Schlafmangel kann ADHS auslösen

Psychologie-Lexikon - Hyperkinetische Störungen

Eine provozierende neue finnische Studie sagt, dass die kurze Schlafdauer von Kindern sogar ohne Schlafstörungen das Risiko für Verhaltenssymptome von ADHS erhöht.

Schlafdauer hat abgenommen

Während der letzten Jahrzehnte hat die Schlafdauer in vielen Ländern abgenommen; es wird geschätzt, dass in den Vereinigten Staaten ein Drittel der Kinder unter unzulänglichem Schlaf leiden.

Es ist hypothetisch angenommen worden, dass Schlafentzug bei Kindern eher Müdigkeit als Verhaltenssymptome zeigt, aber nur wenige Studien haben diese Hypothese untersucht.

Forscher an der Universität von Helsinki und dem nationalen Institut für Gesundheit und Wohl, Finnland, haben geprüft, ob Schlafmangel zu Verhaltensproblemen führt, die jenen, die Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) zeigen, ähnlich sind.

280 gesunde Kinder (146 Mädchen und 134 Jungen) nahmen an der Studie teil. Die Forscher verfolgten den Schlaf der Kinder mit Hilfe des elterlichen Berichts wie auch Aktigraphe bzw. Geräte, die um das Handgelenk getragen werden, um den Schlaf zu überwachen.

Höhere Hyperaktivität und Impulsivität bei weniger Schlaf

Die Kinder, deren durchschnittliche Schlafdauer, weniger als 7,7 Stunden betrug (vom Aktigraphen gemessen), erzielten eine höhere Hyperaktivität und Impulsivität, und hatten einen höheren ADHS Endscore, aber ähnliche Unaufmerksamkeitspunkte wie jene, die länger schlafen konnten.

In multivariaten statistischen Modellen blieb Schlafmangel eine statistisch bedeutsame Vorhersagevariable für Hyperaktivität und Impulsivität, und Schlafstörungen sind mit Hyperaktivität, Impulsivität und Unaufmerksamkeit verbunden. Es gab keine bedeutsamen Interaktionen zwischen kurzem Schlaf und Schlafschwierigkeiten.

Schlafstörungen und ADHS

"Wir waren in der Lage zu zeigen, dass Schlafmangel und Schlafschwierigkeiten mit Verhaltenssymptomen von ADHS verbunden sind, und konnten auch zeigen, dass wenig Schlaf per se Verhaltenssymptome steigert ohne Rücksicht auf die Präsenz von Schlafstörungen", sagte Forscherin Juulia Paavonen, MD.

"Die Befunde sagen, dass adäquate Schlafpläne bei Kindern anzuwenden sind. Sie sind können wahrscheinlich Verhaltenssymptome von ADHS etc. verhindern bzw. hemmen. Jedoch, obwohl Schlafmangel Potential zu haben scheint, Verhalten und Leistung zu beeinträchtigen, werden Interventionsstudien benötigt, um die Kausalität zu bestätigen", sagt Paavonen".

Quelle: University of Helsinki 2009

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