ADHS-Medikamente

Hyperkinetische Störungen / Aufmerksamkeitsdefizitstörungen

Liste

Arzneimittel, die bei der Behandlung dieser Störung eingesetzt oder entwickelt werden:

ADHS-Medikamente: Verschreibungen verfünffacht

16.09.2013 Weltweit ist der Einsatz von Psychostimulantien für die Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) und Autismus-Spektrum-Störungen im letzten Jahrzehnt deutlich gestiegen.

Skandinavische Forscher (Aarhus University, Lundbeck Foundation Initiative for Integrative Psychiatric Research, Hospital of Telemark) benutzten eine innovative Untersuchungsmethode, um die Veränderungen in den Behandlungsansätzen für Jugendliche und Kinder zu analysieren.

ADHS-Medikamente: Verschreibungen verfünffacht

Psychostimulantien-Verschreibungen um 500 % gestiegen

Sie entdeckten, dass der Gebrauch von stimulierenden Medikamenten in den letzten Jahren um das fünffache zugenommen hat.

Die Forscher studierten die Daten von mehr als 850.000 Kindern, die zwischen 1990 und 2001 in Dänemark in der größten und ersten prospektiven Studie teilgenommen haben, um die Änderungen bei der Behandlung hin zu ADHS-Medikamenten zu quantifizieren.

Einige Daten der ADHS-Medikamenten-Studie

Søren Dalsgaard, Helena Skyt Nielsen, und Marianne Simonsen fanden heraus, dass 61 Prozent der Kinder mit ADHS, 16 Prozent der Kinder mit ASD und 3 Prozent der Kinder mit anderen psychischen Störungen mit einem oder mehreren Medikamenten behandelt wurden.

Sie stellten fest, dass die Psychostimulantien Methylphenidat, Dexamphetamin und Atomoxetin in der Regel bei ADHS verschrieben wurden.

Die Überprüfung zeigt einen deutlichen Anstieg in den Rezeptverschreibungsraten dieser Medikamente in den Jahren 2003 bis 2010.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Aarhus University (Denmark), Lundbeck Foundation Initiative for Integrative Psychiatric Research (Denmark), Hospital of Telemark (Norway), Sept. 2013

ADHS-Arzneimittel scheinen Suizidalität nicht zu erhöhen

30.06.2014 Medikamente, die bei Aufmerksamkeitsdefizit / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) eingesetzt werden, scheinen das Risiko für Suizidversuche oder Selbstmord nicht zu erhöhen, und können tatsächlich eine schützende Wirkung entfalten, sagt eine neue schwedische Studie.

Frühere Forschungsstudien hatten angedeutet, dass ADHS-Medikamente das Risiko für suizidales Verhalten erhöhen können, laut den Autoren des neuen Berichts. Jedoch, so nehmen sie an, seien die Befunde jener Studien aufgrund der kleinen Größe oder der verwendeten Methoden fragwürdig.

Die neue Studie von Henrik Larsson vom Karolinska Institut in Stockholm begleitete fast 38.000 Menschen in Schweden, die zwischen 1960 und 1996 mit ADHS diagnostiziert worden waren.

Larssons Team untersuchte die Häufigkeit suizidalen Verhaltens von 2006 bis 2009 - sowohl während der Phasen, in denen ADHS Medikamente eingenommen wurden, als auch währenddessen sie nicht zum Einsatz kamen.

Das Ergebnis: Die Studie fand keine Belege dafür, dass die Einnahme von ADHS-Arzneimitteln das Risiko für Suizidversuche oder Selbstmord erhöht, berichteten die Forscher im British Medical Journal (BMJ).
"Unsere Arbeit demonstriert sogar eher, dass ADHS-Arzneimittel eine schützende Wirkung haben können", sagte Larsson.

Die Autoren sagten, die Befunde ihrer Studie sind besonders fest; zum einen aufgrund der hohen Anzahl der Teilnehmer und zum anderen, weil Patienten verglichen wurden, während sie die Medikamente nahmen und während sie sie nicht einnahmen.

Larsson bemerkte, dass viele Populationsstudien zu Risiken bei bestimmten Medikamenten "versäumen, die Unterschiede zwischen den Personen, die die Medikamente nehmen, und jenen, die sie nicht nehmen, zu berücksichtigen. Dies ist eine kritische Beschränkung, da (ADHS-)Medikamente-einnehmende Personen normalerweise schwerer erkrankt sind als die anderen."

© PSYLEX.de - Quelle: Karolinska Institut/British Medical Journal, Juni 2014

ADHS-Medikamente hemmen Wachstum von Kindern nicht

24.09.2014 Psychostimulantien - wie Ritalin und Concerta - zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefizit- /Hyperaktivitätsstörung (ADHS) hemmen nicht das Wachstum von Kindern, laut einer neuen Studie.

Slavica Katusic von der Mayo Clinic in Rochester, USA, bemerkte, dass die Ergebnisse früherer Studien verschiedene Ergebnisse gezeigt hatten: einige wiesen auf eine Wachstumsverzögerung durch ADHS-Medikamente, andere nicht. Aber, die meisten vorherigen Studien haben Limitationen: sie hatten zu wenige Kinder oder lückenhafte Informationen über die letztliche Größe im Erwachsenalter.

Körpergröße

Katusic sagte, dass die vorliegende Studie einzigartig sei, weil sie drei Gruppen von Kindern miteinander verglich:

  1. in der ersten Gruppe waren Kinder mit ADHS, die Stimulantien einnahmen,
  2. die 2. Gruppe beinhaltete Kinder mit ADHS, die keine Medikamente einnahmen,
  3. in der 3. Gruppe waren Kinder ohne ADHS.

Diesen Personen wurde von der Kindheit bis ins Erwachsenenalter gefolgt, sagte sie.

Katusics Team untersuchte 340 Kinder mit ADHS und 680 ohne die Bedingung. "Wir ermittelten die Höhe (Größe) im Kindes- und Erwachsenenalter", sagte sie.
Die durchschnittliche Nachtestzeit war 26 Jahre bei Teilnehmern mit ADHS und 23 Jahre bei TN ohne ADHS.
Etwa 70 Prozent der Teilnehmer mit ADHS nahm Psychostimulantien für mehr als drei Monate ein.

Es gab keinen Unterschied bei der Höhe im Erwachsenalter zwischen jenen, die ADHS-Medikamente einnahmen, und jenen, die es nicht taten, schrieben die Forscher in der Zeitschrift Pediatrics.

"Aber trotz unserer Befunde sollten die Ärzte das Wachstum überwachen, wenn sie sich für eine Behandlung mit diesen Medikamenten entscheiden", sagte sie. "Unsere Studie sagt: es gibt keinen Grund zur Sorge, aber jeder Mensch ist anders, und man muss immer aufpassen."

© PSYLEX.de - Quelle: Pediatrics / Mayo Clinic Rochester, September 2014

Keine Wirkung bei kleinen Kindern

Hyperkinetische Störungen

16.03.2013 Eine neue Forschungsstudie zeigt, dass viele kleine Kinder mit moderater bis schwerwiegender Aufmerksamkeitsdefizit/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) bedeutende Symptome haben, trotz Behandlung mit Medikamenten.

Der Befund ist immens wichtig, da ADHS zu einer immer häufigeren Diagnose in der frühen Kindheit wird. Forscher fanden, dass 9 von 10 kleinen Kindern mit moderater bis schwerwiegender Aufmerksamkeitsdefizitstörung (ADHS) weiterhin schwerwiegende Symptome und Beeinträchtigung zeigten, lange nach der Diagnose und Behandlung mit den üblichen ADHS-Medikamenten.

Studie mit Vorschulkindern mit ADHS über sechs Jahre

Die Studie, herausgegeben in der Zeitschrift Journal of the American Academy of Child and Adolescent Psychiatry, wurde von Forschern des Johns Hopkins Childrens Center geführt. Die Forscher sagen, dass die Studie die größte Langzeituntersuchung ist, die mit Vorschulkindern mit ADHS bislang gemacht wurde.

Experten sagen, dass die Forschung bedeutsame Einblicke auf den natürlichen Verlauf eines Leidens liefert, das in einem zunehmend früheren Alter diagnostiziert wird.

ADHS Medikamente zeigen keine Wirkung
ADHS Medikamente zeigen keine Wirkung
(Symbolfoto)

Medikamente zeigten keine Wirkung

Die Studie zeigt, dass fast 90 Prozent der beobachteten 186 Jungen sechs Jahre nach der Diagnose ADHS Symptome hatten; Kinder, die ADHS-Medikamente nahmen, hatten ebenso schwerwiegende Symptome wie jene, die keine nahmen.

Kinder mit ADHS im Alter von 3 bis 5 nahmen an der Studie teil und wurden für mehrere Monate behandelt; danach wurden sie an Kinderärzte wegen der fortgesetzten Behandlung überwiesen.

Während der nächsten sechs Jahre verwendeten die Forscher detailierte Berichte der Eltern und Lehrer, um das Verhalten, die Schulleistung der Kinder zu verfolgen, und die Häufigkeit und den Schweregrad von drei der ADHS kennzeichnenden Symptome festzustellen: Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität.

Die Kinder wurden von den Klinikern der Studie am Anfang, nach der Hälfte und am Ende der Untersuchung einer vollständigen Diagnose unterzogen.

Ohne Medikamente zeigten sich weniger Symptome als mit

Die ADHS-Medikamente schienen keinen Unterschied bei mehr als zwei Dritteln der Kinder zu machen. Wie sich bei den Schweregraden der Symptome zeigten, gab es keinen Unterschied zwischen Kindern, die Medikamente bekamen und denen, die keine bekamen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry, März 2013

Senkung des Suizidrisikos

03.02.2016 Obwohl sich die öffentliche Aufmerksamkeit vorwiegend auf die potentiellen (unerwünschten) Nebenwirkungen von ADHS-Medikamenten fokussiert, zeigt eine aktuelle Forschung der Universität Montreal, dass sie das Suizidrisiko zu senken scheinen.

Im letzten Jahrzehnt erhöhte sich die medikamentöse Behandlung von ADHS in Quebec um fast das Dreifache: auf 9% bei 10 Jahre alten Jungen und 4% bei 15-jährigen. Die Suizidrate in Quebec halbierte sich jedoch um fast 50 Prozent in dieser Zeit bei 15-19 jährigen Jugendlichen.

Dies widerspricht der Gesundheitswarnung von Health Canada [und anderen Arzneimittel-Behörden], die Black-Box-Warnungen (besonders hervorgehobener Warnhinweis) zum suizidalen Potential dieser Medikamente herausgegeben haben, so die Wissenschaftler.

"Der verstärkte Einsatz von ADHS-Arzneimitteln zeigt eindeutig, dass sie das Risiko für Suizid tatsächlich reduzieren statt vergrößern können", sagte Koautor Dr. Edouard Kouassi.

Die Forscher glauben, dass ein genauerer Blick auf die mit diesen Medikamenten verbundenen klinischen Ergebnisse ihren Nutzen für die psychische Verfassung zeigen würden (dazu auch eine schwedische Studie) - inkl. der Reduktion des Selbstmordrisikos.

Möglicher Grund - Erklärung

Randomisierte kontrollierte Studien haben gezeigt, dass die ADHS-Medikation die üblichen Symptome der Hyperaktivität und Aufmerksamkeitsmangels lindern, sagten die Forscher in der Zeitschrift The Lancet Psychiatry. Sie geht auch mit Verbesserungen bei Schulleistung, Selbstbewusstsein, Verhaltensstörungen, Drogenmissbrauch und Schwangerschaften bei Mädchen einher.

Tatsächlich sind diese Störungen und prekären sozialen Situationen mit einem besonders hohen Suizidrisiko verbunden, und nicht die Einnahme dieser Medikamente - die im Gegenteil, Suizid sogar verhindern können, sagten die Autoren.

Und so können die Black-Box-Warnungen von Health Canada [und anderer Arzneimittel-Regulierungsbehörden] zu einer Verringerung der Verschreibungen dieser ADHS-Arzneimittel führen, weil sich die Eltern Sorgen um die Gesundheit ihrer Kinder machen, obwohl grade diese Medikamente sie schützen könnten, schließen die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Montreal, The Lancet Psychiatry; Feb. 2016

Osteopenie: Medikamente mit verringerter Knochengesundheit verbunden

04.03.2016 Kinder und Jugendliche, die Medikamente wegen Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) einnehmen, zeigen eine verringerte Knochendichte laut einer großen Querschnittsstudie, die auf der Jahrestagung der American Academy of Orthopaedic Surgeons 2016 vorgestellt wurde.

In dieser Studie identifizierten die Forscher 5.315 pädiatrische Patienten in der National Health and Nutrition Examination Survey der CDC und verglichen die ADHS-Medikamente einnehmenden Kinder mit Kindern der Umfrage, die keine solchen Medikamente einnahmen.

Osteopenie

knochenaufbau
Bild: U.S. National Cancer Institute (Knochenaufbau)

Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder, die ADHS-Medikamente einnahmen, niedrigere Knochendichten im Femur, dem Oberschenkelhals und der Lendenwirbelsäule zeigten.

Etwa 25 Prozent der Umfrageteilnehmer auf ADHS-Medikamenten erfüllten die Kriterien für Osteopenie - eine Minderung der Knochendichte und Vorstufe zur Osteoporose (obwohl nicht jeder mit Osteopenie auch Osteoporose bekommt) - und dies war signifikant höher im Vergleich zu Teilnehmern, die keine Medikamente einnahmen.

Drohende Osteoporose und andere langfristige Gesundheitseinbußen

Obwohl sich eine geringe Knochendichte erst später im Leben zu einer Osteoporose ausbildet und das Risiko für poröse und brüchige Knochen erhöht, könnte Osteopenie bei Kindern theoretisch langfristige Auswirkungen haben und zu einer schlechten Gesundheit der Knochen im Erwachsenenalter führen, weil während des Knochenwachstums in Kindheit und Jugend den Knochen Masse und Kraft zufließen, sagte Studienautorin Dr. Jessica Rivera, orthopädische Ärztin vom U.S. Army Institute of Surgical Research.

Die in der Studie von den Patienten eingenommenen Medikamente waren:

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Ernährungsprobleme - Präventivmaßnahmen

Diese Medikamente können Magen-Darm-Probleme verursachen, wie verminderten Appetit und Magenverstimmung, was zu einer schlechten Ernährung und reduzierter Kalziumaufnahme führen kann. Die Medikamente können auch die Knochendichte verringern, weil sie das sympathische Nervensystem verändern, das eine wichtige Rolle beim Knochenumbau bzw. Regeneration spielt.

Dr. Rivera sagte: Weil das hauptsächliche Skelettwachstum bis zum Alter von 18-20 passiert, sollten Ärzte um die potenzielle Gefahr durch ADHS-Medikamente bei der Reifung der Knochen wissen und Ernährungsberatung und andere vorbeugende Maßnahmen ins Auge fassen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: U.S. Army Institute of Surgical Research, American Academy of Orthopaedic Surgeons; März 2016

Timing der ADHS-Medikation beeinflusst Risiko für Drogenmissbrauch

14.06.2016 Eine neue im Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry veröffentlichte Studie der Michigan Universität untersuchte den Gebrauch von stimulierenden ADHS-Medikamenten und dem Potenzial für Substanz-Missbrauch unter Jugendlichen.

Alter und Zeitraum

Die Forscher entdeckten, dass Kinder, die Ritalin, Adderall oder andere stimulierende Medikamente (Psychostimulanzien) zur Behandlung von ADHS über einen längeren Zeitraum (6 oder mehr Jahre) früh im Leben (im Alter von 9 Jahren oder jünger) einnehmen, kein größeres Risiko für Drogenmissbrauch in der späteren Adoleszenz zeigen als Teenager ohne ADHS.

Teenager jedoch, die Stimulanzien wegen Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung für eine kurze Zeit (2 Jahre oder weniger und 3-5 Jahre) später in der Adoleszenz einnahmen (im Alter von 10-14 und älter) hatten ein höheres Risiko für die Entwicklung von Substanzmissbrauch.

Die Studie berücksichtigte die Daten (2005 bis 2014) von 40.000 Personen aus 10 Kohorten, die Fragen zu ihrer ADHS-Medikation und Substanzmissbrauch beantworteten.

Die Studie ist weithin generalisierbar, da die große Populationsgröße den Forschern erlaubte, den Gebrauch der vom Arzt verschriebenen ADHS-Medikamente nach Geschlecht zu trennen.

Keine Geschlechterunterschiede

Die Ergebnisse zeigen keine Geschlechterunterschiede bei allen Verbindungen zwischen stimulierenden Medikamenten zur Behandlung von ADHS und Gefahr des Substanzmissbrauchs, sagte Studienautor Sean Esteban McCabe.

Doch männliche Teilnehmer nahmen mit größerer Wahrscheinlichkeit stimulierende Medikamente zur ADHS-Behandlung, während es keine Geschlechtsunterschiede bei den nicht-stimulierenden Medikamenten gab.

Angesichts dessen, dass eine höhere Gefahr für Drogenkonsum von einer späteren Einleitung stimulierender Medikamente zur Behandlung von ADHS während der Adoleszenz ausgeht, empfehlen die Forscher, diese Untergruppe sorgfältig auf präexistierende Risikofaktoren und ein Verhalten zu kontrollieren, dass auf die Einnahme von Drogen hinweist.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Michigan Universität, Journal of the American Academy of Child & Adolescent Psychiatry - DOI: 10.1016/j.jaac.2016.03.011; Juni 2016

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