Impulsives Verhalten und Wutanfälle bei Borderline Störung

Psychische Störungen - BPS

Borderline Persönlichkeitsstörung: Borderline und impulsives Verhalten;
Borderline und Wutausbrüche.

Impulsives Verhalten

Impulsives Verhalten führt zu Gefahren im Straßenverkehr (zu schnelles, aggressives und rücksichtsloses Fahren), zu Geldproblemen (teure Spontankäufe), Selbstverletzendem Verhalten (Ritzen oder Verbrennungen) und Drogenmissbrauch (Alkohol und illegale Substanzen).

Schon ganz kleinen Kindern wird beigebracht, nicht einfach ihren Impulsen nachzugeben: man rennt nicht einfach auf die Strasse, man darf während der Schulstunden nicht einfach aufstehen und man nimmt sich nicht etwas, ohne zu fragen.

Normalerweise geben Menschen aufkommenden Impulsen nicht einfach nach, wenn die Handlung langfristige negative Folgen hätte. Es wird eine Kosten-Nutzen-Analyse gemacht, ob man nicht vielleicht besser kurzfristig auf etwas verzichtet, um ein besseres Ziel später erreichen zu können.

Auch wenn das neue Kleid, das tolle Auto oder die neue Küche wirklich verlockend sind, verkneift man sich spätestens bei dem Gedanken daran, dass man auch am Letzten des Monats noch Geld für Lebensmittel braucht, diese Wünsche.

Ein Mensch mit einer Borderline-Persönlichkeitsstörung hat es schwerer mit dieser Entscheidung. Seine Neigung zu impulsivem Verhalten lässt ihm nicht lange Zeit für Überlegungen. Seine innere Leere will betäubt werden.

Sein Selbstwertgefühl wird durch materiellen Luxus gestärkt. Der Drang, das Objekt zu besitzen, ist nicht zu bekämpfen.

Steht er nun später vor dem Problem, dass er kein Geld mehr hat, um die Miete zu bezahlen, so verhindert die Tatsache, dass er keine Verantwortung für eigenes Handeln übernehmen kann, einen Lernerfolg, so dass sich solche Situationen häufen.

Wutausbrüche

Eine unangemessen starke Wut im Inneren führt in Verbindung mit impulsivem Verhalten zu häufigen Wutanfällen und Gewalttätigkeiten. Oft ist dies aber auch ein Verhalten, das erlernt wurde. Entweder konnte es als Kind bei den eigenen Eltern beobachtet werden (zum Beispiel bei sich schlagenden Eltern) oder es erwies sich auch als eigene Verhaltensmöglichkeit als effektiv und wurde somit positiv verstärkt. Fühlte sich der Säugling unruhig, so konnte er durch lautes Schreien dafür sorgen, dass seine Pflegepersonen sich um ihn kümmerten.

Da das Verhalten "ich muss mich durch Lautstärke bemerkbar machen" mit den Konsequenzen "man kümmert sich dann um mich" positive Folgen hatte (keine Langeweile mehr, Gefühl der Leere unterdrückt), wurde es immer wieder eingesetzt und, da es zum Erfolg führte, auch noch im Erwachsenenalter beibehalten, wobei es sich - verstärkte Anstrengungen bei Nichterfolg - zu Wutausbrüchen steigerte.

Welche Erfahrung haben Sie damit gemacht? Schreiben Sie uns.

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