Psychische Störungen, Krankheiten, Erkrankungen:
PER, PCE, Perchlorethylen, Perchlor, Tetrachlorethen

Klinische Psychologie - psychische Krankheitsbilder

PER, PCE, Perchlorethylen, Perchlor, Tetrachlorethen

Neue Forschungsergebnisse zeigen, dass das Lösungsmittel Tetrachlorethen (auch bekannt unter: Perchlorethylen, Perchlor, PER, PCE), das z.B. in chemischen Reinigungen verwendet wird und sich im Trinkwasser wiederfindet (derzeitiger Grenzwert sind 10 µg pro Liter für die Summe von Trichlorethen und Tetrachlorethen) mit einem gesteigerten Risiko für psychische Krankheiten verbunden wird.

Lösungsmittel: Hohes Risiko für psychische Krankheiten

PCE wird oft in der Industrie benutzt und für die Trockenreinigung in chemischen Reinigungen. Frühere Studien zeigten bereits, dass Tetrachlorethen ein Nervengift ist, das Stimmungsänderungen, Angst und Depression bei den Personen verursachen kann, die damit arbeiten.

Obwohl die Langzeitwirkung dieser Chemikalie auf Kinder, die Tetrachlorethen ausgesetzt sind, weniger klar gewesen ist, gibt es Belege, dass Kinder von Personen, die in der chemischen Reinigungsindustrie arbeiten, ein gesteigertes Risiko für Schizophrenie haben. (Weitere Informationen zu den Auswirkungen von Umweltgiften auf die Gehirnentwicklung.)

Risiko für bipolare Störung und PTSD

In der in der Zeitschrift Environmental Health herausgegebenen neuen Studie, entdeckten Forscher, dass Kinder, die Tetrachlorethen ausgesetzt waren, ein gesteigertes Risiko für bipolare Störung und posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) haben.

Die Forscher untersuchten diese geografische Kohorte, weil Wasserunternehmen in Massachusetts von 1968 bis in die frühen 1980er, Vinyl (VL/AC) Wasserleitungen installiert hatten, die Tetrachlorethen in die Trinkwasserversorgung durchsickern ließen.

Während kein erhöhtes Auftreten von Depressionen festgestellt werden konnte, ungeachtet der Exposition zu Tetrachlorethen, wurde bei Personen mit pränataler und früher Kindheitsexposition zu Perchlorethylen, eine Zunahme des Risikos für bipolare Störung (ein fast doppelt so hohes Risiko) und für PTBS (um 50 %) festgestellt, verglichen mit einer neutralen Gruppe.

Epidemiologin Dr. Ann Aschengrau der Boston University School of Public Health warnte, es sei unmöglich das genaue Maß an Perchlor zu berechnen, dem diese Leute ausgesetzt waren.

Während die Wasserunternehmen die Rohre spülen, um dieses Problem anzugehen, sind die Leute in den chemischen Reinigungs- und Textilindustrien, sowie durch Konsumgüter immer noch Tetrachlorethen ausgesetzt, und so bleibt das Potenzial für ein erhöhtes Risiko für psychische Krankheiten.
Quelle: Environmental Health, Jan. 2012

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