Depression und der Schlaf

Psychische Krankheiten - Depressive Störungen

Neuronaler Zusammenhang zwischen Depression und schlechtem Schlaf ausgemacht

25.07.2018 Der neuronale Zusammenhang zwischen Depression und schlechtem Schlaf wurde erstmals in einer im Fachblatt JAMA Psychiatry veröffentlichten Studie festgestellt.

Professor Jianfeng Feng und Professor Edmund Rolls von der Warwick Universität und Kollgen fanden funktionelle Verbindungen zwischen den Bereichen des Gehirns, die mit Kurzzeitgedächtnis, Selbst und negativen Emotionen in Verbindung gebracht werden.

Diese Forschung könnte zu einer besseren Schlafqualität für Menschen mit Depressionen führen und eröffnet die Möglichkeit neuer gezielter Behandlungen, schreiben die Wissenschaftler.

schlafender im bett
Bild: Clker-Free-Vector-Images (pixabay)

Anhand der Daten von rund 10.000 Menschen untersuchten die Forscher die neuronalen Mechanismen, die dem Zusammenhang zwischen Depressivität und Schlafqualität zugrundeliegen.

Bereiche des Gehirns

Im Gehirn von Menschen mit depressiven Störungen entdeckten sie eine starke Verbindung zwischen dem dorsolateralen präfrontalen Cortex (assoziiert mit dem Kurzzeitgedächtnis), dem Precuneus (verknüpft mit dem Selbst) und dem lateralen orbitofrontalen Cortex (verbunden mit negativen Emotionen).

Die Analyse zeigte, dass diese funktionellen Zusammenhänge dem Zusammenhang zwischen depressiven Problemen und der Qualität des Schlaf zugrundeliegen.

Erhöhte funktionelle Konnektivität zwischen diesen Hirnregionen

Die Forscher kommen zu dem Schluss, dass eine erhöhte funktionelle Konnektivität zwischen diesen Hirnregionen eine neuronale Grundlage dafür liefert, wie Depressionen mit schlechter Schlafqualität zusammenhängen.

Der Befund stimmt mit den Bereichen des Gehirns überein, die am Kurzzeitgedächtnis, dem Selbst und negativen Emotionen beteiligt sind, die in hohem Maße mit Depressionen verbunden sind, und dass dies zu vermehrten Gedanken führt, die zumindest einen Teil des Mechanismus repräsentieren, der den Schlaf beeinträchtigt, schreiben die Forscher.

Zweithäufigste mentale Störung

In der heutigen Welt sind schlechter Schlaf und Schlafmangel aufgrund der längeren Arbeits- und Pendelzeiten, der späteren Aktivität bis in die Nacht und der zunehmenden Abhängigkeit von Elektronik zu einem häufigen Problem geworden, von dem mehr als ein Drittel der Weltbevölkerung betroffen ist. Die Schlafstörung ist zur zweithäufigsten psychischen Störung geworden, schreiben sie.

Prof. Jianfeng Feng kommentierte weiter: Die Beziehung zwischen Depression und Schlaf ist seit mehr als hundert Jahre bekannt, und jetzt haben wir die neuronalen Mechanismen identifiziert, auf welche Weise sie miteinander verbunden sind.

Depressionen und Schlafprobleme gehen oft Hand in Hand. Ungefähr 75% der depressiven Patienten berichten über signifikante Schlafstörungen, wie z.B. Einschlafstörungen und kurze Schlafdauer (Schlaflosigkeit). Menschen mit Schlaflosigkeit haben auch ein höheres Risiko für Depressionen und Angstzustände als Menschen, die normal schlafen.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: JAMA Psychiatry - doi:10.1001/jamapsychiatry.2018.1941

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