Multiple Sklerose (MS) und Depression

Psychische Krankheiten

Depressive MS-Patienten leiden früher unter belastenden Symptomen

09.11.2019 Menschen mit Multipler Sklerose (MS) mit Depressionen leiden häufiger früher unter den belastenden Symptomen als Menschen mit MS, die nicht depressiv sind, laut einer in Neurology veröffentlichten Studie.

Die Ergebnisse verdeutlichen die Notwendigkeit einer frühzeitigen Erkennung und Behandlung depressiver Symptome bei Patienten mit MS, schreiben die Studienautoren.

In dieser Studie verglichen die Forscher den Krankheitsverlauf von fast 1.800 depressiven MS-Patienten mit dem von rund 7.900 MS-Patienten, die über einen Zeitraum von bis zu 13 Jahren nicht depressiv waren.

Krankheitsverschlechterung

frau depressiv
Bild: Karen Smits

Sie fanden heraus, dass depressive MS-Patienten ein fast 90 Prozent höheres Risiko für einen Krankheitsverlauf hatten, bei dem sie einen Stock benötigten, um 100 Meter zu gehen - im Vergleich zu nicht-depressiven Teilnehmern.

Dies galt auch für Personen, bei denen vor Beginn der MS eine Depression diagnostiziert wurde, was darauf hindeutet, dass die Multiple Sklerose an sich nicht unbedingt die Ursache der Depression ist, so die Forscher.

Sie konnten die Kausalität nicht mit Sicherheit feststellen, aber das Risiko einer Verschlechterung der Invalidität war auch bei Menschen höher, die bereits vor der Diagnose der MS depressiv waren, schreibt Studienautorin Stefanie Binzer vom Karolinska Institutet.

Erklärungsversuche

Die beobachteten Verbindungen könnten auf verschiedene Weise interpretiert werden. So rauchen MS-Patienten mit Depressionen häufiger als Nicht-Depressive und neigen eher dazu, die Einnahme ihrer Medikamente zu vernachlässigen.

Depressive Menschen bewegen sich auch weniger, und ein Mangel an körperlicher Aktivität könnte zu einer schnelleren Verschlechterung führen.

Es ist auch möglich, dass Depressionen und MS gemeinsame Krankheitsmechanismen haben, die sich gegenseitig verstärken. In diesem Fall ist die Behandlung von Depressionen ein besonders wichtiger Teil der MS-Betreuung, schreiben die Studienautoren.

Weitere Forschungsarbeiten sind erforderlich, um die Kausalität zwischen Depression und der Verschlimmerung von Multipler Sklerose zu untersuchen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Neurology, November 8, 2019, DOI: 10.1212/WNL.0000000000008617

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