Viktor Emil Frankl

Psychotherapieformen - Logotherapie

Viktor Emil Frankl ist der Begründer der Logotherapie und Existenzanalyse.

Biographie von Viktor E. Frankl

Viktor Emil Frankl wird am 26.03.1905 in Wien geboren. Die Mutter kommt aus Prag, der Vater aus Mähren. Es gibt finanzielle Not während des ersten Weltkrieges.

Besuch des Gymnasiums von 1915-1923 - erster Kontakt mit Psychoanalyse. Erster Vortrag über den Sinn des Lebens und Maturaarbeit "Zur Psychologie des philosophischen Denkens". Schriftlicher Kontakt mit Sigmund Freud.

Viktor Frankl wird 1924 Medizinstudent, Begegnung mit Freud, widmet sich aber mehr Alfred Adler. Aufsätze von Frankl erscheinen in psychoanalytischen Zeitschriften.

Hält 1926 öffentliche Vorträge und der Begriff Logotherapie wird von ihm erstmals verwandt. 1927 wendet sich von Adler ab, hin zu Rudolf Allers und Oswald Schwarz (Psychosomatische Medizin). Ausschluß aus Adler-Vereinigung.

Viktor Frankl organisiert in Österreich in mehreren Städten Jugendberatungsstellen. 1930 verschiedene Vorträge im Ausland. 1931-1932 Neurologische Ausbildung Frankls. 1933-1937 Leitung des "Selbstmörderinnenpavillons" des psychiatrischen Krankenhauses.

Viktor Frankl eröffnet seine eigene Praxis 1937. Aufsatz "Philosophie und Psychotherapie. Zur Grundlegung einer Existenzanalyse" erscheint 1939. Leitung der Neurologischen Station des Rothschild-Spitals von 1940-1942. Rettet "Geisteskranke" vor der Euthanasie der Nazis. Schreibt ärztliche Seelsorge und heiratet 1941 seine erste Frau, Tilly Grosser.

1942 Verhaftung des Ehepaares Frankl und der Eltern. Unterbringung in Theresienstadt. Tod des Vaters. 1944 Verlegung von Frankls und der Mutter nach Auschwitz. Mutter wird vergast. Tilly wird verlegt nach Bergen-Belsen, wo sie stirbt (auch der Bruder stirbt hier). Viktor Frankl findet seine Theorie über Freiheit und Selbstbestimmung hier bestätigt. Verlegung nach Dachau, aus dem er von den Alliierten befreit wird.

Viktor Frankl wird 1946 Vorstand der Wiener Neurologischen Poliklinik (für 25 Jahre). Die Bücher Ein Psychologe erlebt das Konzentrationslager - Trotzdem Ja zum Leben sagen und ärztliche Seelsorge erscheinen.

1947 heiratet Frankl Eleonore Schwindt. "Zeit und Verantwortung" und "Die Existenzanalyse und die Probleme der Zeit" erscheinen. Er macht seinen philosophischen Doktor mit Der unbewusste Gott: Psychotherapie und Religion.

Viktor Frankl geht 1948 als Privatdozent an die Wiener Uni ("Der unbedingte Mensch"). Gründet 1950 "Österreichische Ärztegesellschaft für Psychotherapie". "Homo Patiens. Versuch einer Pathodizee". 1951 erscheint "Logos und Existenz".
Die Psychotherapie im Alltag. Sieben Radiovorträge. Psyche, Berlin-Zehlendorf 1952.
1955 wird Frankl Professor. 1956 erscheint Theorie und Therapie der Neurosen: Einführung in Logotherapie und Existenzanalyse.

1961-1972 Gastprofessuren an Harvard, Dallas und Duquesne Unis.
Gründung des "Viktor-Frankl-Institut" in Wien 1992. Autobiographie Frankls Lebenserinnerungen. Was nicht in meinen Büchern steht, 1995.

"Man's search for ultimate meaning" erscheint 1997. Viktor Frankl stirbt an einem Herzinfarkt am 2. September.


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Viktor Frankl Zitate

Zitate von Psychologen / Psychotherapeuten

Das Geistige ist nicht etwas, das den Menschen bloß kennzeichnet, nicht anders als etwa das Leibliche und das Seelische dies tun, die ja auch einem Tier eignen; sondern das Geistige ist etwas, das den Menschen auszeichnet, das nur ihm und erst ihm zukommt.

Ein Flugzeug hört selbstverständlich nicht auf, eines zu sein, auch wenn es sich nur auf dem Boden bewegt; es kann, es muss sich immer wieder auf dem Boden bewegen! Aber dass es ein Flugzeug ist, beweist es erst, sobald es sich in die Lüfte bewegt - und analog beginnt der Mensch, sich als Mensch zu verhalten, nur wenn er aus der Ebene psychophysisch- organismischer Faktizität heraus- und sich selbst entgegentreten kann - ohne darum auch schon sich selbst entgegentreten zu müssen. Dieses Können heißt eben existieren, und existieren meint: über sich selbst immer auch schon hinaus zu sein.
Zitat aus Viktor E. Frankl, Logotherapie und Existenzanalyse, S.72/73

Zitate von Viktor Frankl




"Ich spreche zu Ihnen von Mensch zu Mensch und bitte um Verständnis; aber ich halte es für das geringere Übel, einen geschätzten Menschen zu verletzen als das eigene Gewissen."
Brief an Captain Schepeler, Juni 1945

Zitate von viktor frankl



"Die Frage nach dem Sinn des Daseins wird erst dann aufgeworfen, wenn die instinktive Sicherheit des Lebens oder das Genügen an seiner traditionellen Deutung verloren zu gehen droht oder schon verloren ist und dieser Verlust schmerzlich empfunden wird."

Zitate von viktor frankl



"Im übrigen ist einem nach dem, was unsereins erlebt hat, alles nicht so wichtig. Man ist froh, noch zu leben, für jede kleine Freude dankbar und gar erst für eine Chance, den Fähigkeiten und Neigungen entsprechend arbeiten dürfen. Ehrgeiz, Karriere, gutes Leben usw. genießt man gerne, wenn vorhanden."
Brief an Wilhelm und Stepha Börner

Zitate von viktor frankl



"Im Gegensatz zum Tier sagen dem Menschen keine Instinkte, was er muß, und im Gegensatz zum Menschen von gestern sagen dem Menschen von heute keine Traditioen mehr, was er soll. Nun, weder wissend, was er muß, noch wissend, was er soll, scheint er oftmals nicht mehr recht zu wissen, was er im Grunde Will. So will er denn nur das, was die anderen tun - Konformismus! Oder aber er tut nur das, was die anderen wollen - von ihm wollen - Totalitarismus."


Zitate von viktor frankl



"Wäre es denn besser, es jedem recht zu machen und lieber nichts zu sagen, was der Rede wert wäre? Soll ich meine tiefsten Überzeugungen verschweigen, nur um oberflächliche Zustimmung zu ernten? Und was ist letztendlich wichtiger - Schein oder Sein?"

Zitate von viktor frankl



Die heutige Mittelschule ist keineswegs dazu angetan,
aus ihren Besuchern
Menschen zu machen, die ihr Wissen im Leben anwenden,
unmittelbar oder mittelbar, technisch oder in ihrer Weltanschauung.
Die heutige Mittelschule macht aus dem jungen Menschen
einen durchaus weltfremden Studenten,
mit Augengläsern, blassen Wangen, dunklem Blick
und gebeugtem Rücken;
ganz verständnislos steht er dem großen
gesellschaftlichen Produktionsprozeß
als Grundlage der Kultur gegenüber:
er weiß nicht, woher alle, diese Dinge kommen,
die er tagtäglich sieht und selbst benützt -,
es sei denn, er hat es zufällig in der Chemie
oder einem anderen Schulgegenstande gelernt. Aus: Frühe Schriften 1923 - 1943
Mittelschüler und Arbeiter (13. 7. 1924)

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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