Entzündungshemmer gegen Depressionen

Depressive Störungen - Behandlung, Therapie, Prävention

Entzündungshemmende Medikamente können eine positive Wirkung auf depressive Erkrankungen haben

Eine in Acta Psychiatrica Scandinavica publizierte Forschungsarbeit konnte zeigen, dass entzündungshemmende Medikamente wie z.B. die Arthritismedikamente scheinbar auch bei Depressionen wirksam sein können.

Ole Köhler-Forsberg von der Aarhus Universität und Kollegen analysierten die Daten von 36 internationalen Studien mit insgesamt 9.422 Patienten, die entweder unter Depressionen litten oder depressive Symptome hatten.

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Bild: pixabay

Neben Arthritismedikamenten untersuchten die Forscher auch die Wirkung anderer Entzündungshemmer, darunter Glukokortikoide und das Antibiotikum Minocyclin, Nebennierenhormone und Statine, die bei der Behandlung von hohem Cholesterinspiegel eingesetzt werden. Alle untersuchten Medikamente zeigten eine antidepressive Wirkung.

Ansprechen und Remission

Entzündungshemmende Mittel verbesserten depressive Symptome im Vergleich zu Placebo als Zusatz bei Patienten mit Depression (SMD = -0,64; 597 Teilnehmer) und als Monotherapie (SMD = -0,41; 8.825 Teilnehmer). Entzündungshemmende Add-Ons verbesserten Ansprechen (RR = 1,76; N = 341) und Remission (RR = 2,14; N = 270).

Aussicht

In vielen der Studien waren die depressiven Symptome jedoch ein sekundäres Ziel, was bedeutet, dass groß angelegte und gut durchgeführte Studien mit Depression als primärem Ziel weiterhin erforderlich sind. Diese müssen auch ausreichend groß sein, um die günstigste Dosis und Dauer der Behandlung zu bestimmen und auch um festzustellen, welche Gruppe von depressiven Patienten am ehesten von einer zusätzlichen entzündungshemmenden Behandlung profitieren wird.

Erforschung des Zusammenhangs zwischen Immunsystem und Depression

Es besteht die Hoffnung, dass die Erforschung des Zusammenhangs zwischen Immunsystem und Depressionen langfristig mehr Behandlungsmöglichkeiten bieten kann - auch mit Entzündungshemmern und vorzugsweise mit Biomarkern - um die Depressionstherapie, die derzeit ein intensiver Forschungsbereich ist, zu verbessern, schließen die Wissenschaftler.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Acta Psychiatrica Scandinavica - https://dx.doi.org/10.1111/acps.13016

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