Körperdysmorphe Störung - Dysmorphophobie - Körperbildstörung

Angststörungen - Phobien

Definition

Dysmorphophobie aka Körperdysmorphe Störung (engl. Body Dysmorphic Disorder) aka Körperbildstörung

Diese psychische Störung gehört zu den spezifischen Phobien und bezeichnet die Angst davor, körperlich entstellt zu sein oder zu werden, hässlich zu sein.

Andere Bezeichnungen für die Dysmorphophobie: Körperdysmorphe Störung (DSM-IV), Wahnhafte Dysmorphophobie (F22.8 ICD-10), Entstellungssyndrom, Hypochondrische Störung Dysmorphophobie (nicht wahnhaft) F45.2, Schönheitshypochondrie, Hässlichkeitskümmerer, Körperbildstörung (engl. Body Image Disturbance), body dysmorphic disorder (BDD); s.a. Psychologie der Hässlichkeit.

Dysmorphophobie kommt aus dem Griechischen und wird übersetzt: dys = schlecht, miss; morphé = Gestalt; phobos = Angst.

(Dysmorphobie: diese Bezeichnung dürfte nicht richtig sein und ist vielleicht aufgrund eines Fehlers entstanden und dann oft kopiert worden, obwohl diese Bezeichnung auf vielen französischen Seiten zu sehen ist). Missgestaltungsfurcht sollte eher durch Missgestaltungsangst ersetzt werden.

Online-Therapie

15.02.2016 Internetbasierte Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) kann Menschen mit einer Dysmorphophobie helfen laut einer Studie des Karolinska Institutet und des King's College London.

Online-KVT vs. supportive Therapie

In der bislang größten klinischen Studie zur körperdysmorphen Störung untersuchten die Forscher die Wirksamkeit von übers Internet geführter kognitiver Verhaltenstherapie für Dysmorphophobie (BDD-NET) im Vergleich zu einer online geleiteten supportiven Therapie (SUPP).

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Bild: splitshire

Keiner der 94 erwachsenen Patienten mit Körperbildstörung hatte während der 12-wöchigen Behandlung direkten Kontakt mit dem Therapeuten und die Teilnehmer wurden unmittelbar und 3 Monate nach Therapieende erneut auf die Auswirkungen getestet.

Verbesserungen

BDD-NET führte zu bedeutenden Verbesserungen bei Symptomschweregrad, Depression und Lebensqualität verglichen mit der stützenden Behandlung. Diese Verbesserungen wurden mindestens drei Monate nach der Ende aufrechterhalten.

56% im BDD-NET-Arm sprachen auf die Behandlung an (definiert mit einer Reduktion der Symptome um 30% oder mehr), aber nur 13% im SUPP-Arm. 39% in der BDD-NET-Gruppe entsprachen nicht mehr den diagnostischen Kriterien für Körperdysmorphe Störung.

Teilnehmer der supportiven Therapiegruppe, die nach sechs Monaten zu BDD-NET wechselten, verbesserten ebenfalls ihre Symptome.

Nebenwirkungen, Zufriedenheit

Schwerwiegende unerwünschte Wirkungen wurde nicht berichtet, und die meisten Teilnehmer waren trotz fehlenden persönlichen Kontakts mit dem Therapeuten mit BDD-NET zufrieden und erachteten die Behandlung als hoch akzeptabel.

Trotz einiger Studienbeschränkungen hat BDD-NET das Potenzial den "Zugang zu evidenzbasierter psychiatrischer Behandlung für diese psychische Störung zu verbessern", sagten die Autoren Jesper Enander, Erik Andersson und David Mataix-Cols in der Zeitschrift British Medical Journal.

BDD-NET könnte in einem abgestuften Versorgungsansatz besonders nützlich sein, fügten sie hinzu. Leicht bis mittelschwer betroffene Patienten könnten internetbasierte kognitive Verhaltenstherapie von ihrem "Hausarzt oder einem anderen Gesundheitsdienstleister bekommen, wodurch Ressourcen für schwerwiegendere und komplexe Patienten frei würden, die in spezialisierten Settings behandelt werden müssen."

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Karolinska Institutet, King's College London, British Medical Journal; Feb. 2016

Kognitive Therapie

Dysmorphophobie und Kosmetische Chirurgie

Menschen mit Dysmorphophobie (BDD - Body Dysmorphic Disorder) nutzen oft die Angebote der kosmetischen Chirurgie, um diese psychische Störung anzugehen.

Zum Beispiel würden sie sich eine Nasenkorrektur machen lassen, um ein psychisches Gesundheitsproblem zu behandeln, oder ihre Zähne weiß machen lassen, um eine schwerwiegende Angststörung zu überwinden.

Die übermäßige Nutzung (und Unzufriedenheit mit) Schönheitspflege / Schönheitsbehandlungen zusammen mit zwanghaften Ritualen und sozialer Isolation, ist was die an die Universität von Montreal angegliederten Wissenschaftler hoffen, mit einer neuartigen Therapie bekämpfen zu können, um die Körperbildstörung (BDD) befriedigend behandeln zu können.

Körperdysmorphe Störung: eine Krankheit?

Körperdysmorphe Störung ist keine bekannte Krankheit. Sie ist von einer bedeutenden Unzufriedenheit mit der eigenen Erscheinung, besonders durch die wahrgenommenen 'Fehler', charakterisiert.

Einbezogen in die Kategorie der Zwangsstörungen, führt diese psychische Störung zu rituellem Verhalten und sozialer Isolierung. Obwohl jeder Körperteil das Objekt dieser fixen Ideen werden kann, fokusieren sich jene, die an Dysmorphophobie leiden, am häufigsten auf Haut, Augen, Nase, Zähne, Gesäß, Haar oder Brüste bzw. Brust.

Was sie wirklich brauchen, ist jedoch psychologische Unterstützung und Hilfe, sagte Dr. O'Connor, der auch ein Forscher an der University of Montreal, Department of Psychiatry, und Université du Quebec en Outaouais, Department of Psychology, ist.

Kognitive Psychotherapie

Um den Leuten zu helfen, sich mit ihrer Körperbildstörung (mit ihrem Körperbild) auseinanderzusetzen, entwickelten Dr. O'Connor und Annie Taillon, eine Doktorantin der Psychologie, eine spezialisierte und innovative kognitive Therapie in Zusammenarbeit mit dem Team am Fernand-Seguin Research Centre of Louis-H. Lafontaine Hospital.

Unsere vorläufigen Ergebnisse sind sehr vielversprechend, erklärte Frau Taillon.

Wir beobachteten eine klare Verminderung nach der Therapie bei erscheinungsgebundenen Zwängen unter den Teilnehmern und eine Reduktion um mehr als die Hälfte des ritualisierten Verhaltens. Fast ein Drittel der mit diesen Zwängen verbundenen depressiven Symptome verschwand ebenfalls.

Die Nutzen dieser Form der Therapie sind sehr real; jedoch wagen zu wenige Betroffene, um Hilfe zu bitten. Durch die Natur ihrer Krankheit zögern diese Patienten, in die Öffentlichkeit zu gehen und machen einen Besuch in der Therapie-Klinik zu einer großen Hürde.

Erfahrungen einer Körperbildgestörten

Kimberly ist eine Frau, die von der Therapie profitiert hat.

Unter einem Decknamen stimmte sie zu, den Umfang ihres täglichen Leidens unter der Dysmorphophobie mitzuteilen: "Ich schämte mich, in die Öffentlichkeit zu gehen. Ich vermied alle sozialen Aktivitäten. Als ich von diesem Forschungsprojekt hörte, war es eine große Entlastung für mich. Schließlich gab es eine Erklärung für meine Probleme (Dysmorphophobie), und vor allem eine Lösung. Diese Therapie half mir, mich frei von meinen Fixierungen zu machen, und zurück zur Arbeit zu gehen. Ich kann die Therapie sehr empfehlen".
Quelle: University of Montreal, Juni 2010

Heilung / Genesung und Rückfall

Körperbildstörung (engl.: Body Dysmorphic Disorder, BDD) ist eine schwerwiegende psychische Krankheit, bei der Personen obsessiv inexistente oder leichte Fehler in ihrer physischen Erscheinung verfolgen.

Körperdysmorphe Störung kann sich mit der Zeit verbessern

Eine neue Studie könnte die Sichtweise der professionellen Behandler verändern. Forscher stellten fest, dass, wenn den Patienten mit körperdysmorpher Störung genug Zeit gegeben wird, sie sich häufig erholen und selten rückfällig werden.

Forscher der Brown University und dem Rhode Island Hospital folgten 15 Betroffenen mit Dysmorphophobie über acht Jahre. Sie fanden hohe Raten bei der Heilung, obwohl dies mehr als fünf Jahre dauern kann.
Die Ergebnisse erscheinen in der aktuellen Ausgabe des Journal of Nervous and Mental Diseases.

Verglichen damit, was wir auf der Grundlage einer vorherigen Langzeitstudie über Körperdysmorphe Störung erwarteten, gab es eine überraschenderweise hohe Heilungsrate und eine niedrige Rückfallrate in der vorliegenden Studie, sagte Dr. Andri Bjornsson, Psychologe der Warren Alpert medizinischen Hochschule der Brown Universität und führender Autor der Studie.

Heilungsrate und Rückfallhäufigkeit

Nach statistischen Anpassungen lag die Heilungsrate für Dysmorphophobie in der Studie über acht Jahre bei 76 Prozent, und die erneute Auftretensrate (Rückfälle) lag bei 14 %. Während sich einige Teilnehmer innerhalb von zwei Jahren erholten, hatte sich die Hälfte der Teilnehmer erst nach fünf Jahren erholt.

Die Teilnehmer waren eine kleine Gruppe, die mit der Störung Dysmorphophobie aus Hunderten von Leuten diagnostiziert worden waren, die am Harvard/Brown Anxiety Research Project (HARP) teilnahmen.

Beim Vergleichen der HARP-Studie mit der vorherigen Langzeitstudie zur körperdysmorphen Störung ist es möglich, dass die hohe Rate bei der Heilung in der HARP Studie durch Teilnehmer verursacht wurde, die eine geringere Ausprägung der Dysmorphophobie im Durchschnitt hatten.

Tatsächlich arbeiteten ein Drittel der Körperdysmorphen der Studie ganztags, trotz der manchmal sehr belastenden Natur der Störung.

Bestätigend, dass viele Ärzte mit Dysmorphophobie nicht vertraut sind oder hinsichtlich der Störung sogar skeptisch sein können, sagte Keller, dass Ärzte die Informationen berücksichtigen sollten, die diese Befunde beim klinischen Fortschritt der Krankheit bringen würde.

"Wir wollen die Menschen über körperdysmorphe Störung aufklären - aufkären darüber, dass sie existiert und dass es eine wirkliche psychische Erkrankung ist", sagte Keller.

"Diese Leute sollten sehr sorgfältig untersucht und sehr schnell eine Behandlung bekommen."

Quelle: Brown University, Jan. 2011

Hässlich im Gehirn des Betrachters

09.01.2014 Körperdysmorphe Störung: Wenn man an ein gestörtes Körperbild, verbunden mit einer psychischen Erkrankung denkt, kommt einem als erstes Anorexie (Magersucht) oder eine andere Essstörung in den Sinn.

Aber die relativ unbekannte körperdysmorphe Störung oder Dysmorphophobie kommt etwa fünfmal häufiger als Magersucht vor und verursacht auch größere psychologische Probleme.

In einer in Psychological Medicine veröffentlichten Neuroimaging-Studie, fanden Forscher heraus, dass es nur eine schwache Verbindung zwischen der Amygdala, dem Emotionszentrum des Gehirns, und dem orbitofrontalen Cortex, dem rationalen Teil des Gehirns, welcher auch bei der Regulation der emotionalen Erregung hilft, gibt.

Dysmorphophobie

Das Hauptsymptom von Dysmorphophobie ist die übermäßige Angst davor, hässlich oder entstellt auszusehen. Im Mittelpunkt der Diagnose steht deshalb die Tatsache, dass die betroffene Person aber tatsächlich normal aussieht.

Menschen mit Körperdysmorpher Störung glauben, dass ein besonderes Merkmal ihres Gesichts oder eines anderen Körperteils unerträglich hässlich ist, sagt Herr Buchanan.

Schönheitschirurg statt Psychotherapeut

Viele suchen unnötigerweise Schönheitschirurgen oder Dermatologen auf, um sich behandeln zu lassen, aber traurigerweise erhalten nur wenige angemessene psychologische Unterstützung.

Wenn körperdysmorph Gestörte emotionales Leid aufgrund ihrer vermeintlichen körperlichen Hässlichkeit erfahren, können sie sich nur sehr schwer daraus befreien, denn die emotionalen und rationalen Teile ihres Gehirns kommunizieren nicht effektiv miteinander.

Hilfe durch kognitive Verhaltenstherapie

Buchanans Forschung legt auch den Mechanismus nahe, durch den eine Behandlung die Symptome der körperdysmorphen Störung reduzieren kann.

Es sieht so aus, als ob Kognitive Verhaltenstherapie tatsächlich das Gehirn modifizieren kann, indem sie die Verbindungen zwischen dem orbitofrontalen Cortex und der Amygdala stärkt, sagte Herr Buchanan.

Ähnlich den physiotherapeutischen Übungen, die die Muskeln stärken, stärkt Kognitive Verhaltenstherapie die Gehirnbahnen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Monash University, Jan. 2014

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