Psychische Störungen, Erkrankungen
und Diabetes

Klinische Psychologie - Psychische Krankheiten

Schwere psychische Krankheiten: Erhöhtes Diabetes-Risiko

25.06.2018 Menschen mit schweren psychischen Störungen haben ein mehr als doppelt so hohes Risiko an Diabetes Typ 2 zu erkranken laut einer im Fachmagazin Diabetes Care publizierten US-Studie.

Von mehr als 15.000 Patienten mit schweren psychischen Erkrankungen hatten 28,1 Prozent Typ-2-Diabetes. Im Gegensatz dazu sind schätzungsweise 12,2 Prozent der Bevölkerung von der Zuckerkrankheit betroffen.

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Bild: Steve Buissinne

Unter den ethnischen Minderheiten mit schweren psychischen Krankheiten befanden sich 36,9 Prozent Hispanoamerikaner, 36,3 Prozent Afroamerikaner und 30,7 Prozent Asiaten - gegenüber 25,1 Prozent Weißen.

Prof. Christina Mangurian vom Fachbereich Psychiatrie an der University of California - San Francisco führten damit ihre vorherige Forschung fort, in der sie feststellten, dass schwer psychisch Erkrankte sich seltener auf Diabetes und HIV untersuchen lassen - trotz einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit, HIV-positiv zu sein - und psychisch kranke Frauen sich seltener auf Gebärmutterhalskrebs testen lassen.

Ernährungsunsicherheit, niedriges Einkommen, unsichere Wohnverhältnisse erhöhen Risiken

Antipsychotische, die für Krankheiten wie Schizophrenie und bipolare Störungen verschrieben werden, und antidepressive Medikamente bei Depressionen können zu Gewichtszunahme und Auswirkungen auf den Cholesterinspiegel und die Insulinresistenz führen, sagte Mangurian.

Darüber hinaus leben Menschen mit einer schweren psychiatrischen Erkrankung in unsicheren / unter ungesünderen Lebensumständen, einschließlich Ernährungsunsicherheit, einem niedrigen Einkommen und unsicheren Wohnverhältnissen, die alle das Risiko für Diabetes erhöhen. Stressoren wie struktureller Rassismus verschärfen diese Probleme bei Minderheiten, schreibt sie.

Prädiabetes

Prädiabetes, bei dem der Blutzuckerspiegel erhöht ist, wurde ebenfalls bei Menschen mit schweren psychischen Störungen festgestellt. Fast die Hälfte der Befragten hatte Prädiabetes, gegenüber einem geschätzten Drittel der Allgemeinbevölkerung.

Die Erkrankung kam häufiger bei Minoritäten vor und fängt bereits im Alter von 20 Jahren an aufzutauchen, bemerkten die Psychiater.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Diabetes Care

Hoher HbA1c-Wert nach Diagnose von Typ 1 Diabetes prognostiziert psychiatrische Komorbidität

05.10.2018 Hohe durchschnittliche glykierte Hämoglobinwerte (HbA1c) in den ersten zwei Jahren nach Beginn des Typ-1-Diabetes sagen ein höheres Risiko für psychiatrische Diagnosen voraus laut einer in der Fachzeitschrift Diabetes Care veröffentlichten Studie.

Dr. Stine M. Sildorf vom Herlev Hospital in Dänemark und Kollegen werteten Daten aus dem dänischen Register für Kinder- und Jugenddiabetes und dem nationalen Patientenregister aus, um zu untersuchen, ob das Alter bei Beginn des Typ-1-Diabetes und der durchschnittliche HbA1c-Spiegel während der ersten zwei Jahre des Diabetes-Auftretens mit dem Risiko für eine Diagnose einer psychischen Störung korrelieren.

HbA1c-Spiegel

Die Forscher fanden heraus, dass 1.035 der 4.725 Kinder und Jugendlichen mit Typ-1-Diabetes, die in beiden Registern identifiziert wurden, mit mindestens einer psychischen Erkrankung diagnostiziert wurden.

Ein höheres Risiko für psychiatrische Diagnosen wurde durch einen hohen durchschnittlichen HbA1c-Spiegel in den ersten beiden Jahren des Diabetesauftretens vorhergesagt.

Diabetische Ketoazidose

Höhere HbA1c-Werte (0,22 Prozent) und ein erhöhtes Risiko für einen Krankenhausaufenthalt wegen diabetischer Ketoazidose (Odds Ration 1,80) wurden bei Patienten mit psychiatrischer Komorbidität beobachtet.

Die diabetische Ketoazidose ist eine Übersäuerung; eine gefährliche Stoffwechselentgleisung und akuter, lebensgefährlicher Zustand, der insbesondere als Komplikation bei Diabetes mellitus bei absolutem Insulinmangel auftritt. Eine zu hohe Ketonkörperkonzentration im Blut löst dann diesen Zustand aus.

Kinder und Jugendliche mit Typ-1-Diabetes, insbesondere solche, die die Behandlungsziele nicht erreichen, sollten systematisch auf psychologische Krankheiten untersucht werden, schließen die Autoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Diabetes Care - doi.org/10.2337/dc18-0609

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