Angststörung

Psychische Störungen

Auf dieser Seite finden Sie eine kleine Übersicht über Angststörungen, sowie Verweise auf neue Forschungsergebnisse bezüglich unterschiedlicher übertriebener Ängste und ihrer Behandlungen.

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Liste der Angststörungen

Wenn die Furcht krankhaft und zur Störung wird.

Agoraphobie (mit und ohne Panikstörung)

Agoraphobie (mit und ohne Panikstörung)
Relativ gut definierte Gruppe von Phobien, mit der Angst, das Haus zu verlassen, Geschäfte zu betreten, in Menschenmengen und auf öffentlichen Plätzen zu sein, alleine mit Bahn, Bus oder Flugzeug zu reisen.

Soziale Phobie - Soziale Phobien

Angst vor sozialen Situationen, wie Angst vor Menschen zu sprechen etc. Dabei entstehen oft auch Sekundärängste wie Angst vor dem eigenen Erröten, Händezittern, Übelkeit oder Drang zum Wasserlassen äußern. Dabei meint die betreffende Person manchmal, dass eine dieser sekundären Manifestationen der Angst das primäre Problem darstellt. Die Symptome können sich bis zu Panikattacken steigern.

Furcht vor prüfender Betrachtung durch andere Menschen, die zu Vermeidung sozialer Situationen führt.

Spezifische (isolierte) Phobie / Phobien

Angststörung, die auf eng umschriebene Situationen wie Nähe von bestimmten Tieren, Höhen, Donner, Dunkelheit, Fliegen, geschlossene Räume, Urinieren oder Defäkieren auf öffentlichen Toiletten, Genuß bestimmter Speisen, Zahnarztbesuch oder auf den Anblick von Blut oder Verletzungen beschränkt ist.

Weitere Phobien: Liste der Phobien

Panikstörung [episodisch paroxysmale Angst]

Merkmale sind z.B. plötzlich auftretendes Herzklopfen, Brustschmerz, Erstickungsgefühle, Schwindel und Entfremdungsgefühle (Depersonalisation) oder Derealisation), Furcht zu sterben, Angst vor Kontrollverlust oder wahnsinnig zu werden.

Generalisierte Angststörung

Die Angst ist generalisiert und anhaltend. Sie ist nicht auf bestimmte Umgebungsbedingungen beschränkt, oder auch nur besonders betont in solchen Situationen, sie ist vielmehr "frei flottierend".

Weitere Infos, Forschung und News speziell zur Generalisierten Angststörung.

Außer der Reihe:

Nachtangst (Pavor nocturnus)

(Warum) Angst stinkt

Ein neue Studie zeigt, dass wenn Menschen verängstigt sind, ursprünglich neutrale Gerüche unangenehm werden.

Negative Feedbackschleife

Laut den Forschern kann dies zu einer negativen Feedbackschleife führen, die die seelische Bedrängnis erhöhen, und in Probleme wie Angststörung und Depression resultieren kann.

Mit Hilfe von behavioralen Techniken und funktioneller Kernspintomographie (fMRT) untersuchte das Forscherteam der Psychologin Dr. Wen Li (Universität von Wisconsin-Madison Waisman Center) die Gehirnaktivitäten von zwölf verängstigten Personen, während diese neutrale Gerüche schnupperten.

Neutrale Gerüche rochen abstossend

Vor dem Beginn der MRT, in der sich die Probanden eine Serie beängstigende Bilder und Texte ansahen, wurden sie einer Reihe neutraler Gerüche ausgesetzt, die von ihnen beurteilt werden sollten.

Sobald sie aus der MRT entlassen wurden, sollten sie die neutralen Gerüche erneut bewerten. Dieses Mal beurteilten die meisten Teilnehmer die Gerüche negativ (die sie zuvor als neutral bewertet hatten).

Im Verlauf des Experiments, beobachteten die Forscher, dass zwei bestimmte und normalerweise unabhängige Schaltkreise des Gehirns - der eine auf die Geruchsverarbeitung, der andere auf Emotion spezialisiert - sich unter den Bedingungen der Angst miteinander verknüpften.

Geruchs- und emotionales System arbeiten bei Angst zusammen

"Bei der typischen Geruchsverarbeitung wird normalerweise nur das Geruchssystem aktiviert", sagte Li.
"Aber, wenn eine Person ängstlich ist, schaltet sich das emotionale System hinzu."

Obwohl die zwei Systeme des Gehirns nebeneinander liegen, gibt es unter normalen Umständen nur wenig Interaktion zwischen den beiden, sagte er. Jedoch, in der Situation der induzierten Angst, beobachteten die Forscher die Entstehung eines einheitlichen Netzwerks zwischen den beiden Systemen.

"Wir erfahren etwas, das uns einen Schrecken einjagt, und als Ergebnis sehen wir die Welt negativer", sagte Li.

Teufelskreislauf hin zur Angststörung

"Die Umwelt/Umgebung riecht schlecht im Kontext der Ängstlichkeit. Dies kann sich zu einem Teufelskreislauf entwickeln, der einen hinsichtlich eines klinischen Zustands der Angst (also Angststörung) anfälliger macht, wenn sich die Effekte akkumulieren.
Es kann potentiell zu einer höheren Ebene emotionaler Störungen mit steigendem umgebungssensorischen (durch die andere Wahrnehmung der Umgebung) Stress führen."

© PSYLEX.de - Quelle: Universität von Wisconsin-Madison, Sept. 2013

Ursachen

Psychische Störungen - Angststörungen

Angststörungen bei Erwachsenen werden durch eine Vielzahl von Einflüssen bei fast der Hälfte der Erwachsenen im Anschluss an eine psychische Störung in Jugend und Jugendalter ausgelöst.

Tatsächlich sind die in der Jugend wahrgenommenen Krankheiten Anhaltspunkte dafür, welche Arten von Angststörungen - es gibt mehrere - die Jugendliche als Erwachsene haben würden.

Unterschiedliche Wurzeln

Die Ergebnisse einer Studie unterstreichen die Wichtigkeit der Frühdiagnose und Verhütung von Angststörungen und zeigen, dass verschiedene Angststörungen unterschiedliche Wurzeln haben können. Die NIMH finanzierte die Studie, die in der Februarausgabe des Archives of General Psychiatrys herausgegeben worden ist.

Angststörungen befinden sich unter den häufigsten psychischen Krankheiten. 28,81 Prozent der US-amerikanischen Erwachsenen erhalten im Laufe ihres Lebens eine Diagnose pathologischer Angst. Es gibt verschiedene klinische Ängste: soziale und andere Phobien, posttraumatische Belastungsstörung (PTBS), generalisierte Angststörung, Panikstörung und Zwangsneurose.

Zusammenhänge, Verbindungen

In dieser Studie prüften Forscher die psychiatrischen Anamnesen (11 bis 32) von 9.632 Erwachsenen. 232 Erwachsene mit Angststörungen hatten in der Kindheit psychische Krankheiten - ein Drittel von ihnen Angststörungen, gefolgt von Depression.

Die Forscher fanden auch Verbindungen zwischen einigen Störungen, die im Erwachsenenalter diagnostiziert wurden, und jenen in der Jugend.

Es sollte also die psychiatrische Anamnese der Betroffenen bei Diagnose, Prävention und Behandlung von Angststörungen beachtet werden, schreiben die Autoren der Studie.

Quelle: NIH/National Institute of Mental Health - 2007.

Artikel zu weiteren möglichen Ursachen

Folgen

Psychische Folgen

Psychische Folgen können z.B. sein: Depressionen, somatoforme Störungen und Substanzstörungen.

Körperliche Folgen

Angststörungen mögen Konditionen der psychischen Gesundheit sein, aber sie können eine Anzahl von körperlichen Problemen verursachen.

Das University of Maryland Medical Center listet diese physischen Komplikationen auf, die sich aus ständiger, großer Angst ergeben können:


Quelle: University of Maryland, Juli 2011

Angst kann das Gehirn schädigen

Leichte kognitive Beeinträchtigung ist bekannt dafür, das Risiko für Alzheimer zu erhöhen; eine neue Studie zeigt nun, dass Angst dieses Risiko beträchtlich erhöht.

Die Befunde der in The American Journal of Geriatric Psychiatry veröffentlichten Studie zeigen zum ersten Mal, dass Angstsymptome bei Personen mit leichter kognitiver Beeinträchtigung (LKB; auch Leichte kognitive Störung genannt) das Risiko für einen schnelleren Verlust von kognitiven Funktionen erhöhen - unabhängig von Depression (einem anderen Risikomarker). Bei LKB-Patienten mit leichter, moderater oder schwerwiegender Angst stieg das Alzheimerrisiko um 33, 78 bzw. 135 Prozent.

Angst bei alter Frau
Bild: Gerd Altmann (pixabay)

Das Forscherteam des Baycrest Health Sciences' Rotman Research Institute stellte auch fest, dass LKB-Patienten, die irgendwann von Angstsymptomen in der Nachtestperiode berichtet hatten, größere Raten der Atrophie (Schwund) in den Regionen des Temporallappens zeigten - die Schläfenlappen des Gehirns sind besonders wichtig, um Erinnerungen abzuspeichern, und sind von der Alzheimerentwicklung betroffen.

Für die Studie griffen die Forscher auf die Daten einer Alzheimer-Forschungsarbeit mit 376 Erwachsenen mit LKB im Alter von 55 bis 91 zu, bei denen über drei Jahre (alle sechs Monate) das Gehirn mit bildgebenden Verfahren auf strukturelle Veränderungen untersucht worden waren; außerdem wurden Angst, Depression und kognitive Veränderungen erfasst. Alle Teilnehmer hatten einen niedrigen Depressionsscore, so dass dieser Risikofaktor ausgeschlossen werden konnte.

"Unsere Befunde legen nahe, dass Kliniker Menschen mit Gedächtnisproblemen routinemäßig auf Angststörungen, Ängste screenen sollten, denn Angst signalisiert, dass diese Personen ein größeres Risiko für die Entwicklung von Alzheimer haben", sagte die leitende Autorin Linda Mah.

© PSYLEX.de - Quelle: The American Journal of Geriatric Psychiatry / Baycrest Health Sciences' Rotman Research Institute, November 2014

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