Psychotherapeutische Tiertherapie

Psychotherapieformen - Behandlungsmethoden

Tiere können bei verschiedenen psychischen Problemen helfen

Die Haltung von Haustieren ist in den USA und Europa sehr weit verbreitet - z.B. haben 39 Prozent der US-Haushalte mindestens einen Hund und 34 Prozent mindestens eine Katze.

Während der Nutzen der Haltung von Haustieren bis in biblische Zeiten verfolgt werden kann, dokumentiert neuere Forschung den Wert der menschlichen Tierbindung bei Kindeserziehung, Altenpflege, psychsichen Krankheiten, physische Beeinträchtigung, Demenz, Missbrauch, Erholung von einem Trauma und die Rehabilitation von inhaftierten Jugendlichen und Erwachsenen.

Tiere als Begleiter

Eine neue Ausgabe der Zeitschrift Family Process beinhaltet zwei Artikel zu diesem Phänomen.

Der erste, überschrieben: "Mensch-Tier-Bindung I" fokussiert sich auf den Nutzen von begleitenden Tieren, während der zweite, "Mensch-Tier-Bindung II", die Rolle des Haustiers bei Paar- und Familiendynamik und Familientherapie untersucht.

In den Berichten prüft Dr. Froma Walsh wie eine Verbindung mit einem Haustier durch Krisenzeiten, anhaltender Not und Veränderungen wie Umzüge, Scheidung, Verlust des Partners und Adoption menschliche Elastizität stärken kann.

Das Wohlbefinden und die Heilung, die ein Haustier geben kann, umfasst verschiedene Bereiche, wie Stressabbau und Freude, Gefühle der loyalen Zusammengehörigkeit, Zuneigung, Trost, Sicherheit und bedingungslose Liebe.

Haustiere bei der Therapie mit einschliessen

Haustiere können auch in Paar- und Familienkonflikten hilfreich sein.
Dr. Walsh sagt, "die mächtige Bedeutung und der Sinn von begleitenden Tieren wird unterschätzt".

Psychologische und ärztliche Helfer berücksichtigen diese Bindungen bei klinischen Beurteilungen und Therapien selten. Tiefliegende Verbindungen mit Haustieren und der Kummer bei Verlust wird oft an den Rand gedrängt, als anormal betrachtet oder insgesamt in Theorie, Ausbildung und Praxis ignoriert.

Diese zwei Artikel liefern einen wesentlichen Überblick, um klinische Gelehrte und Praktiker über die potentiellen Nutzen und positives Wachstum, welche Tiere für Personen, Paare und Familien haben können, zu informieren - so sollten die begleitenden Tiere als Mitglieder des Therapie-Teams und sogar als Ko-Therapeuten eingeschlossen werden.

Quelle: Wiley-Blackwell Dez 2009

Tiertherapie reduziert Angst und Einsamkeit

22.10.2014 Tiergestützte Therapie kann die Symptome von Angst und Einsamkeit verringern, laut einer Studie mit einem lizenziertem Therapiehund namens Sophie und einem amtlich zugelassenen psychologischen Berater.

55 Studenten einer kleinen Kunstakademie nahmen an der tiergestützen Gruppentherapie teil. Die Wissenschaftler stellten eine 60%ige Abnahme der selbstberichteten Angst- und Einsamkeitssymptome im Anschluss an die Psychotherapie fest.

Für 84% der Teilnehmer war der Umgang mit dem Therapiehund der wichtigste Teil des Programms.

Die Gruppensitzungen wurden zweimal monatlich während eines akademischen Quartals abgehalten. Die Studenten sollten vorbeikommen und mit dem Therapiehund solange sie wollten interagieren (bis zu zwei Stunden). Sie durften Sophie kraulen, umarmen, füttern, bürsten, zeichnen, fotografieren, neben ihr sitzen und Stöckchen werfen.

Hund
Hund (Symbolbild)

Die Studienleiterin Leslie Stewart von der Idaho State University sagt, dass Angst und Einsamkeit (auch) unter Studenten zugenommen haben und die psychologische Beratung stärker in Anspruch genommen wird. Diese Budgetbelastungen haben es notwendig gemacht, kreative Formen der psychologischen Hilfe zu finden.

Diese Studie legt nahe, dass tiergestützte Therapie ein wirkungsvoller Weg sein kann, um Studenten zu helfen, wobei sie eine der ersten ist, die tiergestützte Hilfe in einer Gruppe anbot, an einer Hochschule mit einer systematischen Bewertung der Resultate.

"Psychologische Beratungszentren sehen immer mehr Studenten, die sich statt mit akademischen Fragen, mit psychischen Problemen wie posttraumatischer Belastungsstörung, Angststörungen, depressiven Störungen und beträchtlichen kontextuellen Belastungen herumschlagen müssen."

Psychologische Hilfe durch Therapiehunde

Um ein amtlich eingetragener Therapiehund zu werden, müssen Tier und Betreuer eine Reihe von Bewertungen und Kursen abschließen. Hunde sind ideale Therapietiere, weil sie so domestiziert worden sind, und die offenbare Fähigkeit, die Hinweise des Gegenübers zu 'lesen', ist wahrscheinlich die ausgeprägteste. Zum Beispiel merkt ein Hund, wenn ein Mensch traurig ist, sagte Koautor Franco Dispenza von der Georgia State University im Journal of Creativity in Mental Health.

"Die Gegenwart eines Therapiehundes erleichtert eine therapeutische Beziehung zwischen dem Klienten und dem Therapeuten", sagte Mitautorin Lindy Parker. "Wenn Sie versuchen, mit jemanden therapeutisch zu arbeiten, ist die Etablierung dieser therapeutischen Beziehung (Rapport) immens wichtig. Jede Art und Weise, sie schneller oder wirksamer aufzubauen, erleichtert den therapeutischen Prozess."

© PSYLEX.de - Quelle: Idaho State University, Georgia State University / Journal of Creativity in Mental Health, Oktober 2014

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