machte mich nur lethargisch und depressiv. Das Lormetazepam ist Deinem Tavor nicht unähnlich, aber als Hypnotikum mit kurzer HWZ flutet es sehr schell und heftig an, und nach ein paar Stunden ist man ruckzuck wieder voll im Entzug... und so landete ich schließlich quasi mit Blaulicht in letzter Minute vorm Suizid in der Klinik, wo sie aber auch total schnell runterdosierten - in 10 Tagen auf 0. Und dann hatte ich den Salat.

Wenn es bei Dir irgendwie anders geht, mache es bitte langsam ambulant. In Kliniken haben sie nur eine bestimmte, von der KK bezahlte Zeit zur Verfügung. Ich wurde da mit Truxal und Melperon vollgestopft, das AD wurde obendrein im Rekordtempo umgestellt, und dann entlassen sie einen in totaler Unwissenheit in eine mögliche Entzugshölle; war ne schlimme Erfahrung. Es wird nun gaaaaz langsam besser, aber Leben geht echt anders.

Benzo-Entzug

07.07.2017 Kommentar von gast:

Sehr geehrte Damen und Herren,

zum o.g. Thema möchte ich ihnen folgendes mitteilen: Mir wurde über einen Zeitraum von 10!! Jahren Benzo's verordnet, als wären es Bonbons. Als ich immer wieder mal nachfragte, ob es nicht süchtig mache, bekam ich die Antwort: "Sie sind kein Suchttyp"oder auch: "Sie sind unruhig, dann nehmen jetzt eine Tablette und in drei Stunden noch eine! Auf diese Art und Weise zugedröhnt bis zum Anschlag, habe ich 10 Lebensjahre, mehr oder weniger im Liegen auf der Couch verbracht. Das war im Alter zwischen Ende zwanzig und Ende dreißig!! Im besten Alter, also!

Anstatt mir eine Therapie anzubieten, ist es natürlich bequemer den Patient ruhig zu stellen. Diese verlorenen Jahre kann mir niemand zurück geben. Bei einem anderen Arzt, bekam ich dann sofort eine Therapie angeboten, (die auch nötig war) und habe einen ambulanten Benzo's Entzug irgendwie durchgestanden. Doch dadurch hat sich meine Grunderkrankung weiter und schwerer chronifiziert. Das alles ist schon ein paar Jahre her.

Seitdem ist mein Vertrauen in die Ärzte verloren gegangen. Ich habe das alles damals bei der Ärztekammer angezeigt, doch eine Krähe, hackt der anderen kein Auge aus. Dieser Arzt/Ärztin von damals, hätte aus meiner Sicht in den Knast gehört, das war Lebensraub alles erster Klasse.

Mit freundlichen Grüßen
Moni

Benzodiazepinentzug

01.12.2016 Kommentar von Peter Miami:

Ich habe jahrelang (30 jahre) Temesta genommen bis 8mg /tag. Hatte letztes Jahr einem Entzug.
Ich war auf null. Doch es geht nicht ganz ohne.
Ich bin in einem Teufelskreis ohne benzo geht nicht und wieder mehr nehmen will ich auch nicht.
Ich nehme 1/4 bis 1/2 von 1mg Temesta im Notfall.
Ich habe das Gefühl wie wenn mein Körper das Temesta von früher kennt. Es ist wie eine Bombe stark und nur 4 h etwa.
Ich habe Arzt gefragt wegen umstellen auf Demetrin. Er findet auch ein Benzo wirkt gleich-nein.
Ich finde Demetrin ist zwar schwächer hat aber längere halbwertszeit. Und mein Körper "kennt" diesen Wirkstoff "nicht"
Kann mir jemand raten was ich machen soll?
Danke

Sucht

27.10.2014 - Kommentar von lolo:

Um Gottes Willen, wenn ich allein sehe wie das abgesetzt wird, wie kann man sowas nur auf dem Markt genehmigen, da steht man ja mit einem Bein schon in der Suchtklinik.
Und wie ich schon entlesen habe ist ein Entzug die Hölle im Gegensatz z.B. bei Alkohol...nein danke.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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