Depression bei Männern

Depressive Störung - Symptome und Diagnose

Depressionssymptome beim Mann

06.09.2013 Männer könnten unter Depressionen eben so oft leiden wie Frauen, nach einer neuen Studie der Universität von Michigan. Traditionell werden Frauen doppelt so häufig mit Depression diagnostiziert wie Männer.

Etwa 20 Prozent der Frauen haben zu irgendeinem Punkt in ihrem Leben Depression. Und in den letzten Jahren haben sich einige Forscher gefragt, ob dies auch für Männer zutrifft, und ob sie ihnen bloß nicht die richtigen Fragen gestellt haben.

Andere Symptome der Depression

Zum Beispiel, während Frauen ihre Depression durch Symptome wie Weinen oder Schlaflosigkeit zeigen können, könnte sich männliche Depression als Ärger, Aggression, Drogenmissbrauch oder erhöhte Risikobereitschaft manifestieren, wie Wetten oder riskantes Autofahren etc., sagte die Autorin Lisa Martin, Ph.D Dozentin an der Universität von Michigan.

Wenn diese Art von Symptomen in die Forschung einfließt, stellten die Experten fest, wären etwa 30 Prozent sowohl der Männer als auch der Frauen an irgendeinem Punkt in ihrem Leben depressiv laut der Studie.

Die Studie beinhaltete 3.310 Frauen und 2.382 Männer und ist die erste, die Geschlechtsunterschiede bei den Depressionsraten in einer großen nationalen Bevölkerungsstichprobe untersucht hat, sagte Martin.

Martin glaubt, dass wenn man die Kriterien für die Diagnose von Depression ändert, dies zu mehr Männern führen könnte, die Hilfe bekommen.

Männer suchen eher nicht die Behandlung

"Wenn es uns gelingt, depressive Männer dahin zu bringen, dass sie selbst ihre Depression erkennen und sich behandeln lassen, ist dies wirklich bedeutsam", sagte Martin.

Depressive Männer unterziehen sich normalerweise viel weniger wahrscheinlich einer Behandlung, sagte Martin, auch weil einige Männer es als ein Zeichen von Schwäche sehen, wenn sie um Hilfe bitten.

Sie fügte hinzu: Kliniker sagten ihr, dass Männer eher nicht selbst um Hilfe ersuchen. Stattdessen, sagen die Ärzte, dass Männer in ihre Praxen kommen, weil "ihnen Ultimaten von ihren Frauen oder ihren Arbeitgebern gestellt würden", die ihnen drohen, sich scheiden zu lassen oder sie zu entlassen, wenn sie nicht ihr Verhalten änderten.

Quelle: Universität Michigan, August 2013

Männer anfälliger für Depression durch anhaltenden Stress?

31.03.2016 Eine in der Zeitschrift Frontiers in Public Health veröffentlichte Studie der University of Michigan widerspricht der Annahme, dass Stress vor allem bei Frauen die Gefahr für eine Depression erhöht.

Studienautor Shervin Assari hat herausgefunden, dass Männer etwa zu 50 Prozent anfälliger gegenüber Stress sind als Frauen.

Auswirkungen chronischen Stresses

Die Forschung von Assari konzentrierte sich auf die Einflüsse von Geschlecht und Rasse auf Gesundheitsprobleme durch langzeitigen - also chronischen - Stress. Bezüglich der Rasse fanden er und seine Kollegen aber keine Verbindung mit der Entwicklung von Depressionen im Laufe der Zeit.

Gesellschaftliche Erwartung

Eine Erklärung dafür, warum Männer eher Depression entwickeln sieht Assari darin, dass sie eher weniger über ihre Gefühle und sie stressende Faktoren sprechen und Hilfe suchen - im Vergleich zu Frauen.

"In unserer Gesellschaft lernen wir als Männer, dies als eine Form von Schwäche zu sehen, sagen Geschlechterrollen-Identitätstheoretiker", sagte Assari.

Die gesellschaftliche Erwartung an Männer ist, eine dominierende soziale Position einzunehmen, und dies scheint langfristige Gesundheitseffekte zu haben.

Resilienz, Risikowahrnehmung und allgemeine Exposition

Aber es könnten auch andere Faktoren aufgrund der Geschlechterunterschiede bezüglich Resilienz, Risikowahrnehmung und allgemeiner Exposition wirken, sagte er.

Eine andere Herangehensweise an Stress könnte Frauen helfen, besser ihre psychologischen Ressourcen zu mobilisieren, die sie dann schützen können, sagte Assari.

Die Forscher analysierten Daten einer Studie zu stressenden Ereignissen aus den Jahren 1984-86 und schauten sich dann das Risiko der Teilnehmer für eine Depression im Jahr 2011 an.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: University of Michigan, Frontiers in Public Health; März 2016

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