Erythrophobie: Angst vorm Erröten

Angststörungen, Phobien

Definition

Die Erythrophobie gehört zu den spezifischen Phobien und bezeichnet die extreme Angst:

1. vor dem Erröten (vor anderen Menschen),
2. vor der Farbe Rot (manchmal begleitet die Hematophobie: Angst vor Blut) ... Rot signalisiert oft Gefahr: Rote Tinte, Rote Lichter, Rotes an der Hand.

Bei dieser Angststörung meidet der Erythrophobiker also die Farbe Rot oder alles was ihn vor anderen Menschen erröten lässt (oder sogar gleich ganz die anderen Menschen).

Erythrophobie ist altgriechischen Ursprungs: erythro-,erythr-,ereuth-:Rot, rötlich, errötend; phobos=Furcht.

Siehe auch Ereuthrophobie

Die Errötungsangst: Studie

14.02.2017 Forscher der Universität Murdoch untersuchten die der Erythrophobie zugrundeliegenden psychologischen Mechanismen, die zu einer pathologischen Angst vor dem Erröten führen.

Neurochirurgische Behandlung

Für einige Menschen ist die Angst vor dem Erröten, auch bekannt als Erythrophobie, so intensiv, dass sie neurochirurgische Hilfe aufsuchen; in der Hoffnung, dass die Durchtrennung der involvierten Nerven ihr Leiden heilt.

Doch die chirurgischen Maßnahmen haben nur eine begrenzte Wirksamkeit und zuweilen scheußliche Nebenwirkungen - wie z.B. übermäßiges Schwitzen.

Erröten ist als automatische Reaktion auf emotionale Reize wegen der adaptiven Überlebensfunktion im Gehirn 'festverdrahtet'.

Negative automatische Gedanken

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Bild: Gerd Altmann

Die Erythrophobie wird durch die extreme Besorgnis vor dem Erröten in der Öffentlichkeit - vor anderen Menschen - charakterisiert, und ist mit negativen automatischen Gedanken über die sozialen Folgen des Errötens verbunden.

Eine der Schlüsselbefunde der von Prof. Peter Drummond und Sally Gatt vom Fachbereich Psychologie geführten Studie ist, dass sich die Behandlung mehr auf die Angst hinter dem Erröten fokussieren sollte - und weniger auf das Erröten selbst.

Häufig konzentrieren sich Erythrophobiker darauf, ein Heilmittel für das Erröten zu finden, anstatt die treibende Angst zu verringern, sagte Gatt.

Trigger

Dahinter stünden meistens die Annahme, sich von anderen zu unterscheiden, und ein starkes Bedürfnis, private Gedanken und Gefühle zu verbergen, um öffentliche Kritik zu vermeiden. Dies sind wichtige Trigger für die Errötungsangst, schreiben die Psychologen.

Menschen, die das Rotwerden fürchten, scheinen eine starke automatische Verknüpfung zwischen dem Erröten und potentiellen negativen sozialen Folgen, und explizite Erwartungen über soziale Konsequenzen zu haben, sagte Gatt.

Schematherapie als Behandlung

Die aktuellen von der Australian Psychological Society veröffentlichten Resultate zeigen zusätzlich starke Verbindungen zwischen der Errötungsangst und dem Glauben, anders zu sein, und einem unwiderstehlichem Bedürfnis, private Gedanken und Gefühle vor den Anderen zu verbergen, um soziale Ablehnung zu vermeiden, sagte sie.

Die klinische Psychologin schlägt eine auf Schematherapie basierende Behandlung vor, um den Betroffenen zu helfen.

Negative Kindheitserfahrungen

Die Studie entdeckte auch, dass die chronische Angst vor dem Erröten in der Intensität variieren kann, abhängig vom Kontext und den Lebensereignissen, und häufig von negativen Kindheitserfahrungen herrührt.

Die ungesunde der Erythrophobie zugrundeliegende Philosophie kann durch traumatische Erfahrungen wie z.B. Erniedrigungen oder Verhöhnung ausgelöst werden, oder - wie andere Formen der sozialen Angst - von den Erziehungsmethoden und Einstellungen der Eltern herrühren, sagte Gatt.

Diese Phobie scheint häufig die tatsächliche Intensität des Errötens zu überholen.

Kindheitserfahrungen, die psychologische Mechanismen zur Vergrößerung der sozialen Angst fördern, verstärken wiederum die Angst vor den sozialen 'Kosten' des Errötens, schließt die Psychologin.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Murdoch, Australian Psychological Society; Feb. 2017

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