Depression: Zusammenhang mit Schilddrüsenaktivität

Psychische Krankheiten - depressive Störungen

28.02.2014 In einer aktuellen Forschungsstudie hat sich gezeigt, dass ältere Menschen mit einer (im normalen Bereich angesiedelten) überdurchschnittlich aktiven Schilddrüse ein erhöhtes Risiko für eine depressive Störung haben.

Über- und Unteraktivität

Die Schilddrüse reguliert nicht nur körperliche Stoffwechselvorgänge, sondern kann auch die psychische Gesundheit beeinflussen. Frühere Studien haben gezeigt, dass über- bzw. unteraktive Schilddrüsen mit einem erhöhten Depressionsrisiko verbunden sind.

Die Studie zeigt als erste den Zusammenhang zwischen Depressionen und Variationen der Schilddrüsenaktivität innerhalb der normalen Range.

Die Forscher vom Erasmus Medical Center in Rotterdam analysierten Daten von 1.503 Menschen im Alter von 70 und darüber, die zu Beginn der Studie keine Depressionssymptome gezeigt hatten.


Zusammenhang mit Aktivität innerhalb des normalen Bereichs

Sie stellten fest, dass Teilnehmer mit einer überdurchschnittlichen (aber im normalem Bereich liegenden) Schilddrüsenaktivität ein beträchtlich gesteigertes Risiko für die Entwicklung einer Depression im Verlauf von acht Jahren hatten im Vergleich zu Personen, die eine geringere Schilddrüsenaktivität innerhalb des Normalwerts zeigten, sagte Studienautor Marco Medici.

"Dies legt nahe, dass auch Menschen mit kleineren Veränderungen der Schilddrüsenfunktion ähnliche Effekte auf ihre psychische Gesundheit erfahren könnten wie jene mit klaren Schilddrüsenstörungen (wie z.B. Schilddrüsenunterfunktion und Hyperthyreoidismus)."

"Unsere Ergebnisse zeigen die großen Auswirkungen, die die Schilddrüsenaktivität auf Emotionen und psychische Verfassung haben kann", sagte Medici.

Diese Informationen sollten sowohl bei der Depressionsdiagnose als auch der Behandlung berücksichtigt werden, sagt der Autor.

Quelle: Endocrine Society / Erasmus Medical Center Rotterdam, Feb. 2014

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