Depression und die (fehlende) Empathie

Psychische Krankheiten - Depressive Störungen

Depressive Symptome der Eltern stehen in Verbindung mit verminderter Empathie (Einfühlungsvermögen) gegenüber ihren Kindern

19.05.2020 Eltern mit stärkeren Symptomen einer Depression zeigen weniger Empathie (Einfühlungsvermögen) - selbst gegenüber ihren eigenen Kindern - laut einer in PLOS ONE veröffentlichten Studie.

Dieses Phänomen könnte zu erheblichen langfristigen negativen Auswirkungen für diese Kinder führen, sagen die Forscher.

Während Depressionen normalerweise mit einem verminderten Maß an Empathie einhergehen, unterscheidet sich dieser Zusammenhang je nachdem, wie Empathie gemessen wird.

Dispositionelle und affektive Empathie

Angesichts der Bedeutung der Empathie in der Eltern-Kind-Beziehung versuchten die Studienautoren zu untersuchen, ob sich die Verbindung zwischen Depression und dispositioneller Empathie (zeitstabile Tendenz auf Notlagen anderer mit Mitgefühl zu reagieren) auch auf die Empathie gegenüber dem eigenen Kind erstrecken würden.


Bild: pixabay

Innerhalb einer nicht-klinischen Stichprobe von 150 Eltern kleiner Kinder untersuchten sie die Zusammenhänge zwischen selbstberichteten depressiven Symptomen, dispositionellen empathischen Tendenzen und Empathie speziell gegenüber den eigenen Kindern und wie sich diese Zusammenhänge je nach Geschlecht der Eltern unterscheiden.

Die depressiven Symptome standen im Zusammenhang mit einem niedrigeren Grad an kognitiver und affektiver Empathie und einem höheren Grad an empathischem Distress, schreiben die Studienautoren um Virginia C. Salo von der Vanderbilt University, Nashville.

Über die Verknüpfung mit dispositioneller Empathie hinaus waren depressive Symptome mit einem verringerten Maß an affektiver Empathie der Eltern gegenüber ihrem eigenen Kind verknüpft.

Abhängig vom Geschlecht

Die Verbindungen zwischen depressiven Symptomen und sowohl dispositioneller als auch spezifischer Empathie für das eigene Kind variierten hinsichtlich des Geschlechts der Eltern.

Bei Vätern prognostizierten depressive Symptome die dispositionelle affektive Empathie für das eigene Kind über eine dispositionelle affektive Empathie hinaus, während bei Müttern depressive Symptome den spezifischen empathischen Distress über den dispositionellen empathischen Distress hinaus vorhersagten.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: PLOS ONE - DOI: 10.1371/journal.pone.0230636

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