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Psychische Krankheiten - Verhaltenspsychologie

Positive Nebenwirkungen

Eine depressive Störung kann tatsächlich eine positive Nebenwirkung haben. Es scheint, dass depressive Menschen besser in sequenziellen Entscheidungsaufgaben abschneiden als gesunde laut einem Forschungsbericht im Journal of Abnormal Psychology.

Sequenzielle Entscheidungsaufgaben sind ein Teil unserer problemlösenden kognitiven Fähigkeiten.

Obwohl die meisten Depressionssymptome die kognitiven Funktionen stören, sagen die Forscher Paul Andrews, Ph.D. vom Virginia Institute for Psychiatric and Behavioral Genetics und Andy Thomson, M.D. von der University of Virginia, dass Depression analytische Überlegungen und Ausdauer verbessern kann. Dies sind Qualitäten, die oft hilfreich bei komplexen Aufgaben sind.

Für die Studie, wurden Freiwillige, die klinisch depressiv waren oder sich von einer Depression erholten (aber ansonsten gesund waren), darum gebeten, ein Computerspiel zu spielen, worin sie Geld durch Einstellen eines Bewerbers in einer simulierten Stellensuche verdienen konnten. Die Aufgabe wurde dafür entworfen, tägliche Entscheidungsprobleme nachzuahmen und besaß auch eine optimale Strategie.

Jeder Bewerber wurde einzelnd zufällig dem Freiwilligen zusammen mit einem zugewiesenen Geldwert "präsentiert". Die Teilnehmer mussten dann festlegen, wann man mit der Suche aufhören und den gegenwärtigen Bewerber wählt.

Depressive sind gründlicher

Die Ergebnisse ergaben, dass die depressiven Teilnehmer näher an die optimale Strategie herankamen als ihre nicht-depressiven Pendants. Die gesunden Teilnehmer untersuchten relativ wenige Kandidaten vor dem Wählen eines Bewerbers; die depressiven Teilnehmer führten eine gründlichere Suche durch und wählten so, dass es zu höheren Auszahlungen kam.

Die Studie zeigt, dass sogar schwerwiegende Depression einige nützliche Nebenwirkungen mit sich bringt. Ein volles Verständnis der Folgen von Depression kann helfen, die Wurzeln aufzudecken, und Wege für die Behandlung zu entdecken.
Quelle: Journal of Abnormal Psychology, Juni 2011

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