Depression und Störung / Verlust der Sinneswahrnehmungen

Kombinierte Seh- und Hörprobleme führen zu einem höheren Grad an Depressionen und chronischen Ängsten

30.01.2021 Menschen mit gleichzeitiger Seh- und Hörbehinderung haben ein fast viermal höheres Risiko, eine Depression zu entwickleln und ein mehr als dreimal höheres Risiko, unter chronischen Angstzuständen zu leiden. Dies ergab eine in der Zeitschrift Frontiers in Psychology veröffentlichte und von der Anglia Ruskin University (ARU) geleitete Studie.

Die Forscher analysierten eine Gesundheitsbefragung von 23.089 Erwachsenen in Spanien und fanden heraus, dass Menschen, die entweder unter Seh- oder Hörverlusten litten, zwar häufiger von Depressionen berichteten als Befragte, die nicht von diesen Sinneswahrnehmungsstörungen betroffen waren, dass dieses Risiko aber auf das 3,85-fache anstieg, wenn die Befragten über Probleme mit beiden Sinneswahrnehmungen zusammen berichteten.

Die Studie ergab außerdem, dass Menschen mit kombinierten Seh- und Hörproblemen 3,38-mal häufiger als die Allgemeinbevölkerung über chronische Angstzustände berichteten.

Zusammen auftretende Störungen der Sinneswahrnehmungen

Es handelt sich um die erste Studie, die das Risiko einer Depression bei Menschen mit zusammen auftretenden Störungen dieser Sinneswahrnehmungen untersuchte, schreiben die Autoren.

Hauptautorin Professor Shahina Pardhan, Direktorin des Vision and Eye Research Institute an der ARU, sagte:

Probleme beim Sehen und Hören beeinflussen viele Aspekte des täglichen Lebens. Sie können die Fähigkeit zu arbeiten, mit anderen zu interagieren und körperliche Aktivitäten auszuüben beeinträchtigen, was alles für das emotionale Wohlbefinden wichtig ist. Unsere Studie hat ein signifikant erhöhtes Risiko für psychische Gesundheitsprobleme wie Depressionen und chronische Angstzustände festgestellt, wenn Menschen sowohl an Seh- als auch an Hörverlust leiden.

Coautor Dr. Guillermo López-Sánchez fügte hinzu:

Diese Ergebnisse zeigen, wie wichtig eine angemessene Behandlung von sensorischen Verlusten sowie eine rechtzeitige Intervention bei psychischen Gesundheitsproblemen ist. Die starke Verbindung zur psychischen Gesundheit, die wir gefunden haben, zeigt, dass diese Probleme von den Gesundheitsbehörden nicht ignoriert werden dürfen und Maßnahmen ergriffen werden müssen, um die bestmögliche Versorgung für Menschen mit Verlusten in der Sensorik zu gewährleisten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Frontiers in Psychology (2021). DOI: 10.3389/fpsyg.2020.627980

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