Borderline Störung: Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Psychische Störungen - BPS

Studie: Borderline und Verhaltenstherapie

28.01.2014 - Kommentar von Andinat:

Ich muss sagen, dass mich als Verhaltentherapeut die Nachricht hoch erfreut, dass es Alternativen zur dialektischen VT gibt. Ich habe schon lange den Verdacht, dass die VT basierte Therapiewelt da zu einseitig agiert. Leider wird momentan ein Heer von jungen Psychologen in VT ausgebildet und dieses exorbitant dumme Ausbildungssystem führt zu einer Verarmung der Therapieformen. Iregendwann wird jeder Psychologe VT machen und Tiefenpsychologie wird sich erledigt haben. Das muss gestoppt werden. Schluss mit dem Deal den die Verbände eingegangen sind! Schluss mit den 1800 Stunden Sklaverei, die junge Kollegen erdulden müssen! Hin zu einer Vielfalt der Therapieangebote! A.N.

Fehlt es vielen Psychologen (auch Psychologischen Psychotherapeuten) an Erfahrung und Wissen?

16.07.2018 Kommentar von Sebastian:

Guten Tag,

das Angebot von Psylex ist wirklich umfangreich und übersichtlich!

Es werden aktuelle Forschungen aus allen Disziplinen gelistet.
Das gefällt mir!

Meine persönliche Frage versteht sich auch als kritischer Hinweis für die klinische Psychologie:
Fehlt es vielen Psychologen (auch Psychologischen Psychotherapeuten) an Erfahrung und Wissen, oder
weshalb werden die charakterisierenden Eigenschaften der Borderline-Störung so selten dargestellt?

Das dichotome Verhalten wird zwar erwähnt und in seiner emotionalen Instabilität angeführt, doch zu Gunsten einer politischen Korrektheit relativiert. Das ist ein riesiger Fehler, da ich sehr viele Fälle untersucht habe, wie sich das Leben von Menschen (grausam) verändert hat, die unter den belastenden Projektionen oder Spaltungen eines Borderliners leben mussten. Bis hin zu suizidalen Ergebnissen.

Das ICD und gegenwärtige Forschungen besetzen ein falsch verstandenes ethisches Pflichtbewusstsein, das in diesem Ausmaß einfach nur naiv und ungebildet ist. Borderliner waren zwar grausame Opfer, ja, doch streben sie »heute« danach, andere Menschen (die aktuelle Bezugsperson) zu vernichten. Das muss man ganz einfach und direkt so sagen.
Die psychotischen Dynamiken, die ein Borderliner nach außen trägt, umfassen ganz andere Probleme als es den meisten Psychologen und auch Interessierten bewusst ist.

• Projektive Identifikationen führen zum grausamen Leid des erwählten Opfers des Borderliners.
• Zwanghafte Manipulationen und Lügen sind der Boden dieser Störung, sie erschaffen eine Ordnung für die chaotische Affektlogik. Unter diesen Voraussetzungen wird es niemals möglich sein, den Borderliner in die erhoffte Sozialisation zu entführen und ihn für voll nehmen zu können. Das Gericht darf Borderliner nicht einmal als gültigen Zeugen verpflichten.
• Promiskuität ist sehr oft ein Thema und wird den "Liebespartner", der entweder idealisiert oder entwertet wird, leiden lassen. Borderliner besetzen gerne ideologische oder alternative (postmoderne) Weltbilder, die das ehrenlose Verhalten als moralischen Leuchtturm verteidigen. Es gibt Subkulturen, die ich seit vielen Jahren dahingehend studiert habe.
• Borderliner verweigern gerne unbewusst den sozialen Kontext, da ihre "limbisch orientierte" Herangehensweise eine empathische Introspektion verweigert und ausschließlich bedarfs- bzw. lustorientiert ausgerichtet ist. Geltung ist der Zucker der tabula rusa. Soziale Kontakte dienen nur als Stabilität und Nahrung der verpassten Identität. Für diesen Gewinn wird die Realität immer wieder neu und schizophren erschaffen.

Ich vermute, dass ein "triple of doom", also die Komorbidität aus PTBS, Dissoziationen und Borderline, zu einem schützenden Hintergrund geführt hat (neurologischer Ausweg aus dem Leid), die eine geistige Behinderung vorbereitet und in dieser Konsequenz auch präfrontales Arbeiten vernachlässigt hat.

Dadurch findet eine Selbstreflexion nur sehr selten statt. Infantiles Denken herrscht das Bilderbuch des Gestörten.
Während "gesunde" Menschen einem Dialog lauschen, hat der Borderliner ihn schon vor Beginn zu Ende gedacht! Borderliner können weder planen (Versprechen können selten eingehalten werden) noch angemessen zuhören und verlieren sich in ihrem mentalen Bilderbuch, um jeden Konflikt nach einem einfachen Schema zu lösen.

Das emotionale Chaos ist auch das erlernte Ergebnis einer ungerechten Umwelt aus der Kindheit, der Deprivationen und Belastungen.
Diese emotionale Belastung (erlernte Erfahrung) wird permanent in die Gegenwart versetzt und an die derzeitigen Bezugspersonen projiziert.
Damit löscht der Borderliner für einen Augenblick eine emotionale Belastung, mit der er eigentlich den tatsächlichen Urheber bestrafen will.
Seine Paradoxen Kognitionen verzerren Feindbilder allerdings an unberechenbare Perspektiven. Der innerliche Druck ist also jederzeit da - der Urheber der jungen Konflikte allerdings nicht. Damit beginnt ein Problem.

Die Psychose ernährt sich scheinbar von der adaptierten Ungerechtigkeit der Vergangenheit und versucht immer wieder, den affektiven Druck der ehemaligen Enttäuschung durch neu erschaffende Feindbilder zu löschen. (Siehe Projektionen) Der Hass, den ein Borderliner auch für sich selbst empfindet , und die Entwertung, die er auch sich selbst geltend macht, sucht unbewusst nach einer Lösung, um dem ewigen emotionalen Ballast eine rationale Signatur zu verpassen. Die Trauer der Vergangenheit kann also an jedem Menschen übertragen und an diesem paradox bekämpft werden. Das einzige Feindbild des Borderliners ist das Gefühl, welches vor bestimmten Jahren aus der Umwelt integriert und nachträglich nicht mehr korrigiert werden konnte. Der gegenwärtige Hass kennt keine Orientierung, um die ehemaligen Umstände angemessen zu filtern und unschuldige Menschen zu verschonen, da sich das Gehirn scheinbar komplett umgestaltet und wichtige Areale abgeschwächt hat.

Es wäre also sehr naiv, wenn wir einen Borderliner um Verständnis und Einsicht bitten. Er wird es uns je nach trieborientierter Perspektive sogar anbieten, da der pathologische Haushalt seiner Manipulationen unvorstellbar kreativ sein kann . Sie können einem Autisten auch nicht von dem facetteneichen Reichtum emotionaler Impressionen berichten, er wird es ebenso wenig verstehen. Eine soziale Konstruktion wiederzugeben ist die eine Sache, sie tatsächlich zu empfinden eine ganz andere.

Der folgende Abschnitt verkauft sich etwas selbstbewusster, das hängt allerdings nur mit der folgenden Kritik am Schulsystem zusammen.

Wir begegnen den munteren Dynamiken des Borderliners nicht, wenn wir ihm im Kontext der Psychiatrie oder Therapie begegnen, da seine gefährlichen Herangehensweisen oft nur bei der emotionalen Bezugsperson, seinem Opfer, zu beobachten sind. Die Vampir-Mechaniken gelten dem Opfer alleine.
Das macht es so schwierig, den meisten "Wendypsychologen" ein gerechtes Bild zu verkaufen. Auswendig lernen wird uns nicht zum Apologeten der Weisheit machen.
Ich persönlich habe eine eher unliebsame Erfahrung gemacht, die mir allerdings während der Forschung die nötige Kompetenz ermöglicht hat. Ich habe privat bis zu zehn Borderliner untersucht und auch untersuchen dürfen. Viele Jahre lang. Mich bewusst auf Risiken eingelassen, Dokumente erstellt, Szenarien erschaffen, um jede wissenschaftliche Planung vollwertig abschließen zu können. Es ist teilweise ziemlich spukhaft, da mir diese Frauen tatsächlich zugeflogen sind. Die gesamte Geschichte ist ziemlich interessiert. Ich lasse diese hier aus.

Bei einem dieser Mädchen hatte ich tatsächlich ein Wunder ermöglicht und so wurde mir noch einmal klar, wie wichtig die Liebe bzw. gesunde Nestwärme während der Entwicklung ist! Da nicht alle möglichen Merkmale eines Borderliners sehr ausgeprägt sein müssen, ist es mir gelungen, diesem Mädchen eine stabile Rückführung auf emotionales Bewusstsein zu ermöglichen. Ungreifbare Liebe endlich fühlen zu lassen, jeder Handlung eine Ordnung und dem Menschen eine Identität bzw. Selbstbewusstsein zu geben. Ich wurde ein ganzes Jahr nicht - nach täglicher Begegnung in unserer Wohnung - entwertet noch belogen.

Borderliner widersprechen sich unbewusst sehr oft in ihrer Lügen-Akrobatik, so konnte ich ihre Glaubwürdigkeit einschätzen. Sie weinte manchmal aus Freude und hat mich mit tollen Ideen überrascht. Es war eine besondere Erfahrung. Ihre Familie hat sich zu dieser Zeit bei mir bedankt und mich in ihre Heimat eingeladen.

Es gab einige psychiatrische Fälle (unterschiedliche Störungen), die nie eine Verbesserung erzielen konnten und erst durch meine besondere Herangehensweise letztendlich korrigiert wurden. Ich sammelte tatsächlich Dankesbriefe. Weshalb mir der größere Blick auf unser menschliches Erleben gelingt? Ich bin unerklärlich empfänglich für die Seelenqualen unserer Existenz, sodass ich jegliche Werte aus einem objektiven Fenster - schon als Kind - studiert habe. Ich habe sämtliche Subkulturen und soziale Perspektiven studiert. Jeden Menschen an seinen Motiven untersucht und als Psychoanalytiker fehlerlose Ergebnisse ausgesprochen.

Ich arbeite aus dem Bewusstsein der »dritten Instanz«. Ich wäre sehr glücklich, wenn ich irgendwann einen Weg finden würde, diese Aufmerksamkeit erklären zu können.

Es gab eine Borderlinerin, deren Therapeut mich eingeladen hat, über meine Methoden zu sprechen. Er konnte es nicht fassen oder seinem Ego erklären, dass er nach 4 Jahren nicht den Zugang genossen hat, den ich in 3 Monaten erreichte. Mir war in den meisten Fällen immer klar, dass ich nicht allen Mädchen helfen kann, da ihre grausamen Dynamiken nicht mehr zu korrigieren sind. So grausam ein jeder Abschied dann auch gewesen sein mag, hat man sich immer dafür bedankt, endlich mal kompetent berührt worden zu sein.

Mit dieser Begabung ist es mir auch gelungen, kreative oder auch kinästhetische Talente autodidaktisch zu erlernen. Praktisch über Nacht lernte ich das Piano oder Gitarre spielen. Das sind nur wenige Beispiele. Ich lebe nicht nur vom memorierten Content aus dem Studium, lerne also nicht einfach auswendig, sondern atme und lebe die Psychologie. Den Menschen. Ich mache als Mensch immer wieder Fehler und reflektiere mich dann schonungslos.

Unsere akademische Diagnostik ist jedenfalls meilenweit davon entfernt, unsere Studenten nach Qualität zu besetzen, da letztendlich nur der primitive Durst einer generalisierten Disziplin befriedigt wird. Wir bereiten keine guten Psychologen vor, wir stressen die Studenten beim Ablauf der eigentlichen Lernkultur. Das Schulsystem führt eher zu Stigmatisierung als zur Zulassung kompetenter Persönlichkeiten. Bildung bleibt relativ, solange diese nicht von einem besonderen Charakter extrahiert wird. Der NC dient auch nur als lächerlicher Wegweiser einer repetitiven Disziplin, dem auswendig lernen. Es ist also kein Wunder, dass unsere psychiatrische Instanz einen so schlechten Ruf besitzt.

Der gesamte Text ist spontan entstanden, orthographische Kosmetik oder sonstige Melodik mag nicht perfekt sein. Ich hoffe, dass sie mir diese Mängel entschuldigen können!

Ich wünsche ihnen viel Gesundheit und Erfolg für die Zukunft,

viele Grüße Sebastian !

Beziehungsmodel

14.02.2016 Kommentar von Neskaya:

Die Diagnose BL hat mein Leben interessanterweise verbessert. Vorher wusste ich nicht was mein Problem war, ich wusste nur irgendwas stimmt nicht mit mir und ich war depressiv, selbst-verletzend, litt unter starken Stimmungsschwankungen, süchtelte und was Beziehungen betraf suchte ich mit immer Bindungsgestörte oder süchtige Männer aus. Nach der Diagnosestellung (Ich bin vom Fach, und hatte schon fast damit gerechnet als ich mich für meine Ausbildung mit dem Thema Borderline auseinandersetze) konnte ich gezielt an meine Problematik arbeiten. Ich arbeite immer noch daran. Erfolgreich. Ich habe inzwischen ein Beziehungsmodel für mich gefunden mit dem mein Partner (wir sind jetzt seit 14 Jahren zusammen und waren auch miteinander verheiratet) und ich gut klar kommen. Selbstverletzungen kommen so gut wie gar nicht mehr vor und auch die anderen Symptome (inklusive der Flashbacks durch die Missbrauchserfahrung(als Kind ) und die Vergewaltigung im erwachsenen Alter) sind auf fast 0 runter gegangen.

Was mir geholfen hat: Disziplin, ich habe Jahrelang akribisch Erfolgstagebuch geführt, das hat mir geholfen mich nicht selbst klein zu machen und meine Situation realistisch betrachten zu können statt 'besoffen im Denken' zu sein und Alles entweder Supertoll oder absolut mistig zu erleben. Das 12 Schritte Konzept der AA s gibt es auch abgewandelt für BLer. das ist auch eine große Hilfe für mich. Wichtig ist die Aufklärung der guten Freunde. Ich hab meinen Leuten die mir wichtig waren Bücher in die Hand gedrück zB. 'Ich hasse Dich verlass mich nicht' damit sie verständnis für mein manchmal merkwürdiges Verhalten entwickeln konnten.

Und ich hab mir immer Professionelle Hilfe geholt wenn ich merkte das ich längerfristig in ein depressives Loch gerutscht bin. Ok, das war leicht da ich einfach meine Ausbilderin die eine ähnliche Geschichte wie ich hatte bitten konnte, aber wichtig ist überhaupt daran zu glauben das BL kein Stempel sein muss der einen das Leben versaut und zu ewiger Einsamkeit verdammen wird. Ich lebe mit meiner 16 Jährigen Tochter zusammen in einer schönen Wohnung, bin inzwischen sehr erfolgreich in meinem Beruf und kann nur ganz klar sagen: Wenn ich das schaffen konnte, kannst Du das auch.

Am Ball bleiben und aus Rückfällen ( die gehören dazu ) keine Dramen machen. Ich war früher die absolute Dramaqueen^^ Heute bin ich eine erfolgreiche Frau die ihren weg geht und mein wild-gewordener Lebenslauf mit Suizidversuchen, Jobwechseln und Beziehungschaos gehört zu meiner Vergangenheit. auf dem größten Misthaufen wachen die besten Kürbisse^^. Ich bin ein toller Kürbis und Du auch.

Borderline/PTBS

24.01.2016 Kommentar von samantha:

Ich bin 16 jahre alt und habe meine Borderline Diagnose sein fast einem Jahr ich merke oft wie meine Stimmung schnell kippt gerade bei Situationen die mich sehr an meine Vergangenheit erinnern.

Es ist schwer zu sagen wie ich mich fühle weil meist fühle ich nix oder manchmal auch zu viel.

Zu gleich leide ich auch an Flashbacks dabei bin ich nicht ansprechbar und starre auf einen punkt in dem moment läuft die ganze Situation ab die zu meiner Posttraumatischer Belastungsstörung geführt haben ich gehe dabei durch die hölle.

Raus aus bekommt man mich nurit bestimmten Riechstäbchen die nach Ammoniak riechen ih den momenten bekimme ich nichts mit.

Ich mach jetzt bald meine traumatherapie und saß auch schon neun monate im psychiatrischen Klinikum ih Lüneburg weil ich mich oft versucht habe umzubringen mit allem möglichen ( klingen schlucken, desinfektionsmitteln trinken, pulsadern aufschneiden...)

Ich habe mich leer und verletzt gefühlt.

Einsam und alleine gelassen jetzt bin ich auf einem guten weg der Besserung sorge mich um meune kleine Tochter und lebe mein leben.

Immer wenn es wieder schwer wird uns ich drohe zurück zu fallen denke ih an die leute die mich lieben die mich brauchen und die mich unterstützten auch wenn ich manchmal sch...e behandelt habe.

Das war mein kleiner teil mit meiner BPS was wirklich ist weiß man nur wenn man es selber hat ich hoffe jeder schafft es sein leben in den griff zu bekommen.
Ich glaube an alle die die selbe Diagnose haben wir schaffen das.
Wir sind Kämpfer
ICH GLAUBE AN EUCH

Ständige angst vom Partner verlassen zu werden

10.02.2017 Kommentar von Lilly:

Ich war nie in einer glücklichen und zufriedenen Beziehung. Nun bin ich mit dem Mann zusammen mit dem ich schon immer zusammen sein wollte und den ich seit über 10 Jahren liebe. Und habe nun das ständige Gefühl das er nicht glücklich ist mit mir und mich verlässt. Selbst wenn er neben mit liegt und mir einen Kuss gibt. Selbst dann habe ich das gefuhl. Ich kann und will ohne diesen Mann nicht leben.

Auswirkungen

04.10.2016 Kommentar von Hannes W.:

Hallo,
danke für diesen Artikel, ich habe mich vor einigen Jahren in eine Frau mit Borderline verliebt. Wir sind innerhalb von kürzester Zeit zusammengezogen und am Anfang lief alles prima. Ich dachte sie wird die Liebe meines Lebens. Zu der Zeit ging alles relativ schnell - ich lernte ihre Eltern, sie meine usw. Ich bin als Mensch schon immer unternehmungslustig, fröhlich, sehr gepflegt und liebte mich mit vielen Menschen zu umgeben.

Heute ist es leider das Gegenteil. Lebe mittlerweile zurückgezogen, keine Spur von Lebensfreude, Freunde haben sich von mir distanziert. Bin leider in ein schwarzes Loch gefallen, wo ich leider total hilflos mit dieser Situation bin und trinke sogar. Der Job ist auch zur Nebensache geworden. Ich werde von ihr ständig angegriffen und hab angefangen mich im Internet über dieses Thema zu beschäftigen, mittlerweile bin ich sogar auf der Suche nach einer Therapie. Ich glaub, dass ich keine andere Wahl sehe als mich von ihr zu trennen.

Beziehung, Partnerschaft oder Freundschaft?

Infos zu diesem Thema unter Borderline Störung / Syndrom: Partner, Beziehung und Trennungsangst

22.01.2018 Kommentar von sweet:

Hallo Zusammen,

bin sehr sehr verunsichert was das Thema Borderline angeht. Ich selbst habe das nicht, habe aber trotzdem auch ziemliche Probleme und bin in Therapie (habe Bulimie).
Habe jemanden kennengelernt mit dieser Krankheit, das hat er mir auch gleich von Anfang an gesagt, hab mir da noch nicht viel dabei gedacht.

Erst als ich ein widersprüchliches und extrem sexuelle orientiertes Verhalten feststellen musste hab ich mal nachgedacht, was ich aber zu dem Zeitpunkt noch nicht so wirklich wahrgenommen habe, da ich es erstmal ziemlich genossen haben so umschwärmt und in den himmel gelobt zu werden. Das war sowas von eine krasse Verbindung zwischen uns, dass ich relativ schnell angst bekommen habe. Es hat sich irgendwie nicht echt angefühlt aber trotzdem wunderschön. Habe dann viel im Internet nachgelesen und alle haben nur geschrieben: lauf so schnell und weit du kannst und beende die Beziehung mit diesem Partner.

Was ich dann letztendlich auch getan habe. Aber irgendwann habe ich mir gedacht, vielleicht muss ich selber die erfahrung machen, dass es vielleicht falsch ist (oder mich mit menschen unterhalten die das auch haben, so, wo nun ihr ins spiel kommt J ). Habe mich dann also wieder gemeldet und jetzt sind wir befreundet und haben trotzdem sex. Diese nur Freundschaftsschiene ist auf meinem Mist gewachsen, da ich vor einer festen und zu innigen Beziehung zu viel angst habe, denn ich hatte am Anfang das Gefühl durch die Nähe abhängig zu werden (was ich vermutlich schon längst bin.) und eine zu starke Trennungsangst zu entwickeln.

Dann hat er aber Anspielungen gemacht, dass ja vielleicht doch wieder mehr gehen könnte, ich darauf eingegangen und er voll abgeblockt. Solche Spielchen sind jetzt schön öfter passiert. Irgendwie bin ich schon selber so, bin voll verwirrt. Manchmal glaube ich, ich hab das auch, aber meine Therapeutin meint "Nein". Auch auf die erst bizzaren sexuellen Praktiken bin ich mittlerweile eingegangen und das schlimme ist, dass ich sie auch noch toll finde.

Irgendwie fühlt sich alles seltsam und komisch an, ich komme mir teilweise vor als würde ich eine Theaterbühne betreten wenn ich mit ihm zusammen bin. Dann spüre ich aber wieder seine Zuneigung und seine Anhänglichkeit und ich bin froh dass er bei mir ist, wobei sich unser Kontakt jetzt im normalen Rahmen bewegt, da wir ja nur befreundet sind. Habe ihm gesagt dass mir ne Beziehung angst macht. Habe im moment selbst ein nähe distanz problem und oft dann Trennungsangst.

Meint ihr dass ich ihm trotzdem wichtig bin oder spielt er nur mit mir? Irgendwie weiß ich, dass eine Beziehung mit diesem menschen nicht wirklich sinn machen würde, aber trotzdem möchte ich ihn nicht verlieren. Ich verhalte mich auch schon voll widersprüchlich.

Wäre eine normale Freundschaft ohne sex vielleicht das beste? Eigentlich wollten wir es auch so machen, aber irgendwie kam dann eins zum andern.

Ich weiß natürlich dass jeder Borderliner anders ist, aber vielleicht seht ihr ein paar Sichtweisen die ich nicht sehe.

Er ist mir sehr wichtig aber mich deswegen selbst zerstören wäre jetzt auch irgendwie doof.

Sollte ich klarere Grenzen setzten, den Kontakt minimieren, es einfach mal so laufen lassen? Möchte weder ihm noch mir all zu sehr weh tun. Kann so eine Situation mit nur Freundschaft und sex überhaupt gut gehen oder mach ich mir da jetzt selbst was vor?

Würde mich freuen mal die Sichtweise eines Borderliners zu erfahren, die andere kenne ich ja schon: weglaufen, aber das will ich im moment nicht, wenn es eine alternative gibt.

Danke fürs zuhören

23.03.2018 Erfahrung von Missy:

Beides. Das was er da tut ist ein sehr grundlegendes Borderlineverhalten. Viele denken, bei der Borderline Diagnose wäre das selbstverletzende Verhalten so wichtig, aber Pustekuchen, dieser Indikator ist viel wichtiger. So lange du ihn nicht nah an dich heranlässt klammert er, zieht an dir, vergöttert dich, aber sobald du die Nähe (ich meine nicht die körperliche Nähe) zulässt, stößt er dich weg, ist wütend und/oder kalt, will dich nicht mehr. So lange er das nicht professionell therapieren lässt, wird das IMMER so weitergehen. Selbst gut therapierte Borderliner haben an genau diesem Verhalten immer zu arbeiten und sich zu reflektieren.

Zitat
Wäre eine normale Freundschaft ohne sex vielleicht das beste?

Für dich auf jeden Fall. Ich denke, das geschilderte Verhalten würde dich kaputt machen und selbst wenn er sich jetzt in Therapie begäbe oder auch ist, das ist noch ein langer harter Weg für ihn, bis er dieses Verhalten kontrollieren kann.

28.03.2018 Erfahrung von gil:

Liebst du ihn denn ? Die Nähe-Distanz "spielchen" werden nicht aufhören, das ist in Beziehungen mit Borderlinern Alltag.

Ansonsten, wenn du ihn nicht liebst genieß halt die Zeit und hab Spaß. Dann wäre es ja eine Affäre.

20.09.2018 Erfahrung von rales:

alles was man über borderline sagen kann und muß :

ich hasse dich, verlass mich nicht
ich liebe dich, berühr mich nicht
mal schwarz mal weiss

aber trotzallem so verlockend

03.01.2019 Erfahrung von Tinkel:

Ich habe auch mal eine Beziehung/Affaire mit einem Borderliner gehabt. Es war ziemlich normal, weil er seine Krankheit reflektieren konnte. Das Komm her-Geh weg-Spiel wurde dadurch klein gehalten. Auch weil ich mich einfach nicht darauf einließ. Wir wurden durch einen Umzug meinerseits getrennt, Wie es hätte weitergehen können kann ich deshalb nicht sagen. Obwohl ich der Meinung bin, hätten wir uns getrennt, dann aus anderen Gründen als der Krankheit.

23.06.2019 Erfahrung von Sephiroth:

Von Borderlinern würde ich prinzipiell die Finger lassen.

Ich kenne genügend Fälle, in denen solche Beziehungen schlecht ausgingen. Borderliner haben den Hang dazu, erotisierend zu wirken und schnell eine "Verbindung" aufzubauen, wovon ich mich nicht um den Finger wickeln lassen würde - der Preis dafür ist sehr wahrscheinlich viel zu hoch.

Wenn Du ihn trotzdem nicht "verlieren" willst, dann würde ich ihn an Deiner Stelle emotional auf Abstand halten, damit, wenn es Dir zu lästig wird, Du den Kontakt zu ihm jederzeit beenden könntest.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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