Depression und Schwerhörigkeit / Hörverlust

Depressive Störung - Begleiterkrankungen - Ursachen

Je größer der Hörverlust im Alter, desto höher ist das Risiko für Depressionssymptome

02.01.2019 Eine in JAMA Otolaryngology-Head & Neck Surgery veröffentlichte Studie zeigt, dass ältere Menschen mit altersbedingter Schwerhörigkeit mehr Symptome einer Depression hatten: Je größer der Hörverlust war, desto höher war das Risiko, depressive Symptome zu entwickeln.

Hypakusis

gehoer

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die Behandlung von altersbedingter Schwerhörigkeit (auch Hypakusis genannt), die bei allen älteren Menschen unterbewertet und unterbehandelt wird, ein Weg sein könnte, um Depressionen im fortgeschrittenen Alter abzuwenden.

Die meisten Menschen über 70 Jahre haben zumindest einen leichten Hörverlust, aber nur relativ wenige werden wegen dieser Erkrankung diagnostiziert und viel weniger behandelt, sagt Hauptautor Justin S. Golub von der Columbia Universität.

Schwerhörigkeit ist leicht zu diagnostizieren und zu behandeln, und eine Behandlung könnte noch wichtiger sein, wenn sie Depressionen verhindern kann.

Starker Zusammenhang mit depressiven Symptomen

Die Forscher analysierten Gesundheitsdaten von 5.239 Personen über 50 Jahren mit hispanischer Herkunft. Jeder Teilnehmer machte einen audiometrischen Hörtest - eine objektive Methode, um Hörverlust zu diagnostizieren - und wurde auf Depressionen untersucht.

Die Wissenschaftler fanden heraus, dass Menschen mit leichter Hörschwäche fast doppelt so häufig klinisch signifikante Symptome einer Depression aufwiesen wie Menschen mit normalem Hörvermögen. Personen mit starker Hörbeeinträchtigung hatten mehr als viermal so häufig depressive Symptome.

Wahrscheinlich eher als Ursache einzustufen

Die Studie suchte nach einem Zusammenhang zu einem bestimmten Zeitpunkt, so dass sie nicht belegen kann, dass Hörverlust depressive Symptome verursacht. Aber es ist leicht nachzuvollziehen, wie Schwerhörigkeit zu depressiven Symptomen beitragen kann, schreiben die Autoren.

Menschen, die schlechter höeren, haben Kommunikationsprobleme und neigen dazu, sich sozial mehr zu isolieren, und Einsamkeit kann zu Depressionen führen.

Obwohl sich die Studie auf Hispanics konzentrierte, können die Befunde nach Ansicht der Forscher auf jeden Menschen mit altersbedingtem Hörverlust übertragen werden. Generell sollten ältere Menschen ihr Gehör testen lassen und eine Behandlung in Betracht ziehen, wenn dies nötig ist, schließt Golub.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: JAMA Otolaryngology-Head & Neck Surgery - doi:10.1001/jamaoto.2018.3270

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