Depression: Diagnose, Diagnostik

Psychische Krankheiten - Diagnostik

Diagnostik: ICD 10 und DSM IV

Um dem Psychologen oder Psychotherapeuten die Diagnose zu erleichtern, gibt es das ICD-10 oder das DSM IV. Dies sind Bücher (das eine von der Weltgesundheitsorganisation, das andere von der psychiatrischen Vereinigung der USA), in denen sämtliche psychischen Krankheiten aufgelistet sind. Sie dienen dazu, Erkrankungen bzw. Störungen zu klassifizieren. Für jede Krankheit sind die Symptome beschrieben, die vorhanden sein müssen, um in eine der Klassen hineinzupassen. Auf dem Attest steht dann F32 bei einer depressiven Störung.

Diese Klassifizierung ist sinnvoll für den Arzt, die Krankenkasse und/oder für irgendwelche Gutachter. Dem Patienten hilft es nicht unbedingt, wenn er mit seinen Problemen in eine "Schublade gepackt" wird.

ICD 10

Diagnose-Code nach ICD 10:

DSM IV

Diagnose-Code nach DSM IV:

300.4 Dysthymie

Major depressive Störung, rezidivierend

Major depressive Störung, einzelne Episode

311 Depressive Störung NOS

News und Artikel dazu sind hier zu finden.

Krankenschwestern erkennen Depressionen nur ungenügend

Eine neue Studie des Vereinigten Königreichs besagt, dass Krankenschwestern 'beträchtliche Schwierigkeiten' hätten Depressionen und Verzweiflung bei Patienten wahrzunehmen (dies dürfte auch für Allgemeinärzte gelten ... auch in Deutschland).

Im Vereinigten Königreich spielen Krankenschwestern eine wichtige Rolle im Gesundheitswesen, das verlangt, dass Personen Allgemeinärzte oder auch Krankenschwestern aufsuchen, bevor sie von Spezialisten behandelt werden können.

Eine von Dr. Alex Mitchell geführte Studie betont die Tatsache, dass während Krankenschwestern an der 'Front' stehen und sich um die Leute kümmern, sie doch nur eine kurze Ausbildung bezüglich der psychischen Störungen bekommen (Allgemeinärzte auch).

Kurze, einfache Diagnostik-Methoden

Die Forscher fordern die Entwicklung von kurzen, einfachen Methoden um Stimmungsprobleme zu identifizieren, als einen Weg, gezieltere und adäquatere Behandlungen für Patienten zur Verfügung stellen zu können.

Dr. Mitchell von der Abteilung für Krebsstudien und molekularer Medizin an der Universität von Leicester sagte: In Bezug auf den Umgang mit Depression ist das Pflegepersonal wahrscheinlich die wichtigste Gruppe des medizinischen Personals.

In der NHS geben 400.000 Krankenschwestern wertvolle Unterstützung für von körperlichen und psychischen Krankheiten betroffene Menschen; sie haben aber Schwierigkeiten eine Depression in den frühen Stadien zu erkennen.

Krankenschwestern sind oft sehr fähig, gute therapeutische Beziehungen herzustellen, und liefern viel psychologische Unterstützung, die hoch geschätzt wird. Jedoch steht ihre Fähigkeit, dieses zu tun, zunehmend unter Druck: durch hohe Arbeitsbelastungen und geringe Finanzierung des beruflichen Werdegangs.

Unsere erste Analyse stellte fest, dass 7.000 Krankenschwestern und Pflegeassistenten oft Depressionen in klinischen Einrichtungen übersahen. Krankenschwestern, die in Krankenhauseinrichtungen und Pflegeheimen arbeiten, identifizierten etwa 4 von 10 Personen mit Depression und assistierende Krankenschwestern in Vorsorgeeinrichtungen nur ¼ der Menschen mit Depression, sagte er.

Eine zweite Studie prüfte die Fähigkeit von Krankenschwestern, Patienten mit niedergedrückter Stimmung zu erkennen, und fand heraus, dass die Hälfte nicht diagnostiziert wurde bis die Depressivität schwerwiegend wurde.

Dr. Mitchell sagte, dass die Forschung eine Anzahl von Gründen entdeckte. Faktoren, die einflussreich zu sein scheinen, sind:

Nur geringe Ausbildung

Jedoch erhält das meiste Pflegepersonal nur wenig Ausbildung über psychiatrische Störungen und wie man sie diagnostiziert und berichtet über wenig Erfahrung in diesem Bereich. Es ist unrealistisch zu erwarten, dass Krankenschwestern sich an komplexe Kriterien für die Diagnose von Depression erinnern oder die richtigen Diagnostikwerkzeuge anwenden. Zukünftig sollten wir uns mehr darauf konzentrieren, wer beeinträchtigte Funktionen hat und wer Hilfe braucht, anstatt auf die Depression allein, sagte er.

Quelle: Universität von Leicester, Juli 2010

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