Emotionen und die Borderline Störung

Emotionale Überempfindlichkeit von Borderline-Patienten wird begleitet von einer erhöhten Aktivität spezifischer Spiegelneuronen

24.03.2019 Die Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) ist durch eine ausgeprägte emotionale Instabilität in den zwischenmenschlichen Beziehungen gekennzeichnet.

Die Betroffenen erleben extreme Stimmungsschwankungen, sind impulsiv und haben häufig Probleme mit anderen Menschen.

Psychische Schmerz im Spiegelneuronensystem

borderline emotionalität
Bild: Gerd Altmann

Eine in NeuroImage: Clinical publizierte Studie untersuchte, wie ansteckend die Emotion von psychischem Schmerz für Patientinnen und Patienten mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung ist.

Die Forscher um Zrinka Sosic-Vasic von der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Ulm stellten fest, dass Borderliner besonders stark auf Videoaufnahmen von Verlust und Trauer reagieren. MRT-Scans belegten eine aktivere Beteiligung von Arealen im Spiegelneuronensystem im Vergleich zu Nicht-Borderlinern, wenn die Teilnehmer mit Verlust konfrontiert wurden.

Unterschiede im präfrontalen Cortex

Es wurden auch Unterschiede im präfrontalen Cortex beobachtet, wobei ein Bereich, der für die kognitive Bewertung von Emotionen anderer Menschen wichtig ist, deutlich weniger stark aktiviert wurde.

Dieser Bereich schätzt die reflektive Einstufung von Gefühlswahrnehmungen ein, schreiben die Wissenschaftler, der für die Einschätzung der Absichten und Motivationen von anderen von Bedeutung ist. Dies könne einen Hinweis darauf geben, warum Menschen mit Borderline Persönlichkeitsstörung die Perspektiven-Übernahme so schwer fällt, schließen die Studienautoren.

Erhöhte Amygdala-Reaktivität

Diese Ergebnisse stimmen mit Modellen der sozialen Kognition bei BPS überein, die die emotionale Sensibilität auf eine emotionale Ansteckung durch das Spiegelneuronensystem zurückführen, im Gegensatz zu Bereichen, die mit anspruchsvolleren Formen der sozialen Kognition verbunden sind.

Diese Effekte wurden von einer erhöhten Amygdala-Reaktivität begleitet, die im Einklang mit dem häufigen Auftreten von affektiven Symptomen bei diesen Patienten stehen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: NeuroImage: Clinical - https://doi.org/10.1016/j.nicl.2019.101737

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