Ursachen für Bipolare Störung

Psychische Störungen - Affektive Störungen

Mögliche verursachende Faktoren

Folgende mögliche Ursachen stehen zur Diskussion:

Forschungsarbeiten zu potentiellen verursachenden Faktoren:

Mögliche (alternative) ernährungsbedingte, biologische Ursachen

Mögliche (alternative) Ursachen für eine bipolare Störung können laut Safe Harbor Project sein:

  1. Hypoglykämie. Es gibt viele Informationen im Netz zur Hypoglykämie und es ist sehr leicht in Ordnung zu bringen. Sie müssen nicht einmal auf Hypoglykämie testen: Man kann eine Hypoglykämie-Diät für zwei Wochen versuchen, und feststellen, ob man sich besser fühlt.
  2. Allergien. Diese können Lebensmittelallergien oder andere sein. Saisonale Allergien, wie Pollen-Allergie können "Achterbahnfahrten" verursachen wie bipolare Affekte. Lebensmittelallergien können getestet werden, indem man eine bestimmte Nahrung für zwei Wochen ganz aus der Nahrung entfernt. Wenn Sie sich besser fühlen, könnten diese Lebensmittel ein Problem für Sie sein. Weizen und Milch sind die verbreitesten Ursachen für Nahrungsmittel-Allergien.
  3. Koffein, Alkohol und Tabak können zu einer bipolaren Störung beitragen. Eine kürzliche Studie zeigt, dass Raucher dazu tendieren, mehr mentale Probleme zu entwickeln. Versuchen Sie Koffein zu verringern, um zu sehen, ob das hilft - tun Sie es so langsam wie möglich, abruptes Aufhören kann Kopfschmerzen bereiten. Wenn Sie Alkohol trinken, täglich oder fast täglich, konnten Sie versuchen, das für eine Weile sein zu lassen, und zu sehen, wie Sie sich fühlen.
  4. Vitamin B6 Mangel ist eine Möglichkeit. Ein Arzt empfiehlt, dass Menschen mit bipolarer Störung zusätzlich den Vitamin B Komplex einnehmen sollten - inklusive B6.
  5. Candida ist eine Möglichkeit (Candida ist ein Hefe-Pilz - die bedeutendste Art dieser Gattung ist Candida albicans, welcher Pilzinfektionen (Kandidose) verursacht).
  6. PMS (prämenstruelles Syndrom) ist eine Möglichkeit.
  7. Schilddrüsenprobleme sind eine verbreitete Ursache: entweder eine zu hohe oder zu niedrige Schilddrüsenfunktion.
    Das kann von einem Arzt getestet werden. Auch ein Selbsttest auf zu hohe oder niedrige Schilddrüsenfunktion kann gemacht werden. Dr. Broda Barnes schrieb ein Buch zu niedrigen Schilddrüsenfunktionen (Hypothyroidism), in dem ein einfacher Temperaturtest empfohlen wird, um zu sehen, ob die Person genug Schilddrüsenhormon bekommt.
  8. Ein Ungleichgewicht im Kupfer-Haushalt des Körpers könnte ebenfalls ein Problem bei bipolarer Störung sein. Zu viel Kupfer oder ein unausgeglichenes Zink-/Kupferverhältnis. Sie können Ihren Arzt / Ernährungsexperten danach fragen.
  9. Eine unter dem Namen Pyrolurie bekannte Erkrankung könnte auch ein Problem darstellen.
Quelle: Safe Harbor Project, Dez. 2011

Ursachen der Bipolaren Störung - es gibt viele

Wissenschaftler tragen verursachende Faktoren aus 12 Jahren Forschung zusammen

16.12.2017 Nach mehr als einem Jahrzehnt der Untersuchung von mehr als 1.100 bipolaren Patienten hat ein Team der Universität Michigan eine Antwort gefunden - oder besser gesagt, sieben Antworten.

Tatsächlich sagen sie, dass die Ursache bei allen Fällen nicht auf eine bestimmte genetische Veränderung, chemisches Ungleichgewicht oder Lebensereignis allein bei dieser psychischen Erkrankung zurückzuführen ist, die einst als manische Depression bekannt war.

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Bild: Gerd Altmann

Vielmehr unterscheiden sich die Erfahrungen eines jeden Patienten mit seiner / ihrer bipolaren Störung von anderen.

Aber alle ihre Erfahrungen beinhalten Merkmale, die in sieben Klassen von Phänotypen fallen, oder Eigenschaften, die beobachtet werden können, schreibt das Forscherteam im Fachblatt International Journal of Epidemiology.

Das Team des Heinz C. Prechter Bipolar Research Program sammelte und analysierte Zehntausende von Datenpunkte über Jahre hinweg zu Genetik, Emotionen, Lebenserfahrungen, Krankheitsgeschichten, Motivationen, Ernährungsweisen, Temperamenten, Schlafmustern und Denkmustern der Teilnehmer.

Mehr als 730 hatten eine bipolare Störung und 277 nicht (2/3 waren Frauen; 79% waren Weiße; sie waren im durchschnittlichen Alter von 38 Jahren bei Aufnahme in das Programm). Drei Viertel von ihnen sind derzeit aktive Forschungsteilnehmer an der Longitudinal Study of Bipolar Disorder.

Im Durchschnitt hatten die Teilnehmer ihre erste depressive oder manische Episode im Alter von 17 Jahren, und viele hatten andere psychische Erkrankungen.

Sieben Phänotyp-Cluster und die wichtigsten Befunde dazu

Die sieben Phänotyp-Gruppen beinhalten Standardwerte, die Ärzte bereits zur Diagnose heranziehen, um den Verlauf der bipolaren Störung zu verfolgen und zu bewerten.

Darüber hinaus gehören dazu:

  1. Veränderungen in der Wahrnehmung, die Denken, rationale Überlegungen und Emotionsverarbeitung einschließen;
  2. psychologische Dimensionen wie Persönlichkeit und Temperament;
  3. Verhaltensausprägungen im Zusammenhang mit Drogenkonsum oder -missbrauch - sogenannte motivierte Verhaltensweisen;
  4. Aspekte der Lebensgeschichte der Person, die familiäre und intime Beziehungen und Traumata beinhalten;
  5. Schlafmuster und zirkadiane Rhythmen; und
  6. Werte, wie sich die Symptome der Patienten im Laufe der Zeit verändern und auf die Behandlung ansprechen.

Auslösende, verursachende und begleitende Faktoren

Zu den wichtigsten Erkenntnissen, die das Wissenschaftler-Team in der Prechter-Kohorte zu den auslösenden bzw. verursachenden Faktoren gewonnen hat, gehören u.a:

Es gibt kein einzelnes Gen, das die Krankheit verursacht

Obwohl die Bipolare Störung dazu neigt, gehäuft in Familien aufzutreten, hat die Langzeitstudie gezeigt, dass es kein einzelnes Gen - also, dass es nicht das Bipolar-Gen - gibt, das die Krankheit verursacht oder sie erklärt, sagte Studienleiter Melvin McInnis, Professor für Bipolare Störung und Depression des Fachbereichs Psychiatrie.

Gäbe es ein Gen mit starker erklärender oder verursachender Wirkung, wie wir es zum Beispiel bei Brustkrebs sehen, hätten wir es gefunden, schließt er.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität von Michigan; International Journal of Epidemiology - DOI: 10.1093/ije/dyx229; Dez. 2017

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