ADHS: Schützt Sonnenlicht?

Hyperkinetische Störungen

03.04.2013 An Orten mit viel Sonnenlicht gibt es weniger Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit- / Hyperaktivitätsstörung (ADHS) laut einer neuen Forschungsstudie in den USA.

Statistischer Zusammenhang mit Sonnenlicht

Dies ist die erste Studie, die eine statistisch bedeutende Verbindung zwischen Sonnenlicht "Solarintensität" und Aufmerksamkeitsdefizit-Störung zeigt, sagte L. Eugene Arnold, M.D, ADHS Experte und emeritierter Professor der Psychiatrie der Ohio State University.

Die Studie konnte mehrere andere mögliche Erklärungen für die geografische Variabilität, einschließlich niedriges Geburtsgewicht, Säuglingssterblichkeit, sozioökonomische Unterschiede und Breitengrad, ausschließen.

ADHS: Zusammenhang mit Sonnenlicht

Jedoch bemerkten die Forscher, dass andere unbekannte Faktoren zu ADHS an sonnigen Orten beitragen könnten. Zum Beispiel haben einige sonnige Staaten im Südosten - einschließlich Floridas - keine geringeren Raten von ADHS.

Und das nicht so sonnige Illinois hatte eine ADHS Rate von 6,2 % (identisch mit Kalifornien). Ohios Rate lag bei 13 Prozent.

Computerlicht irritiert biologische Uhr

Studienautor Martijn Arns von der Utrecht Universität in den Niederlanden vermutete, dass unsere biologischen Uhren helfen, die scheinbare Verbindung mit der Sonnenlicht Exposition zu erklären. Da die Menschen überall auf der Welt immer mehr Zeit vor Computern und Mobilgeräten vor dem Schlafengehen verbringen, bekommen sie weniger guten Schlaf.

"Das blaue Licht (der Geräte) verhindert die Aktivität von Melatonin, welches uns auf natürliche Weise auffordert, schlafen zu gehen", sagte Arnold.

Vitamin D Mangel wohl nicht Ursache

In der Theorie könnte viel Sonnenlicht an einigen Orten helfen das auszugleichen, sagte er.

Arns sagte, dass Vitamin D wohl nicht für die Ergebnisse verantwortlich sei, da eine andere neue große Studie keine Beziehung zwischen diesem Vitamin und Verhaltensproblemen bei Kindern zeigte.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Utrecht University, März 2013

Sonnenlicht und Klima: Auswirkungen auf ADHS, aber nicht auf Depression

Eine interessante neue Hypothese sagt, dass Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS), aber nicht Depression, im Zusammenhang mit der Intensität der Sonnenstrahlung steht.

D.h., dass ADHS nicht so oft vorkommt in Regionen mit hoher Sonnenlichtintensität, wie in Ländern mit wenig Sonne.

Ursachenforschung

Obwohl ADHS die am häufigsten vorkommende psychische Störung bei Kindern ist, kennen Wissenschaftler und Ärzte immer noch nicht ihre Ursachen.

Aber viele Menschen mit ADHS berichten über Schlafprobleme und -störungen, und Interventionen bei den Schlafstörungen, die einen normalen zyklischen Rhythmus wiederherstellen und dabei auch eine Lichttherapie miteinschließen, zeigten, dass sie ADHS Symptome verbessern konnten.

Man schätzt die weltweite Prävalenz von ADHS etwa auf 5 bis 7 Prozent, wobei das Vorkommen aber auch stark von der Region abhängig ist.

Ein einfacher visueller Vergleich von US-Daten (U.S. Centers for Disease Control and Prevention, U.S. Department of Energy) zeigt auf der Landkarte eine interessante Korrelation zwischen ADHS Prävalenzraten und der Solarintensität (Sonnenlicht).

Martijn Arns und seine Kollegen sammelten und analysierten mehrere Datensätze aus den Vereinigten Staaten und neun anderen Ländern.

Sie fanden tatsächlich eine Beziehung zwischen der Intensität der Sonneneinstrahlung und der ADHS-Prävalenz.

Sowohl US-amerikanische als auch nicht-U.S. Regionen mit hoher Sonnenlichtintensität haben ein niedrigeres Vorkommen von Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörungen, was nahelegt, dass eine hohe Intensität der Sonnenstrahlung eine "Schutz-"Wirkung für ADHS haben könnte.

Zusammenhang mit Depression?

Die Forscher untersuchten die Daten auch hinsichtlich einer Beziehung zwischen Sonnenlicht und Autismus bzw. depressiver Störung. Sie stellten jedoch fest, dass die Befunde auf ADHS beschränkt sind und bei keiner der beiden anderen Störungen auftraten.

© PSYLEX.de - Quelle: Utrecht University, Research Institute Brainclinics, Leiden University, Ohio State University, Okt. 2013

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