Bipolare Störung

Psychische Störungen - Affektive Störungen

Auf dieser Seite finden Sie Informationen, Definition, Symptome, Phasen, Begleiterkrankungen und aktuelle Forschungsergebnisse zur Bipolaren affektiven Störung (BAS), die auch unter dem Namen Manische Depression bekannt ist. Nach dem veralteten psychoanalytischen Paradima ist sie eine Psychose, weitere Informationen hierzu finden Sie unter Psychose. Bipolare Störungen werden eben dort auch manische Depressionen genannt.

Was ist eine bipolare affektive Störung - Definition

Die Bipolare Störung oder Bipolare affektive Störung (manisch-depressive Störung oder Manische Depression) ist ein Wechsel zwischen Episoden von Manie und Depression, wobei die Intervalle dazwischen von wechselnder Dauer sind und mit der Zeit kürzer werden.

Symptome

bipolar

Bipolare Störung verursacht größere Stimmungsschwankungen, die sich von Depression bis zu manischer (gehobener) Stimmung erstrecken.

Das Journal of the American Medical Association sagt, dass die folgenden Symptome eine BAS anzeigen können:

Symptome der manischen Phase:

Generell kann es zu einer affektiven Dysregulation kommen.

Symptome der depressiven Phase:

© PSYLEX.de - Quelle: Journal of the American Medical Association, Jan. 2011

Bipolare Phasen: Frühe Anzeichen, Frühwarnzeichen

10.01.2014 Stimmungsveränderungen und Schlafprobleme treten oftmals unmittelbar vor dem Beginn von Bipolarer Störung (BAS) Typ I und II auf, laut einer in Journal of Affective Disorders veröffentlichten Studie.

Die frühsten Anzeichen

Die frühsten Warnzeichen sind dabei oft

Diese Symptome, "dürften Indikatoren für eine frühe Feststellung einer bipolaren Störung sein", sagte Dr. Eike Zeschel von der Ruhr Universität, Bochum.

Zum Beispiel berichten Patienten beider bipolarer Störungen häufig über Stimmungsänderungen und einen gestörten Alltagsrhythmus in den Monaten vor ihrer ersten depressiven oder manischen Episode, sagten die Forscher. Psychose-ähnliche Symptome treten deutlich öfter vor einer depressiven Episode als vor einer manischen Episode auf.

Für die Studie führten Zeschel und Kollegen strukturierte Interviews mit 42 bipolaren Patienten durch, die an drei Universitätskliniken in Deutschland behandelt wurden. Sie beurteilten 39 Symptome und Zeichen, die auftraten oder schlimmer wurden, bevor die erste manische oder depressive Episode auftrat.

Das Durchschnittsalter der Teilnehmer war 35 Jahre, und etwa 60 Prozent von ihnen waren Frauen. 27 Patienten zeigten BAS Typ I, und 15 BAS Typ II.

Bipolare Phasen: Frühe Zeichen

Präsymptomatik bei fast allen Borderlinern

Alle außer einem Patienten nahmen zur Zeit des Interviews psychotrope Medikamente ein. Insgesamt berichteten alle Patienten mit Typ I BAS und alle außer einem mit Typ II über mindestens ein Vor-Symptom unmittelbar vor ihrer ersten Episode.

Die prädepressiven Symptome dauerten bedeutend länger (4,1 Monate) an als die prämanischen Symptome (1,3 Monate). Jedoch ähnelten sich Häufigkeit und Schweregrad der Symptome zwischen den beiden Formen der bipolaren Störung.

Zeichen vor erster depressiver Episode

Die häufigsten Symptome, die zur ersten depressiven Episode führten, waren:

Anzeichen vor erster manischer Episode

In Kontrast dazu, waren die am häufigsten berichteten Symptome unmittelbar vor der ersten manischen Episode:

Im Allgemeinen zeigten frühe Symptome "einen progressiven, sich beschleunigenden Kurs hin zu einer ausgewachsenen affektiven Episode". Die Symptome "wurden beherrschender und spezifischer hin zur jeweiligen affektiven Phase, je mehr sich die Patienten ihrer affektiven Episode näherten", fügten die Forscher hinzu.

Jedoch traten allgemeine Symptome wie unbeständige Stimmung und unterbrochene Schlafmuster auch häufig bei beiden Patienten-Gruppen auf.

Die Symptome, die in beiden Gruppen als erstes auftauchten, waren: Reizbarkeit, Ungeduld, soziale Isolierung, Gewichtszunahme, Müdigkeit und Misstrauen.

Diese Befunde betonen "die Notwendigkeit, sich nach dem ganzen psychopathologischen Symptom-'Paket' der Patienten zu erkundigen, und nicht nur nach spezifischen affektiven Symptomen, wenn man den Verdacht auf eine bipolare Störung hat", sagten die Forscher.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Ruhr Universität, Dez. 2013

Weitere Symptome aus der Forschung

Verlauf

Die BAS wird in "Bipolar I" und "Bipolar II" unterteilt. Bipolar I: Auf eine manische Episode von 7 - 14 Tagen folgt mindestens eine depressive Episode (1 bis 2 % der Bevölkerung).

Bipolar II: Auf eine depressive Episode von mindestens 14 Tagen, folgt mindestens eine Hypomanie (abgeschwächte Form der Manie) - ca. 4% der Bevölkerung.

"Switching" (Polaritätswechsel), Ausdruck für den übergangslosen Wechsel zwischen Manie / Hypomanie und Depression. Zyklothymia ist ist einer abgeschwächten bipolaren affektiven Störung ähnlich: mindestens zwei Jahre leichte manische und depressive Schwankungen.

Unbehandelt kann diese Krankheit chronisch verlaufen, die Intervalle können sich verkürzen und die Problematik kann sich aufgrund von Folgeproblemen

Mit zunehmendem Alter werden die Depressionsphasen häufiger und länger, so dass das Suizidrisiko steigt.

Durch eine Therapie können Anzeichen für eine kommende Phase der Manie oder Depression frühzeitig erkannt werden und durch ein entsprechendes Verhalten (vor allem das Vermeiden von Stress, ausreichend Schlaf, Aufnahme von hilfreichen Kontakten) abgemildert oder sogar verhindert werden.

Als Ursachen für die BAS werden mehrere Faktoren angenommen: genetische Disposition und biologische Faktoren im Zusammenhang mit Umweltfaktoren.

Begleiterkrankungen / Komorbidität

Alkoholabusus, Medikamentenmissbrauch und sonstiger Drogenmissbrauch: häufigste Komorbidität. Oft treten auch Panikstörungen und Persönlichkeitsstörungen zusätzlich auf.

Menschen mit bipolaren affektiven Störungen haben wie alle anderen an Depressionen Leidenden eine erhöhte Neigung, Selbstmord zu begehen. Etwa 20 % begehen Suidzid. Wobei die Rate höher wird, je länger die BAS andauert.

Code nach ICD-10 ist F31.

Bipolare Mütter: größere Risiken für Neugeborene

06.11.2014 Eine aktuelle kanadische Studie geht von einem fast doppelt so hohem Risiko für eine Frühgeburt (und weiteren Komplikationen für das Baby) bei Frauen mit bipolarer Störung (BAS) aus.

Forscher vom Women's College Hospital und dem Institute for Clinical Evaluative Sciences in Toronto, Canada, verglichen die Patientendaten von Frauen, die wegen einer BAS oder klinischen Depression ins Krankenhaus eingewiesen worden waren mit Frauen aus der Gesamtbevölkerung.

Die Frauen mit BAS hatten ein 50% größeres Risiko für eine Frühgeburt oder eine andere ernste Komplikation, laut der im American Journal of Obstetrics and Gynecology veröffentlichten Studie.

Bipolare Störung

Die Befunde

"Die Ergebnisse sind beunruhigend, weil bekannt ist, wie negativ die Gesundheit in Kindheit und späterem Erwachsenenalter durch diese Komplikationen betroffen ist", sagte Studienautorin Dr. Simone Vigod.

"Wir kennen zwar nicht die genauen Ursachen für die Frühgeburten und anderen negativen Folgen, wir wissen aber, dass psychische Gesundheitsprobleme die Ausschüttung von Stresshormonen fördern können, was wiederum zu Frühgeburten führen kann."

Zusätzliche Faktoren, die eine Rolle spielen könnten, sind: Psychopharmaka, Genetik, Gesundheit und niedriger sozioökonomischer Status.

"Der Lebensstil könnte ebenfalls diese Probleme mitverursachen, z.B. durch Faktoren wie: Bewegungsmangel und Fettleibigkeit, schlechte Ernährung und Rauchen", sagte Vigod.

© PSYLEX.de - Quelle: American Journal of Obstetrics and Gynecology, Women's College Hospital, Institute for Clinical Evaluative Sciences, November 2014

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

Die vollständigen News- und Forschungsartikel zu diesem Thema sind unter Forschungsergebnisse und News zur BAS zu finden.