Anhedonie bei Depression

Psychische Krankheiten - Depressive Störungen

Ein möglicher Grund warum Depressionen bei Frauen öfter auftreten: Entzündung verursacht Anhedonie bei Frauen, aber nicht bei Männern

16.05.2019 Entzündungen reduzieren die Reaktion des Gehirns auf Belohnungen bei Frauen, aber nicht bei Männern laut einer in Biological Psychiatry: Cognitive Neuroscience and Neuroimaging veröffentlichten Studie.

Eine verringerte Aktivität im Belohnungszentrum des Gehirns ist die Signatur bei Anhedonie, ein Kernmerkmal der Depression, das einen Verlust an Freude an Dingen oder Aktivitäten widerspiegelt.

Häufigeres Auftreten von Depression bei Frauen

Entzündungen im Gehirn
Bild: Kai Stachowiak (pixabay)

Frauen werden zwei- bis dreimal wahrscheinlicher mit Depressionen diagnostiziert, und die neuen Ergebnisse zeigen einen wesentlichen Unterschied bei Männern und Frauen auf, der zu den einseitigen Auftretensraten dieser psychischen Erkrankung beitragen könnte, schreiben die Forscher.

Die Forschungsarbeit zeigt damit, dass es geschlechtsspezifische Unterschiede in der neuronalen Empfindlichkeit gegenüber Belohnungen als Reaktion auf Entzündungen gibt, was wichtige Auswirkungen hat, sagt Studienautorin Naomi Eisenberger von der University of California, Los Angeles.

Das könnte erklären, warum Frauen unter Depressionen weitaus häufiger leiden als Männer, insbesondere für die Arten von depressiven Störungen, die entzündlicher Natur sein können.

Weniger mit Anhedonie verbundene Reaktionen im Gehirn

In der Studie erhielten gesunde Männer und Frauen eine Substanz zur Zunahme der Inflammation (Entzündung). Eisenberger und Kollegen maßen die Aktivität in der Belohnungsregion des Gehirns, dem ventralen Striatum, während die Teilnehmer ein Spiel mit einer finanziellen Belohnung spielten.

Frauen mit größeren entzündlichen Reaktionen zeigten weniger Gehirnreaktionen in Erwartung möglicher Belohnungen; diese anhedonische Beziehung wurde bei Männern nicht beobachtet.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Biological Psychiatry: Cognitive Neuroscience and Neuroimaging - DOI: 10.1016/j.bpsc.2019.03.010

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