Bipolare Störung: Zu viele Medikamente (Polypharmazie)

Psychische Störungen - Affektive Störungen

12.02.2014 Viele Menschen mit bipolarer Störung (auch als manische Depression bekannt) nehmen mehr als sechs Medikamente gleichzeitig, um gegen ihre Symptome anzugehen. Dies kann große Auswirkungen haben, laut einer neuen Studie.

Komplexe Polypharmazie

Die Forscher sahen sich 230 Patienten mit bipolarer Störung an, die 2010 in die Rhode Island Psychiatrie aufgenommen wurden. Sie stellten fest, dass mehr als die Hälfte der Patienten drei oder mehr Psychopharmaka verordnet wurden und 36% nahmen sogar vier oder noch mehr ein. Etwa 20 Prozent nahmen keine psychiatrischen Medikamente.

Es zeigte sich, dass Frauen öfter als Männer vier oder mehr psychiatrische Medikamente (eine Situation, die "komplexe Polypharmazie" genannt wird) einnahmen. 58 Prozent der Patienten in der Studie waren Frauen, aber unter denen mit komplexer Polypharmazie betrug der Frauenanteil 68 Prozent.

Frauen nahmen auch eher Antidepressiva, Anxiolytika (angstlösende Psychopharmaka) und Stimulanzien, die bei bipolarer Störung umstritten sind, sagte Studienautorin Lauren Weinstock von der Alpert Medical School der Brown University.

Im Durchschnitt sechs verschiedene Medikamente

Inklusive der verschriebenen Medikamente für andere Gesundheitsprobleme nahmen die Patienten im Durchschnitt sechs verschiedene Medikamente, laut der in Psychiatry Research veröffentlichten Studie.

So viele Medikamente zu nehmen, kann zu unbekannten Wechselwirkungen führen, was es problematisch für die manisch-depressiven Patienten macht, ihre Medikamente vorschriftsmäßig einzunehmen und zu nicht absehbaren gesundheitlichen Folgen führen kann. Es führt außerdem zu hohen Kosten für Patienten und Gesundheitswesen, bemerkten die Forscher.

"Die hohe Rate an komplexer Polypharmazie zeigt die enorme Herausforderung bei der Kontrolle der Symptome, denen wir bei der bipolaren Störung gegenüberstehen," sagte Weinstock in einer Universitätspressemitteilung.

Quelle: Brown University/Psychiatry Research, Feb. 2014

Mehr zu: Psychopharmaka, Bipolare Störung/Manische Depression.

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