Alzheimer und psychische Störungen, Krankheiten, Erkrankungen

Psychische Störungen erhöhen nicht das Risiko für Alzheimer-Krankheit

10.04.2017 Psychische Erkrankungen erhöhen nicht das Risiko für die Entwicklung der Alzheimer-Krankheit laut einer im Fachblatt European Psychiatry veröffentlichten neuen Studie der Universität Ostfinnlands.

Allerdings nimmt die Auftretenshäufigkeit psychiatrischer Diagnosen vor der Diagnose von Alzheimer zu, was von den prodromalen Symptomen der Alzheimerkrankheit abhängen könnte, schreiben die Forscher um V. Tapiainen.

Erhöhte Auftretenshäufigkeit (Prävalenz)

Stimmungsstörungen in der Krankengeschichte - wie Depression - oder jede andere psychische Störung, die mit einem erhöhten Risiko für die Alzheimerkrankheit verbunden war, die mindestens fünf Jahre vor der Diagnose von Alzheimer auftraten, wurden in der Studie in Betracht gezogen. Jedoch verschwanden die Verknüpfungen, wenn dieses Fenster auf 10 Jahre erweitert wurde.

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Die exponentielle Zunahme bei der Auftretenshäufigkeit psychiatrischer Störungen vor der Diagnose deutet an, dass einige dieser psychischen Erkrankungen tatsächlich prodromale Symptome (Vorläufer) der Alzheimerkrankheit gewesen sein könnten.

Differenzialdiagnostik

Das betont die Wichtigkeit einer adäquaten Differenzialdiagnostik bei der Alzheimerkrankheit. Auch unterstreichen die Ergebnisse die Wichtigkeit, das richtige Zeitfenster zu verwenden, in dem die Risikofaktoren neurodegenerativer Krankheiten mit einer langen Ausbruchsphase bewertet werden, sagen die Wissenschaftler. Ansonsten könnten die identifizierten "Risikofaktoren" tatsächlich Manifestationen der neurodegenerativen Krankheit sein.

Es sollte auch zur Kenntnis genommen werden, dass, obwohl psychiatrische Störungen 10-40 Jahre zuvor diagnostiziert wurden, Alzheimerkrankheit nicht mit einem höheren Risiko verbunden war, die Lebenserwartung von Personen mit psychischen Erkrankungen verkürzt war und ist, schreiben die Forscher. So waren die Personen mit psychiatrischen Störungen, die lange genug lebten, um Alzheimer zu entwickeln, eine ausgewählte Stichprobe aller Personen mit psychiatrischen Erkrankungen.

Die Studie der MEDALZ-2005 Kohorte untersuchte alle finnischen ambulanten Patienten mit klinisch bestätigter Alzheimer Erkrankung Ende 2005 und auf Alter, Geschlecht und Gebiet des Wohnsitzes abgestimmter Kontrollteilnehmer (Anzahl der Paare = 27.948). Die Krankengeschichten psychischer Störungen seit 1972 wurden aus dem finnischen Krankenhaus-Entlassungsregister entnommen. Chronische Störungen und Substanz-Missbrauch wurden in Betracht gezogen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Ostfinnland, European Psychiatry - DOI: 10.1016/j.eurpsy.2017.02.486; April 2017

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