Angststörung und Krebs, Krebserkrankungen

Psychische Störungen

Männer mit Generalisierter Angststörung sterben eher an Krebs

21.09.2016 Laut einer auf dem Kongress des European College of Neuropsychopharmacology in Wien vorgestellten Studie der Universität Cambridge sterben Männer über 40 mit einer Generalisierten Angststörung mehr als doppelt so wahrscheinlich an Krebs als Männer ohne diese psychische Störung.

Die Forscher untersuchten in der bislang größten Studie zu Ängstlichkeit und Krebs die Daten von 15.938 Briten im Alter über 40 Jahren. Sie fanden kein erhöhtes Risiko für eine erhöhte Sterblichkeit aufgrund von Krebserkrankungen bei Frauen mit Generalisierter Angststörung (GAS).


Bild: Gerd Altmann

Selbst nachdem die Forscher Störfaktoren in Betracht zogen, die die Gefahr von Krebs erhöhen - wie Alter, Alkoholkonsum, Rauchen und chronische Krankheiten - zeigte sich bei Männern mit einer Diagnose von GAS eine erhöhte Wahrscheinlichkeit von 215% an Krebs zu sterben im Vergleich zu Männern ohne GAS.

Übermäßige, unkontrollierbare Ängste und Sorgen

Generalisierte Angststörung - eine Störung, die durch übermäßige, unkontrollierbare Ängste und Sorgen zu vielen Bereichen des Lebens gekennzeichnet und oft mit Schlafstörungen und körperlichen Stress verbunden ist - ist bei Frauen häufiger als bei Männern. 2,4% der Frauen in der großen Kohorten-Studie litten unter der psychischen Erkrankung, während es 1,8% bei den Männern waren.

Richtung der Beziehung unklar

Die Autoren sagten, dass die Ergebnisse nicht offenbaren, wie Krebs und Ängstlichkeit miteinander verbunden sind, und nicht zeigen, dass diese Angststörung Krebs verursacht. Männer mit GAS könnten sich z.B. auch so verhalten, dass die Krebs-Gefahr zunehme.

Und die zwei Krankheiten könnten auch durch gemeinsame Ursachen entstehen - möglicherweise durch eine höhere Rate systemischer Entzündungen im Körper.

Was es auch für eine Beziehung ist, sagte Studienautorin Olivia Remes, auf jeden Fall sollten sehr ängstliche Männer mental und körperlich eng überwacht werden.

Die Gesellschaft sollte erwägen, große Ängstlichkeit als ein Warnsignal für eine schlechte Gesundheit zu betrachten, sagte sie. "Mit dieser Studie zeigen wir, dass diese extreme Angst nicht nur eine Persönlichkeitseigenschaft ist", sondern auch ehe eine mit echten und ernsten Gesundheitsgefahren verbundene Störung.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Cambridge, European College of Neuropsychopharmacology; Sept. 2016

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