Depression: Hüftoperaton, Knieoperaton

Antidepressiva können Risiko für erneute Hüft-, Knieersatzoperationen verringern

26.04.2017 Patienten, die selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) einnehmen - häufig verschriebene Medikamente zur Behandlung von Angststörungen und Depression - haben ein reduziertes Risiko für eine Revisionschirurgie nach der Ersetzung der Gesamthüfte oder des Gesamtknies.

Depressivität bei Ersatz des gesamten Hüftgelenks, Kniegelenks

operation operationslampe
Bild: Thomas Ulrich

Depression kommt häufig bei Patienten mit Ersetzung der gesamten Hüfte oder Knies vor und ist verknüpft mit schlechten orthopädischen Resultaten, mehr Komplikationen, längeren Krankenhausaufenthalten und mehr Kosten.

In der beim 2017 Annual Meeting of the American Academy of Orthopaedic Surgeons (AAOS) vorgestellten Studie analysierten die Forscher die Krankenaufzeichnungen von mehr als 20.000 Patienten mit Hüftersatz bzw. Knieersatz im Alter von 18 Jahren und älter zwischen 2002 und 2009, einschließlich der Patienten und der Operationscharakteristika, sowie den Ergebnissen (Daten zur Behandlung, Komplikationen, Revisionen und Sterblichkeit).

Die Befunde

Außerdem wurden die Daten zu den eingenommenen Medikamenten analysiert. Unter den Ergebnissen:

Mögliche Gründe

Während die potenziellen Mechanismen für diese Befunde derzeit unbekannt sind, vermuten die Forscher, dass das niedrigere Revisionsrisiko bei SSRI-Patienten durch eine bessere Gesundheit bei den SSRI-Benutzern, einer besseren Kontrolle der Depression und des Schmerzes bei diesen Patienten, oder durch die potenziellen positiven biologischen Effekte von SSRI herrühren kann, sagte Studienautor Dr. Daniel J. Berry von der Mayo Klinik in Rochester, Minn.

Während die Nutzung von SSRI vor und nach der Operation zuweilen mit einigen Nebenwirkungen - einschließlich Blutungen - verknüpft ist, schließen die Studienautoren, dass die Fortsetzung der Behandlung mit SSRI bei Patienten mit Knieersatz- bzw. Hüftersatzoperationen keine schädlichen Effekte auf das Revisionsrisiko und ähnliche Komplikationen hat.

Depression und psychiatrische Begleiterkrankungen und Antidepressiva-Einsatz werden selten in die Betrachtung einbezogen, wenn die perioperativen Risikofaktoren bei Hüft- und Knie-Ersatzkandidaten bewertet werden, sagte Berry.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Mayo Klinik, American Academy of Orthopaedic Surgeons; März 2017

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