Konfrontationstherapie / Expositionstherapie

Psychotherapieformen - Behandlungsmethoden

Konfrontationstherapie (auch: Expositionstherapie, Konfrontationsverfahren) ist eine psychotherapeutische Behandlungsform der Verhaltenstherapie, wobei bei der Konfrontation mit dem angstbesetzten Reiz die Vermeidungsreaktion verhindert werden soll.

Angst-Extinktion: Wie man die Konfrontationstherapie langfristig verbessern kann

Statt einfach gelöscht, sollte der angstbesetzte Reiz mit einem neutralen ersetzt werden.

Expositionstherapie (auch Konfrontationstherapie oder Konfrontationsverfahren genannt) ist ein Verfahren der kognitiven Verhaltenstherapie und wird häufig eingesetzt, um Angststörungen wie posttraumatische Belastungsstörung, Zwangsstörungen und Phobien zu behandeln.

angst
Bild: Iain Logan

Rückkehr der Ängste

Das Ziel solcher Therapieverfahren ist die Löschung (Extinktion; Extinktionslernen) der Angst, was durch die Präsentation der Stimuli und die Verhinderung der Vermeidungsreaktion erreicht wird.

Im Laufe der Zeit wird so gelernt, dass der angstauslösende Reiz nicht mehr gefährlich erscheint, und es wird eine Extinktion dieser ängstlichen Reaktion erreicht.

Obwohl die Technik kurzfristig wirkungsvoll ist, kehren die Ängste und das dazugehörige defensive bzw. vermeidende Verhalten oft zurück, nachdem sie gelöscht wurden. Dies unterhöhlt natürlich die langfristige Wirksamkeit der Behandlung.

Etwas Neues lernen

Diese Beobachtung war die Grundlage einer neuen Studie von Forschern der New York University. Sie nahmen an, dass die Löschung erfolgreicher wäre, wenn die potentielle Bedrohung mit einem neutralen Ausgang verbunden würde.

Die Wissenschaftler Dr. Elizabeth Phelps, Joseph Dunsmoor und Kollegen führten ähnliche Versuche mit Ratten und gesunden Menschen durch. Die Teilnehmer wurden anfangs "trainiert", einen aversiven Stimulus (den bedrohlichen Reiz) mit einem Stromschlag zu verbinden.

Später dann nahmen die Hälfte der Teilnehmer an einer Standardextinktion teil, bei der der Gefahrenreiz gezeigt wurde, aber der elektrische Schlag ausblieb. Für die andere Hälfte der Teilnehmer wurde der Elektroschock durch einen neuen, neutralen Ausgang ersetzt, wenn derselbe Reiz gezeigt wurde.

Verändertes Verfahren war wirkungsvoller

Sowohl bei Ratten als auch Menschen zeigte sich das modifizierte Angst-Extinktionsverfahren wirkungsvoller bei der Prävention der Angstrückkehr im Vergleich zum 'einfachen' Weglassen des Elektroschocks.

Die Autoren stellten auch fest, dass das Ausmaß, mit dem die Teilnehmer intolerant gegenüber der Ungewissheit waren - 'geschockt' zu werden - in Verbindung mit ihrem Risiko stand, dass die Angst vor dem Gefahrenreiz bei ihnen zurückkehrte. Mit anderen Worten: Die Empfindlichkeit hinsichtlich einer ungewissen Bedrohung beeinflusst die Genesung.

Diese Daten zeigen, dass Extinktion erfolgreicher durch die Ersetzung (statt Weglassung) einer erwarteten Bedrohung erweitert werden kann, sagten sie in der Zeitschrift Biological Psychiatry.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: New York University, Biological Psychiatry; Juli 2015

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