Bipolare Störung: Hippocampus

Psychische Störungen - Affektive Störungen

Bipolare Störung mit verringertem Hippocampus-Volumen verbunden

30.01.2017 Eine neue Studie konnte eine Volumen-Abnahme in bestimmten Teilen des Hippocampus bei Menschen mit Bipolarer Störung feststellen. Der Hippocampus ist eine Gehirnregion, die bei den Prozessen für Stimmung und Gedächtnis eine wichtige Rolle spielt.

Damit lokalisiert die Forschungsarbeit als eine der ersten mögliche Schäden bei Menschen mit Bipolarer affektiver Störung (BAS) in bestimmten Teilbereichen innerhalb des Hippocampus, sagte Studienautor Dr. Bo Cao vom psychiatrischen Fachbereich an der Universität Texas (Health Science Center at Houston).

Die Theorie besagt, dass unterschiedliche Teilbereiche des Hippocampus unterschiedliche Funktionen ausüben und unter verschiedenen Stimmungsstörungen, wie Bipolarer Störung und klinischer Depression, unterschiedlich beeinflusst werden können.

Cao hofft, dass die Studie den Weg für weitere Forschungsarbeiten ebnen wird, die insbesondere Details im Hippocampus als BAS-Marker untersuchen. Dies könne zur Entwicklung von besseren Diagnosewerkzeugen und wirksameren Behandlungen führen.

Für die Studie untersuchten die Wissenschaftler mit Hilfe von Magnetresonanztomographie die Unterschiede in den Volumina der Teilfelder des Hippocampus, einer Gehirnregion in der Form eines Seepferdchens. Die Teilnehmer mit BAS wurden mit gesunden und depressiven Teilnehmern verglichen.

Befunde

Die Ergebnisse zeigten, dass Personen mit Bipolarer Störung verringerte Volumina in spezifischen Gebieten des Hippocampus aufwiesen:

Die Reduktion war bei Teilnehmern mit BAS Typ I ausgeprägter als bei den anderen untersuchten Stimmungsstörungen (BAS Typ II und Depression), schreiben die Forscher im Fachmagazin Molecular Psychiatry.

War die Erkrankung bei Patienten mit Bipolar I von längerer Dauer, nahmen die Volumina bestimmter Gebiete im Hippocampus, einschließlich des rechten CA 1, ab. Volumina anderer CA-Areale und der Schwanzabschnitt des Hippocampus waren stärker in den Gehirnen von Teilnehmern reduziert, die mehr manische Episoden erlebt hatten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: UT Health Science Center at Houston, Molecular Psychiatry - DOI: 10.1038/mp.2016.262; Jan. 2017

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