Borderline-Störung: Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Psychische Störungen - BPS

Fehlt es vielen Psychologen (auch Psychologischen Psychotherapeuten) an Erfahrung und Wissen?

16.07.2018 Kommentar von Sebastian:

Guten Tag,

das Angebot von Psylex ist wirklich umfangreich und übersichtlich!

Es werden aktuelle Forschungen aus allen Disziplinen gelistet.
Das gefällt mir!

Meine persönliche Frage versteht sich auch als kritischer Hinweis für die klinische Psychologie:
Fehlt es vielen Psychologen (auch Psychologischen Psychotherapeuten) an Erfahrung und Wissen, oder
weshalb werden die charakterisierenden Eigenschaften der Borderline-Störung so selten dargestellt?

Das dichotome Verhalten wird zwar erwähnt und in seiner emotionalen Instabilität angeführt, doch zu Gunsten einer politischen Korrektheit relativiert. Das ist ein riesiger Fehler, da ich sehr viele Fälle untersucht habe, wie sich das Leben von Menschen (grausam) verändert hat, die unter den belastenden Projektionen oder Spaltungen eines Borderliners leben mussten. Bis hin zu suizidalen Ergebnissen.

Das ICD und gegenwärtige Forschungen besetzen ein falsch verstandenes ethisches Pflichtbewusstsein, das in diesem Ausmaß einfach nur naiv und ungebildet ist. Borderliner waren zwar grausame Opfer, ja, doch streben sie »heute« danach, andere Menschen (die aktuelle Bezugsperson) zu vernichten. Das muss man ganz einfach und direkt so sagen.
Die psychotischen Dynamiken, die ein Borderliner nach außen trägt, umfassen ganz andere Probleme als es den meisten Psychologen und auch Interessierten bewusst ist.

• Projektive Identifikationen führen zum grausamen Leid des erwählten Opfers des Borderliners.
• Zwanghafte Manipulationen und Lügen sind der Boden dieser Störung, sie erschaffen eine Ordnung für die chaotische Affektlogik. Unter diesen Voraussetzungen wird es niemals möglich sein, den Borderliner in die erhoffte Sozialisation zu entführen und ihn für voll nehmen zu können. Das Gericht darf Borderliner nicht einmal als gültigen Zeugen verpflichten.
• Promiskuität ist sehr oft ein Thema und wird den "Liebespartner", der entweder idealisiert oder entwertet wird, leiden lassen. Borderliner besetzen gerne ideologische oder alternative (postmoderne) Weltbilder, die das ehrenlose Verhalten als moralischen Leuchtturm verteidigen. Es gibt Subkulturen, die ich seit vielen Jahren dahingehend studiert habe.
• Borderliner verweigern gerne unbewusst den sozialen Kontext, da ihre "limbisch orientierte" Herangehensweise eine empathische Introspektion verweigert und ausschließlich bedarfs- bzw. lustorientiert ausgerichtet ist. Geltung ist der Zucker der tabula rusa. Soziale Kontakte dienen nur als Stabilität und Nahrung der verpassten Identität. Für diesen Gewinn wird die Realität immer wieder neu und schizophren erschaffen.

Ich vermute, dass ein "triple of doom", also die Komorbidität aus PTBS, Dissoziationen und Borderline, zu einem schützenden Hintergrund geführt hat (neurologischer Ausweg aus dem Leid), die eine geistige Behinderung vorbereitet und in dieser Konsequenz auch präfrontales Arbeiten vernachlässigt hat.

Dadurch findet eine Selbstreflexion nur sehr selten statt. Infantiles Denken herrscht das Bilderbuch des Gestörten.
Während "gesunde" Menschen einem Dialog lauschen, hat der Borderliner ihn schon vor Beginn zu Ende gedacht! Borderliner können weder planen (Versprechen können selten eingehalten werden) noch angemessen zuhören und verlieren sich in ihrem mentalen Bilderbuch, um jeden Konflikt nach einem einfachen Schema zu lösen.

Das emotionale Chaos ist auch das erlernte Ergebnis einer ungerechten Umwelt aus der Kindheit, der Deprivationen und Belastungen.
Diese emotionale Belastung (erlernte Erfahrung) wird permanent in die Gegenwart versetzt und an die derzeitigen Bezugspersonen projiziert.
Damit löscht der Borderliner für einen Augenblick eine emotionale Belastung, mit der er eigentlich den tatsächlichen Urheber bestrafen will.
Seine Paradoxen Kognitionen verzerren Feindbilder allerdings an unberechenbare Perspektiven. Der innerliche Druck ist also jederzeit da - der Urheber der jungen Konflikte allerdings nicht. Damit beginnt ein Problem.

Die Psychose ernährt sich scheinbar von der adaptierten Ungerechtigkeit der Vergangenheit und versucht immer wieder, den affektiven Druck der ehemaligen Enttäuschung durch neu erschaffende Feindbilder zu löschen. (Siehe Projektionen) Der Hass, den ein Borderliner auch für sich selbst empfindet , und die Entwertung, die er auch sich selbst geltend macht, sucht unbewusst nach einer Lösung, um dem ewigen emotionalen Ballast eine rationale Signatur zu verpassen. Die Trauer der Vergangenheit kann also an jedem Menschen übertragen und an diesem paradox bekämpft werden. Das einzige Feindbild des Borderliners ist das Gefühl, welches vor bestimmten Jahren aus der Umwelt integriert und nachträglich nicht mehr korrigiert werden konnte. Der gegenwärtige Hass kennt keine Orientierung, um die ehemaligen Umstände angemessen zu filtern und unschuldige Menschen zu verschonen, da sich das Gehirn scheinbar komplett umgestaltet und wichtige Areale abgeschwächt hat.

Es wäre also sehr naiv, wenn wir einen Borderliner um Verständnis und Einsicht bitten. Er wird es uns je nach trieborientierter Perspektive sogar anbieten, da der pathologische Haushalt seiner Manipulationen unvorstellbar kreativ sein kann . Sie können einem Autisten auch nicht von dem facetteneichen Reichtum emotionaler Impressionen berichten, er wird es ebenso wenig verstehen. Eine soziale Konstruktion wiederzugeben ist die eine Sache, sie tatsächlich zu empfinden eine ganz andere.

Der folgende Abschnitt verkauft sich etwas selbstbewusster, das hängt allerdings nur mit der folgenden Kritik am Schulsystem zusammen.

Wir begegnen den munteren Dynamiken des Borderliners nicht, wenn wir ihm im Kontext der Psychiatrie oder Therapie begegnen, da seine gefährlichen Herangehensweisen oft nur bei der emotionalen Bezugsperson, seinem Opfer, zu beobachten sind. Die Vampir-Mechaniken gelten dem Opfer alleine.
Das macht es so schwierig, den meisten "Wendypsychologen" ein gerechtes Bild zu verkaufen. Auswendig lernen wird uns nicht zum Apologeten der Weisheit machen.
Ich persönlich habe eine eher unliebsame Erfahrung gemacht, die mir allerdings während der Forschung die nötige Kompetenz ermöglicht hat. Ich habe privat bis zu zehn Borderliner untersucht und auch untersuchen dürfen. Viele Jahre lang. Mich bewusst auf Risiken eingelassen, Dokumente erstellt, Szenarien erschaffen, um jede wissenschaftliche Planung vollwertig abschließen zu können. Es ist teilweise ziemlich spukhaft, da mir diese Frauen tatsächlich zugeflogen sind. Die gesamte Geschichte ist ziemlich interessiert. Ich lasse diese hier aus.

Bei einem dieser Mädchen hatte ich tatsächlich ein Wunder ermöglicht und so wurde mir noch einmal klar, wie wichtig die Liebe bzw. gesunde Nestwärme während der Entwicklung ist! Da nicht alle möglichen Merkmale eines Borderliners sehr ausgeprägt sein müssen, ist es mir gelungen, diesem Mädchen eine stabile Rückführung auf emotionales Bewusstsein zu ermöglichen. Ungreifbare Liebe endlich fühlen zu lassen, jeder Handlung eine Ordnung und dem Menschen eine Identität bzw. Selbstbewusstsein zu geben. Ich wurde ein ganzes Jahr nicht - nach täglicher Begegnung in unserer Wohnung - entwertet noch belogen.

Borderliner widersprechen sich unbewusst sehr oft in ihrer Lügen-Akrobatik, so konnte ich ihre Glaubwürdigkeit einschätzen. Sie weinte manchmal aus Freude und hat mich mit tollen Ideen überrascht. Es war eine besondere Erfahrung. Ihre Familie hat sich zu dieser Zeit bei mir bedankt und mich in ihre Heimat eingeladen.

Es gab einige psychiatrische Fälle (unterschiedliche Störungen), die nie eine Verbesserung erzielen konnten und erst durch meine besondere Herangehensweise letztendlich korrigiert wurden. Ich sammelte tatsächlich Dankesbriefe. Weshalb mir der größere Blick auf unser menschliches Erleben gelingt? Ich bin unerklärlich empfänglich für die Seelenqualen unserer Existenz, sodass ich jegliche Werte aus einem objektiven Fenster - schon als Kind - studiert habe. Ich habe sämtliche Subkulturen und soziale Perspektiven studiert. Jeden Menschen an seinen Motiven untersucht und als Psychoanalytiker fehlerlose Ergebnisse ausgesprochen.

Ich arbeite aus dem Bewusstsein der »dritten Instanz«. Ich wäre sehr glücklich, wenn ich irgendwann einen Weg finden würde, diese Aufmerksamkeit erklären zu können.

Es gab eine Borderlinerin, deren Therapeut mich eingeladen hat, über meine Methoden zu sprechen. Er konnte es nicht fassen oder seinem Ego erklären, dass er nach 4 Jahren nicht den Zugang genossen hat, den ich in 3 Monaten erreichte. Mir war in den meisten Fällen immer klar, dass ich nicht allen Mädchen helfen kann, da ihre grausamen Dynamiken nicht mehr zu korrigieren sind. So grausam ein jeder Abschied dann auch gewesen sein mag, hat man sich immer dafür bedankt, endlich mal kompetent berührt worden zu sein.

Mit dieser Begabung ist es mir auch gelungen, kreative oder auch kinästhetische Talente autodidaktisch zu erlernen. Praktisch über Nacht lernte ich das Piano oder Gitarre spielen. Das sind nur wenige Beispiele. Ich lebe nicht nur vom memorierten Content aus dem Studium, lerne also nicht einfach auswendig, sondern atme und lebe die Psychologie. Den Menschen. Ich mache als Mensch immer wieder Fehler und reflektiere mich dann schonungslos.

Unsere akademische Diagnostik ist jedenfalls meilenweit davon entfernt, unsere Studenten nach Qualität zu besetzen, da letztendlich nur der primitive Durst einer generalisierten Disziplin befriedigt wird. Wir bereiten keine guten Psychologen vor, wir stressen die Studenten beim Ablauf der eigentlichen Lernkultur. Das Schulsystem führt eher zu Stigmatisierung als zur Zulassung kompetenter Persönlichkeiten. Bildung bleibt relativ, solange diese nicht von einem besonderen Charakter extrahiert wird. Der NC dient auch nur als lächerlicher Wegweiser einer repetitiven Disziplin, dem auswendig lernen. Es ist also kein Wunder, dass unsere psychiatrische Instanz einen so schlechten Ruf besitzt.

Der gesamte Text ist spontan entstanden, orthographische Kosmetik oder sonstige Melodik mag nicht perfekt sein. Ich hoffe, dass sie mir diese Mängel entschuldigen können!

Ich wünsche ihnen viel Gesundheit und Erfolg für die Zukunft,

viele Grüße Sebastian !

Beziehungsmodel

14.02.2016 Kommentar von Neskaya:

Die Diagnose BL hat mein Leben interessanterweise verbessert. Vorher wusste ich nicht was mein Problem war, ich wusste nur irgendwas stimmt nicht mit mir und ich war depressiv, selbst-verletzend, litt unter starken Stimmungsschwankungen, süchtelte und was Beziehungen betraf suchte ich mit immer Bindungsgestörte oder süchtige Männer aus. Nach der Diagnosestellung (Ich bin vom Fach, und hatte schon fast damit gerechnet als ich mich für meine Ausbildung mit dem Thema Borderline auseinandersetze) konnte ich gezielt an meine Problematik arbeiten. Ich arbeite immer noch daran. Erfolgreich. Ich habe inzwischen ein Beziehungsmodel für mich gefunden mit dem mein Partner (wir sind jetzt seit 14 Jahren zusammen und waren auch miteinander verheiratet) und ich gut klar kommen. Selbstverletzungen kommen so gut wie gar nicht mehr vor und auch die anderen Symptome (inklusive der Flashbacks durch die Missbrauchserfahrung(als Kind ) und die Vergewaltigung im erwachsenen Alter) sind auf fast 0 runter gegangen.

Was mir geholfen hat: Disziplin, ich habe Jahrelang akribisch Erfolgstagebuch geführt, das hat mir geholfen mich nicht selbst klein zu machen und meine Situation realistisch betrachten zu können statt 'besoffen im Denken' zu sein und Alles entweder Supertoll oder absolut mistig zu erleben. Das 12 Schritte Konzept der AA s gibt es auch abgewandelt für BLer. das ist auch eine große Hilfe für mich. Wichtig ist die Aufklärung der guten Freunde. Ich hab meinen Leuten die mir wichtig waren Bücher in die Hand gedrück zB. 'Ich hasse Dich verlass mich nicht' damit sie verständnis für mein manchmal merkwürdiges Verhalten entwickeln konnten.

Und ich hab mir immer Professionelle Hilfe geholt wenn ich merkte das ich längerfristig in ein depressives Loch gerutscht bin. Ok, das war leicht da ich einfach meine Ausbilderin die eine ähnliche Geschichte wie ich hatte bitten konnte, aber wichtig ist überhaupt daran zu glauben das BL kein Stempel sein muss der einen das Leben versaut und zu ewiger Einsamkeit verdammen wird. Ich lebe mit meiner 16 Jährigen Tochter zusammen in einer schönen Wohnung, bin inzwischen sehr erfolgreich in meinem Beruf und kann nur ganz klar sagen: Wenn ich das schaffen konnte, kannst Du das auch.

Am Ball bleiben und aus Rückfällen ( die gehören dazu ) keine Dramen machen. Ich war früher die absolute Dramaqueen^^ Heute bin ich eine erfolgreiche Frau die ihren weg geht und mein wild-gewordener Lebenslauf mit Suizidversuchen, Jobwechseln und Beziehungschaos gehört zu meiner Vergangenheit. auf dem größten Misthaufen wachen die besten Kürbisse^^. Ich bin ein toller Kürbis und Du auch.

Borderline/PTBS

24.01.2016 Kommentar von samantha:

Ich bin 16 jahre alt und habe meine Borderline Diagnose sein fast einem Jahr ich merke oft wie meine Stimmung schnell kippt gerade bei Situationen die mich sehr an meine Vergangenheit erinnern.

Es ist schwer zu sagen wie ich mich fühle weil meist fühle ich nix oder manchmal auch zu viel.

Zu gleich leide ich auch an Flashbacks dabei bin ich nicht ansprechbar und starre auf einen punkt in dem moment läuft die ganze Situation ab die zu meiner Posttraumatischer Belastungsstörung geführt haben ich gehe dabei durch die hölle.

Raus aus bekommt man mich nurit bestimmten Riechstäbchen die nach Ammoniak riechen ih den momenten bekimme ich nichts mit.

Ich mach jetzt bald meine traumatherapie und saß auch schon neun monate im psychiatrischen Klinikum ih Lüneburg weil ich mich oft versucht habe umzubringen mit allem möglichen ( klingen schlucken, desinfektionsmitteln trinken, pulsadern aufschneiden...)

Ich habe mich leer und verletzt gefühlt.

Einsam und alleine gelassen jetzt bin ich auf einem guten weg der Besserung sorge mich um meune kleine Tochter und lebe mein leben.

Immer wenn es wieder schwer wird uns ich drohe zurück zu fallen denke ih an die leute die mich lieben die mich brauchen und die mich unterstützten auch wenn ich manchmal sch...e behandelt habe.

Das war mein kleiner teil mit meiner BPS was wirklich ist weiß man nur wenn man es selber hat ich hoffe jeder schafft es sein leben in den griff zu bekommen.
Ich glaube an alle die die selbe Diagnose haben wir schaffen das.
Wir sind Kämpfer
ICH GLAUBE AN EUCH

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter