Bipolare Störung
Cannabis, Marihuana

Psychische Störungen - Affektive Störungen

Cannabis kann manische und depressive Symptome verstärken

22.04.2015 Etwa 2% der Bevölkerung des Vereinigten Königreichs hat eine bipolare Störung, wobei etwa 60% Cannabis an irgendeinem Punkt in ihrem Leben benutzten, aber bis jetzt gab es noch keine Forschungsarbeit, die dieses hohe Niveau untersuchte.

Dr. Elizabeth Tyler und Kollegen von der Lancaster University analysierten die Daten von mit bipolarer Störung diagnostizierten Personen, die während der Studie (6 Tage) keine depressiven oder manischen Episoden hatten.

Selbstmedikation

Sie sagte: "Eine Annahme, die diesen hohen Drogenkonsum erklären könnte, ist, dass die Leute Cannabis zur Selbstmedikation einsetzen - um ihre Symptome der bipolaren Störung zu behandeln".

Jeder Teilnehmer schrieb ein Tagebuch über seine Gefühlslage und Drogenkonsum zu verschiedenen, zufällig gewählten Zeitpunkten über einen Zeitraum von einer Woche. Dies ermöglichte es den Teilnehmern ihre täglichen Erfahrungen niederzuschreiben, ohne dass sie vergaßen, wie sie sich fühlten.

Ein Cannabis-erfahrener Teilnehmer mit bipolarer Störung kommentierte: "Ich rauche ein wenig Marihuana, um meine Stimmung anzuheben und mich leicht manisch zu machen, aber es hebt auch meine Stimmung und versetzt mich in einen anderen Geisteszustand".

"Ich benutze Cannabis nicht gegen meine Depression, weil sie sich dadurch verschlimmern und mich ängstlich und paranoid machen kann."

"Ich habe herausgefunden, wenn ich mehr rauche, kann es mich tagelang depressiv machen."

Die Studie fand heraus, dass die Wahrscheinlichkeit für Cannabiskonsum zunahm, wenn die Personen in einer guten Stimmung waren. Marihuanakonsum stand auch mit einer Zunahme der positiven Stimmung, manischen Symptome und paradoxerweise einer Zunahme bei den depressiven Symptomen im Zusammenhang - jedoch nicht bei denselben Personen.

Dr. Tyler sagte in der Zeitschrift PLOS ONE: "Die Befunde legen nahe, dass Cannabis nicht zur Selbstmedikation benutzt wird, um kleine Veränderungen der alltäglichen Symptome herbeizuführen. Jedoch kann der Konsum von Cannabis sowohl mit positiven als auch negativen Stimmungslagen verbunden werden. Wir müssen herausfinden, wie sich diese Beziehungen langfristig entwickeln, da dies eine Wirkung auf den Verlauf der bipolaren Störung einer Person haben kann."

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Lancaster University, PLOS ONE; April 2015

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