Soziale Phobie und
Bruxismus (Zähneknirschen)

Bruxismus (Zähneknirschen), Zahnerosion und Kieferschmerzen

06.05.2015 Eine Studie der Tel Aviv Universität zeigt, dass ausgeprägte Angst vor sozialen Situationen (auch Soziale Phobie oder soziale Angststörung genannt) das Risiko für Bruxismus (Zähneknirschen oder Aufeinanderpressen der Zähne), Zahnerosion (Verlust von Zahnschmelz) und Kieferschmerzen erhöht.

Bruxismus: Folge der sozialen Phobie

Laut der von Dr. Ephraim Winocur durchgeführten Forschungsarbeit ist dies kein dentales Problem, sondern eines mit klaren Folgen für die Zähne. "Wenn wir darüber Bescheid wissen, können wir darauf achten. Psychiater können Bruxismus-anfällige Patienten identifizieren und bei der Prävention helfen, und Zahnärzte wissen sofort, was zu tun ist."

bruxismus
Bild: DRosenbach (wiki)

An der Studie nahmen 75 Männer und Frauen in ihren frühen 30ern teil. 40 von ihnen hatten eine soziale Phobie, charakterisiert durch übermäßige Angst in sozialen Situationen. Die Hälfte von ihnen nahmen Antidepressiva - Selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI). In der Kontrollgruppe mit 35 Personen hatte keiner eine soziale Angststörung.

Alle Teilnehmer wurden psychiatrisch und dental untersucht. Bruxismus-Symptome und orale Gewohnheiten wie Kaugummikauen, Nägelkauen und kleine Kieferbewegungen ohne Zahnkontakt wurden erfasst.

Obwohl Antidepressiva zuvor schon mit Bruxismus in Zusammenhang gebracht werden konnten, fand diese Studie keine Verbindung.

Zahnprobleme

"Um den Bruxismus bei Sozialphobikern in den Griff zu bekommen, müssen wir die soziale Angst bei ihnen behandeln", sagte Dr. Winocur im Journal of Oral Rehabilitation. Er erforscht derzeit die Wirkung von posttraumatischen Belastungsstörungen auf Schlaf und Zähneknirschen im Wachzustand.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Tel Aviv Universität, Journal of Oral Rehabilitation; Mai 2015

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