Alkohol und Depression

Psychische Krankheiten - Abhängigkeit und Depression

Starkes Trinken in Jugend mit schweren Depressionen verbunden

Junge Menschen, die dazu tendieren, zuviel Alkohol zu trinken, haben ein sehr viel grösseres Risiko unter schwerwiegenden Depressionen, Angststörungen oder Stress zu leiden, nach einer neuen Studie.

Über 6.000 Teenager (Alter 12 bis 19, die noch die Schule besuchten) und 8.000 junge Erwachsene (Alter 17 bis 25) wurden für die Studie von der Organisation für psychische Gesundheit bei Jugendlichen - Headstrong - und Psychologen des Universitity College Dublin begutachtet.

Von den 14.000 Teilnehmern berichteten 38 Prozent über schädliches Trinkverhalten, und 7 Prozent zeigte Zeichen einer Alkoholabhängigkeit. Von den Letzteren hatten ein Viertel Symptome einer schwerwiegenden oder sehr schwerwiegenden Depression.

Zusammenhang zwischen Alkohol und psychische Gesundheit

Bei jungen Leuten sehen wir eine Verbindung zwischen übermäßigen Trinken und der psychischen Gesundheit, sagte Barbara Dooley, Ph.D., Forschungsleiterin bei Headstrong und Dozentin an der UCD School of Psychology.

In der Tat gab es einen Zusammenhang zwischen starken Trinken und der Zunahme des Schweregrads von Problemen bei der psychischen Verfassung. Schwerwiegende oder sehr schwerwiegende depressive Symptome wurden bei 27 Prozent der Jugendlichen mit möglicher Alkoholabhängigkeit festgestellt, im Vergleich zu 6 Prozent bei Jugendlichen ohne Alkoholprobleme.

Der Bericht zeigte auch eine starke Verbindung zwischen Selbstverletzungen und Depression, Angststörungen und Stress. Ein Fünftel der jungen Erwachsenen berichtete von Selbstverletzungen, ohne sich dabei ihr Leben nehmen zu wollen. Mehr als ein Viertel, derjenigen, die sich selbst verletzten, hatte schwerwiegende oder sehr schwerwiegende depressive Symptome.
Sieben Prozent der jungen Erwachsenen hatten einen Suizidversuch hinter sich. Weniger als die Hälfte von diesen suchten Hilfe nach ihrem Versuch, bemerkte die Studie.

Von diesen fand es ein Drittel schwierig oder sehr schwierig, die Unterstützung zu bekommen, die sie brauchten. Es konnte festgestellt werden, dass Unterstützung von einem vertrauenswürdigen Erwachsenen eine bedeutsame Auswirkung hatte, Selbstverletzungen und Suizidversuche zu reduzieren.
Quelle: University College Dublin. Mai 2012

Depression, Gesundheitsprobleme und Alkoholproblematik bei Älteren

20.01.2017 Eine im Journal of the American Geriatrics Society veröffentlichte Studie der Universität Georgia untersuchte die Verbindung zwischen chronischen körperlichen Erkrankungen, Depression und dem Alkoholkonsum bei älteren Menschen.

Sie entdeckten, dass die Studienteilnehmer mit mehreren chronischen Gesundheitsproblemen und einer Depression fast fünfmal wahrscheinlicher zu den Problemtrinkern gehörten als nicht-depressive Teilnehmer mit den gleichen Erkrankungen.

Die Forscher hoffen, dass diese Information es dem Gesundheitswesen erleichtert, diesem Teil der Bevölkerung Prävention und Hilfe bereitzustellen.

Die Wissenschaftler analysierten für die Studie mehr als 1.600 Personen aus den USA im Alter zwischen 57 und 85, die sich zum aktiven Alkoholkonsum bekannten.

Die Befunde zeigten auch, dass bei 66% der Problemtrinkern oder Personen, die über häufige negative Alkohol-bedingte Folgen berichteten, multiple chronische Erkrankungen vorlagen, und bei 28% lag eine Depression vor.

Die depressiven Teilnehmer mit mehreren chronischen Gesundheitsproblemen zeigten auch die höchste Wahrscheinlichkeit für einen problematischen Alkoholkonsum, wobei multiple chronische Erkrankungen an sich nicht mit einem problematischen Trinkverhalten verbunden waren.

Die Studie demonstriert die Wichtigkeit eines frühen Screenings auf die erkannten Probleme, da schon mit kurzen Interventionen Hilfe geleistet werden kann, sagten die Studienautoren um Orion Mowbray und Tiffany Washington.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Universität Georgia, Journal of the American Geriatrics Society - DOI: 10.1111/jgs.14479; Jan. 2017

Depressive Störung und späterer Alkoholkonsum bei weiblichen Jugendlichen

04.12.2018 Für weibliche Teenager prognostizieren depressive Störungen, aber nicht Angststörungen, den zukünftigen Alkoholkonsum laut einer in Alcoholism: Clinical and Experimental Research veröffentlichten Forschungsarbeit.

Kausale Zusammenhänge

alkohol-frau
Bild: pixabay

Jessica L. Schleider von der Stony Brook Universität in New York und Kollegen untersuchten wechselseitige Zusammenhänge zwischen Schwere der Angst bzw. Depression und Alkoholkonsum bei 2.100 weiblichen Jugendlichen. Die Teilnehmerinnen wurden jährlich im Alter zwischen 13 und 17 Jahren untersucht. Sie berichteten über ihre Angst- und Depressionssymptomatik sowie Häufigkeit des Trinkens von Alkohol im Vorjahr.

Die Forscher fanden heraus, dass eine höhere Depressionsschwere eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für späteren Alkoholkonsum im Alter von 13 bis 17 Jahren voraussagte. Für die umgekehrte Richtung waren die Beziehungen nicht beständig.

Alkoholkonsum und Depressionsschwere

Im Alter von 14 und 16 Jahren prognostizierte der Alkoholkonsum leicht voraus, dass sich die Schwere der Depressionen reduzierte. Bei anderen verzögerten Verknüpfungen waren die Zusammenhänge nicht deutlich. Es gab keinen einheitlichen Zusammenhang zwischen Schweregrad der Angst und dem Konsum von Alkohol.

Die Ergebnisse unterstreichen die Wahrscheinlichkeit, dass Depressionspräventionsprogramme einen sekundären Nutzen hinsichtlich des Alkoholkonsums bei Jugendlichen bringen könnten, schreiben die Autoren.

Die Untersuchung von Trajektorien (Entwicklungsverläufen) des Alkoholkonsums in randomisierten Studien zur Prävention von Depressionen wird dazu beitragen, das Potenzial dieser Strategie zur Verringerung des problematischen Trinkens von Alkohol während und nach der Pubertät zu reduzieren, schließen die Studienautoren.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Alcoholism: Clinical and Experimental Research - https://doi.org/10.1111/acer.13913

Schreiben Sie uns >> hier << über Ihre Erfahrungen und lesen Sie die Erfahrungsberichte / Kommentare zu diesem Thema.

Weitere Forschungsartikel, News

Abonnieren Sie unseren kostenlosen Newsletter