Typ 1 Diabetes und Depression

Depressive Störung - Folgen/Risikofaktoren

Bidirektionale Verknüpfung von Depression und Dysglykämie bei Typ 1 Diabetes

06.01.2018 Für Patienten mit Typ 1 Diabetes (T1D) gibt es eine bidirektionale Verbindung zwischen Depression und schwerer Hypoglykämie bzw. Hyperglykämie laut einer in Diabetes Care veröffentlichten Studie.

Paola Gilsanz von Kaiser Permanente in Oakland, Kalifornien und Kollegen untersuchten den bidirektionalen (in beide Richtungen verlaufenden) Zusammenhang zwischen Depression und schwerer Dysglykämie (Störung des Glucosestoffwechsels) bei 3.742 Typ-1-Diabetikern anhand von Daten aus Notfallaufnahmen oder Krankenhausaufenthalten zwischen 1996 und 2015.

Hyperglykämie / Hypoglykämie

2 männer an tafel

Die Forscher fanden heraus, dass 41 Prozent der Teilnehmer Depressionen hatten und es während der Studiendauer 376 (11 Prozent) bzw. 641 (20 Prozent) Fälle von Hyperglykämie (erhöhter Blutzuckerspiegel) bzw. Hypoglykämie (Unterzuckerung) gab.

Depressionsdiagnosen waren in Modellen mit Berücksichtigung der Störfaktoren stark mit einem erhöhten Risiko schwerer hyperglykämischer und hypoglykämischer Ereignisse (Hazard Ratios [HR] 2,47 bzw. 1,89) verbunden.

Innerhalb der ersten sechs Monate (HR Hyperglykämie 7,14; HR Hypoglykämie 5,58) bis zu einem Jahr (HR Hyperglykämie 5,16; HR Hypoglykämie 4,05) nach der Depressionsdiagnose war die Korrelation am stärksten.

Hyperglykämie- und Hypoglykämie-Vorfälle traten mit einem erhöhten Depressionsrisiko (HR 2,43 bzw. 1,74) in vollständig angepassten Modellen auf, die eine schwere Dysglykämie als Exposition spezifizierten.

Depressionen und schwere Dysglykämie sind also bei Patienten mit Diabetes Typ 1 bidirektional verbunden, schließen die Autoren.

Depression erhöht das Risiko schwerer hypoglykämischer und hyperglykämischer Ereignisse, insbesondere in den ersten 6 Monaten bis 1 Jahr nach der Diagnose, und das Depressionsrisiko steigt nach schweren Dysglykämieepisoden.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Kaiser Permanente; Diabetes Care - https://doi.org/10.2337/dc17-1566; Jan. 2018

Galectin-3: Neue Verbindung zwischen Entzündung und Depression bei Typ 1 entdeckt

06.06.2018 Depression bei Typ-1-Diabetes-Patienten ist mit höheren Konzentrationen des entzündlichen Proteins Galectin-3 verknüpft laut der in Endocrine Connections veröffentlichten Forschungsarbeit.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass der Galectin-3-Spiegel für die Diagnose von Depressionen nützlich oder ein neues Ziel für die Behandlung von Depressionen im Zusammenhang mit Diabetes Typ 1 sein könnte, was zu einer besseren Patientenversorgung führen könnte.

Es ist bekannt, dass Menschen mit Typ-1- und Typ-2-Diabetes ein erhöhtes Depressionsrisiko haben, aber die Ursachen sind nach wie vor unklar.

Galectin-3

Galectin-3 ist ein Schlüsselprotein, das bei der Entwicklung entzündlicher Reaktionen des Immunsystems beteiligt ist, die notwendig sind, um Gewebeschäden im ganzen Körper als Reaktion auf Verletzungen oder Krankheiten zu reparieren.

Ein erhöhter Gehalt an Galectin-3 wurde jedoch auch mit einem erhöhten Risiko für entzündliche Erkrankungen wie Alzheimer und Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Verbindung gebracht.

Erhöhte Inflammation

Frühere Forschungen haben gezeigt, dass sowohl depressive Störungen als auch die Zuckerkrankheit mit erhöhten Entzündungen im Körper verbunden sein können, aber die Rolle von Galectin-3 wurde in beiden Fällen nicht untersucht.

In dieser Studie haben Dr. Eva Olga Melin und ihre Kollegen von der Universität Lund in Schweden den Galectin-3-Spiegel von 283 Männern und Frauen im Alter von 18 bis 59 Jahren mit Typ-1-Diabetes mindestens ein Jahr lang gemessen.

Höhere Werte des Proteins

Die Inzidenz (Auftretenshäufigkeit) von Depressionen bei diesen Patienten wurde mit Hilfe der Hospital Anxiety and Depression Scale-Depression Subskala bewertet und mögliche Störeinflüsse von Lifestyle-Faktoren wie Herzkrankheiten, Rauchen oder schlecht kontrollierter Diabetes wurden in der Analyse berücksichtigt.

Die Forscher fanden heraus, dass sowohl Männer als auch Frauen mit Typ-1-Diabetes und Depressionen deutlich höhere Galectin-3-Werte hatten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Endocrine Connections, 2018; EC-18-0108 DOI: 10.1530/EC-18-0108

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