Psychische Erkrankungen, Störungen:
Inzest-Kinder

Klinische Psychologie - psychische Krankheitsbilder

Inzestkinder: Kinder von blutsverwandten Eltern entwickeln eher psychische Krankheiten

06.04.2018 Inzestkinder - Kinder blutsverwander Eltern (Cousin und Cousine 1. Grades) - entwickeln mit größerer Wahrscheinlichkeit Angststörungen, Psychosen, depressive und andere psychische Störungen laut einer im Fachblatt JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie.

Dr. Aideen Maguire von der Queen's University Belfast und Kollegen führten eine retrospektive bevölkerungsweite Kohortenstudie aller in Nordirland zwischen dem 1. Januar 1971 und dem 31. Dezember 1986 geborenen Personen durch.

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Bild: Gerd Altmann

Der endgültige Datensatz umfasste 363.960 in Nordirland lebende bzw. wohnhafte Personen im Jahr 2014. Dazu erfassten die Forscher die Verschreibungen von Antidepressiva, Anxiolytika bzw. Beruhigungsmitteln und Antipsychotika.

Die Einnahme von antidepressiven oder anxiolytischen Medikamenten wurde als Indikator für allgemeine Stimmungsstörungen verwendet, während die Einnahme von antipsychotischen Medikamenten als Proxy-Indikator für Psychosen verwendet wurde.

Die Psychiater fanden heraus, dass 0,2 Prozent der Teilnehmer mit blutsverwandten Eltern geboren wurden.

Häufigkeit der Verschreibungen von Psychopharmaka

Verglichen mit Kindern von nicht verwandten Eltern, erhielten die Inzestkinder blutsverwandter Eltern (Cousine und Cousin 1. Grades) dreimal (Odds Ratio 3,01) so wahrscheinlich Antidepressiva oder angstlösende bzw. beruhigende Psychopharmaka.

Die Wahrscheinlichkeit für eine Verschreibung eines antipsychotischen Medikaments blieb auch nach vollständiger Anpassung an Faktoren, die bekanntermaßen mit einer schlechten psychischen Gesundheit verbunden sind, mehr als doppelt so hoch (Odds Ratio 2,13).

Ein Kind blutsverwandter Eltern hat ein erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen wie Stimmungsstörungen und Psychosen, schließen die Autoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Queen's University Belfast; JAMA Psychiatry 2018. doi:10.1001/jamapsychiatry.2018.0133

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