ADHS und Zucker

Psychologie-Lexikon - Hyperkinetische Störungen

ADHS steht im Zusammenhang mit zuckerreicher, ungesunder Ernährung

21.10.2020 Es besteht ein Zusammenhang zwischen ADHS und Zucker bzw. den Ernährungsgewohnheiten. Dies geht aus einer im American Journal of Medical Genetics veröffentlichten Studie hervor.

Die Befunde zeigen einen Zusammenhang zwischen ADHS und einem erhöhten Konsum von Zucker und gesättigten Fettsäuren, und einem geringeren Verzehr von Obst und Gemüse, sagt Lin Li von der Örebro-Universität.

Fast 18.000 Zwillinge im Alter von 20 bis 47 Jahren wurden über das schwedische Zwillingsregister in die Studie aufgenommen. Sie haben einen Fragebogen zu Lebensstil und Gesundheit ausgefüllt.


Bild: pixabay

Die Forscher um Lin Li stellten fest, dass sowohl Unaufmerksamkeit als auch Hyperaktivität / Impulsivität mit den Ernährungsgewohnheiten in Verbindung gebracht werden können; diese Ergebnisse blieben über Alter, Geschlecht und sozioökologischen Status hinweg stabil.

Unaufmerksamkeit und Hyperaktivität

Durch die Verwendung der einzigartigen und großen Zwillingsstichprobe fand diese Studie zum ersten Mal heraus, dass die beiden Erbanlagen einige Gene gemeinsam haben könnten, schreiben die Wissenschaftler.

Auf der phänotypischen Ebene war Unaufmerksamkeit positiv verbunden mit Meeresfrüchten, fettreichen, zuckerreichen, proteinreichen Nahrungsmitteln und ungesunden Ernährungsmustern, wobei die Korrelationskoeffizienten von 0,03 bis 0,13 reichten.

Unaufmerksamkeit war negativ korreliert mit dem Verzehr von Obst, Gemüse und gesunden Ernährungsgewohnheiten, wobei die Korrelationskoeffizienten von -0,06 bis -0,07 reichten.

Hyperaktivität/Impulsivität und Ernährungsgewohnheiten zeigten ähnliche, aber schwächere Verbindungsmuster als Unaufmerksamkeit.

Die höchsten und niedrigsten genetischen Zusammenhänge bestanden zwischen Unaufmerksamkeit und zuckerhaltiger Nahrung bzw. zwischen Hyperaktivität/Impulsivität und ungesunder Ernährung.

Die Wissenschaftler erforschen Ernährungsgewohnheiten und ADHS, um ein besseres Verständnis dafür zu erhalten, warum es einen Zusammenhang gibt.

Ein besseres Verständnis könnte helfen zu erklären, warum Personen mit ADHS ein erhöhtes Risiko für verschiedene somatische Krankheiten wie Adipositas haben. Es kann auch neue Hypothesen für die genetische Forschung und Behandlungsalternativen hervorbringen, sagt Koautor Henrik Larsson.

Die veröffentlichte Studie ist der allererste Schritt, um ein klares Bild davon zu erhalten, wie ADHS mit den Ernährungsgewohnheiten zusammenhängt. Die Forscher können jedoch keine kausale Verbindung zwischen Zucker bzw. Ernährung und ADHS herstellen, aber die genetischen Verbindungen der beiden Merkmale könnten Hinweise und Unterstützung für zukünftige experimentelle und molekulare Forschungen liefern, sagt Lin Li.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: American Journal of Medical Genetics Part B: Neuropsychiatric Genetics (2020). DOI: 10.1002/ajmg.b.32825

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