Die Neurotransmitter bei sozialer Phobie

Angststörungen

Studie zeigt Ungleichgewicht zwischen Serotonin und Dopamin im Gehirn von Menschen mit sozialer Phobie

25.01.2020 Das Gleichgewicht zwischen den Neurotransmittern Serotonin und Dopamin kann sich darauf auswirken, ob eine Person eine soziale Phobie entwickelt.

Bisherige Forschungsarbeiten haben sich hauptsächlich auf das Serotonin- oder das Dopamin-System individuell bezogen. Nun haben Forscher der Universität Uppsala die Existenz einer bisher unbekannten Verbindung zwischen den beiden Neurotransmittern nachgewiesen. Die Ergebnisse wurden in der Zeitschrift Molecular Psychiatry veröffentlicht.

Ungleichgewicht zwischen den Serotonin- und Dopamin-Transportern

Diese Studie zeigt, dass soziale Phobiker ein Ungleichgewicht zwischen den Serotonin- und Dopamin-Transportern in der Amygdala und anderen Hirnarealen, die für Angst, Motivation und Sozialverhalten wichtig sind, haben könnten.

Die Funktion der Signalstoffe des Gehirns wird durch die Menge der Wiederaufnahme durch die Transmitterzelle beeinflusst, die durch spezifische Transporterproteine gesteuert wird.

Zuvor haben die Wissenschaftler eine erhöhte Produktion und eine veränderte Wiederaufnahme von Serotonin bei Patienten mit sozialen Angststörungen festgestellt, eine Erkenntnis, die sie jetzt zum Teil replizieren konnten, sagt Olof Hjorth vom Fachbereich Psychologie der Uppsala Universität, Sweden.

Wiederaufnahme des Neurotransmitters Dopamin

dopamin
Bild: Chemische Strukturformel

Nun konnten sie zeigen, dass die Wiederaufnahme des Neurotransmitters Dopamin auch in direktem Zusammenhang mit der Schwere der sozialen Angstsymptome steht, die der Betroffene durchmacht.

Die in der Studie verwendete Methode der Positronen-Emissions-Tomographie (PET) ermöglichte es den Wissenschaftlern, die Dichte der verfügbaren Transportproteine in verschiedenen Bereichen des Gehirns zu bestimmen.

Die Forscher hoffen, dass die aktuellen Erkenntnisse zu einem besseren Verständnis der Ursachen von sozialen Ängsten und letztlich zu neuen, wirksameren Behandlungsmethoden führen können.

Viele der Patienten, denen wir begegnen, haben Symptome, die alle Bereiche ihres Alltagslebens betreffen, und viele von ihnen haben die meiste Zeit ihres Lebens unter ihrer sozialen Phobie gelitten, so dass das Verständnis der Ursache und die Suche nach wirksamen Behandlungen für uns höchste Priorität haben, schließt Hjorth.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Molecular Psychiatry (2019). DOI: 10.1038/s41380-019-0618-7

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