Anorexie und Refeeding, Refeeding-Syndrom

Gestörtes Essverhalten - Magersucht

Wie verhält sich die kalorienreichere Nahrungsaufnahme (Refeeding) im Vergleich zum Behandlungsstandard - des kalorienärmeren Refeedings - bei unterernährten Patientinnen mit Anorexia nervosa?

21.10.2020 Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit Magersucht (Anorexia nervosa) oder atypischer Anorexie stellt das kalorienreichere Refeeding (Ernährung) die medizinische Stabilität deutlich früher wieder her als das kalorienärmere Refeeding, ohne Zunahme der Elektrolytanomalien oder unerwünschter Ereignisse.

Dies geht aus einer in JAMA Pediatrics veröffentlichten Studie hervor.

Limitierte Daten deuten darauf hin, dass eine kalorienreichere Ernährung die Ergebnisse verbessert, ohne dass ein erhöhtes Risiko für das Refeeding-Syndrom besteht.

Dr. Andrea K. Garber von der University of California in San Francisco und Kollegen verglichen deshalb die kurzfristige Wirksamkeit, Sicherheit und Kosten einer kalorienreduzierten mit einer kalorienreicheren Ernährung bei 120 Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 12 bis 24 Jahren, die mit Anorexie oder atypischer Anorexia nervosa hospitalisiert waren.

Insgesamt 111 Teilnehmer wurden in die modifizierten Intention-to-treat-Analysen einbezogen. Das kalorienreichere Refeeding begann bei 2.000 kcal/Tag und erhöhte sich täglich um 200 kcal, während die kalorienärmere Ernährung bei 1.400 kcal/Tag begann und sich jeden zweiten Tag um 200 kcal erhöhte.

Die Forscher fanden heraus, dass im Vergleich zum kalorienärmeren Refeeding die kalorienreichere Ernährung die medizinische Stabilität signifikant früher wiederherstellte (Hazard Ratio 1,67).

Risiko für das Refeeding-Syndrom

Es wurde kein Unterschied zwischen den Gruppen bei Elektrolytanomalien und anderen unerwünschten Ereignissen festgestellt. Die Daten zeigen damit, dass diese kalorienreichere Ernährung kein erhöhtes Risiko für das Refeeding-Syndrom verursacht.

Bei der Gruppe, die eine kalorienreichere Ernährung erhielt, war der Krankenhausaufenthalt um 4,0 Tage kürzer, was zu einer Einsparung von 19.056 US-Dollar an Krankenhauskosten pro Teilnehmer führte.

Die stationären Programme operieren am Maximum; Isolation, Unsicherheit und Angst durch COVID-19 wird für die Patienten noch verstärkt, sagte Garber in einer Erklärung.

Die Forscher nehmen an, dass dieser schnellere und wirksamere Ansatz die Umwälzungen eines Krankenhausaufenthalts in einer ohnehin schon stressigen Zeit verringern wird.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: JAMA Pediatr. Published online October 19, 2020. doi:10.1001/jamapediatrics.2020.3359

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