Depression und rotes Fleisch

Psychische Krankheiten: Ernährung

Macht rotes Fleisch depressiv?

Weniger als das empfohlene Maß an Rindfleisch zu essen, ist mit Angststörungen und Depression bei Frauen verbunden, sagen Gesundheitsforscher der Deakin Universität in Melbourne, Australien.

Für die Studie prüften die Forscher die Beziehung zwischen Rindfleisch- und Lamm-Konsum und der Präsenz von Depressionen und Angststörungen bei mehr als 1.000 Frauen.

"Wir hatten ursprünglich gedacht, dass rotes Fleisch nicht gut für die psychische Gesundheit ist, da Studien aus anderen Ländern herausgefunden hatten, dass der Verbrauch von rotem Fleisch mit physischen Gesundheitsrisiken verbunden sei, aber es hat sich herausgestellt, dass es tatsächlich ziemlich wichtig ist", sagte Felice Jacka, Ph.D außerordentliche Professorin der Deakin Barwon Psychiatric Research Unit.

Frauen, die weniger Fleisch aßen, waren eher psychisch krank

Bei Frauen in der Studie, die weniger als das empfohlene Maß an rotem Fleisch konsumierten, stellten die Forscher fest, dass sie doppelt so wahrscheinlich Diagnosen für Depression oder Angststörung hatten als diejenigen, die den empfohlenen Betrag konsumierten, sagte sie.

Selbst als die Wissenschaftler allgemeine Kost der Frauen, so wie auch weitere Faktoren - ihr sozioökonomischer Status, physische Aktivität, Rauchen, Gewicht und Alter in Betracht gezogen hatten, blieb der Zusammenhang zwischen zu niedriger Einnahme von rotem Fleisch und schlechterer psychischer Gesundheit bestehen.

Faktoren

Interessanterweise gab es keine Beziehung zwischen anderen Formen des Eiweißes wie Huhn, Schweinefleisch, Fisch oder pflanzenbasierten Proteinen und der psychischen Verfassung.

Vegetarismus erklärte die Befunde nicht. Nur 19 Frauen in der Studie waren Vegetarier, und die Ergebnisse waren die Gleichen, als sie von den Studienanalysen ausgeschlossen wurden, sagte sie.

Jacka fügte auch hinzu, dass es wahrscheinlich keine gute Idee ist, zu viel rotes Fleisch zu essen.

Zuviel Rindfleisch ist ebenso schlecht

Wir stellten fest, dass regelmäßig mehr als das empfohlene Maß an Rindfleisch zu essen, auch mit Depressionen und Angststörungen einhergeht, sagte sie.

Auf der Grundlage dieser Ergebnisse, glaubt Jacka, dass die empfohlene wöchentliche Aufnahme von Rindfleisch die psychische Verfassung verbessern kann.

Wir wissen bereits, dass die allgemeine Qualität der Kost für die psychische Verfassung wichtig ist. Aber es scheint, dass ein gemäßigtes Maß an magerem roten Fleisch, ungefähr pro Woche in der Dimension von drei bis vier handflächengroßen Portionen, auch wichtig ist, sagte sie.

Omega-3-Fette wichtig für psychische Gesundheit

Jacka schlägt auch vor, Fleisch von Tieren zu essen, die Gras fraßen. Dieses Fleisch enthält mehr ungesättigtes Fett, inklusive Omega-3-Fettsäuren (welches sehr wichtig für die physische und psychische Gesundheit ist) als das Fleisch von Tieren, die nur herumstehen und Körner statt Gras fressen.

Quelle: Psychotherapy Psychosomatics, März 2012

Erfahrungen, Erfahrungsberichte

Fleischkonsum und Depressionen

07.01.2014 - Kommentar von Schabur:

Hallo
Ich esse seit über 30 Jahren kein Fleisch, Fisch, Geflügel, Eier, wenig Milchprodukte, keinen Alkohol und Rauche nicht. Brauch also keine empfohlene Menge rotes Fleisch etc. und fühle mich mit über 70 J. gesund und fit. Meine Mitmenschen schätzen mich durchweg unter 60 J. Man kann bei jeder Studie so vorgehen, dass das Ergebnis rauskommt das man haben will.
Ich kenne genug Menschen die Fleisch und Wurst konsumieren die oft mit Depressionen zu tun haben. Aber natürlich können Vegetarier auch Depressionen haben; kann dann aber nicht am Fleisch liegen.

12.12.2017 Kommentar von elisabeth:

Hallo
Ich litt 40 Jahre lang an z. T. sehr schweren Depressionen. Seit ich vor zwei Jahren auf vegane Lebensweise umgestellt habe, fühle ich mich erleichtert und die Symptome treten nur noch etwa zu 10-20% auf! Ich achte auf gute Proteinzufuhr (Hülsenfrüchte, Getreide, Nüsse jeden Tag) und supplementiere B12 und Vitamin D
Ich wünsche allen Betroffenen viel Kraft.

Nachtrag: Ich vergass zu erwähnen, dass ich zusätzlich zusätzlich auch noch Omega3-Fettsäuren in Form von Algenöl supplementiere. Es wird öfter geschrieben, dass VeganerInnen zu Depressionen neigen. Ich glaube hingegen, bzw. habe erfahren, dass psychische Erkrankungen auch mit dem Konsum von Tierleid zu tun haben.

fleisch und depressivität/angststörungen

25.01.2014 Kommentar von bettina:

Ich verzichte seit eineinhalb Jahren auf Fleisch und reduziere tierische Eiweisse wo es geht. Fühle mich viel fitter als vorher. Ich hatte auch Angststörungen und Depressionen. Die sind weg, ob es damit zudammenhängt kann ich nicht beweisen, aber ich bin jedenfalls dankbar dafür.

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