Depressionen
Positronen-Emissions-Tomographie (PET)

Depressive Störungen - Psychotherapie / Behandlung

PET: Prognose des Therapieerfolgs bei schweren depressiven Erkrankungen?

14.05.2018 Positronen-Emissions-Tomographie (PET) könnte im Voraus zeigen, ob eine bestimmte Behandlung bei einer schweren depressiven Erkrankung wirksam ist.

In der klinischen Psychiatrie gibt es derzeit keinen solchen Marker laut der im Journal of Nuclear Medicine publizierten Studie.

Der PET-Tracer 11C-DASB zielt auf das Serotonin-Transportprotein (SERT / 5-HTT) in der Amygdala des Gehirns, das für emotionale Prozesse wichtig ist.

SSRI Escitalopram

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Bild: Gerd Altmann

Das Medikament Escitalopram, ein selektiver Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI), kann eine wirksame Depressionsbehandlung sein, aber nicht für alle Patienten.

Ein PET-Scan mit 11C-DASB kann aufzeigen, welche Patienten davon profitieren, wenn man den Gehalt an 5-HTT vor der Therapie misst.

Klinische Depression ist eine heterogene Erkrankung, die es extrem schwierig macht, sie effektiv zu behandeln, erklärt Mala R. Ananth von der Stony Brook Universität in Stony Brook, New York.

Versuch und Irrtum

Die Optimierung der Behandlung ist eine Herausforderung und wird durch Versuch und Irrtum erreicht, was zu einer wochenlangen, unwirksamen Behandlung führen und die Patienten belasten kann.

Daher ist ein Indikator vor der Therapie, der den Ärzten hilft festzustellen, ob die Behandlung erfolgreich sein wird, dringend erforderlich.

Ananth weist auf die Bedeutung der Studie hin: Die Studie berücksichtigt dies, indem sie mit Hilfe von PET die Neurobiologie von Patienten mit depressiven Störungen vor der achtwöchigen Escitalopram-Behandlung (SSRI) untersuchte.

Quantifizierung von 5-HTT

Mit Hilfe von PET konnten die Wissenschaftler das Protein-Ziel von SSRI - den Serotonin-Transporter 5-HTT - quantifizieren.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Patienten, die nach einer Escitalopram-Behandlung Linderung erreichten, vor Behandlungsbeginn weniger 5-HTT-Protein zeigten.

Dies legt nahe, dass die Neurobiologie vor der Behandlung für die Vorhersage des Ansprechens auf die Behandlung genutzt werden kann, was möglicherweise unwirksame Behandlungsversuche verhindert.

PET-Scan mit 11C-DASB

Für die Studie erhielten 31 gesunde Personen (Kontrollen) und 26 nicht medikamentös behandelte Patienten mit klinischer Depression einen PET-Scan mit 11C-DASB.

Die depressiven Patienten wurden dann acht Wochen lang mit einer standardisierten Therapie mit Escitalopram behandelt.

Die Forscher fanden einen signifikanten Unterschied in der Amygdala-Bindung, wobei die medikamentenfreien Patienten eine um 11 Prozent niedrigere Amygdala-Bindung als die Kontrollen aufwiesen.

Diese Ergebnisse deuten darauf hin, dass die 5-HTT-Amygdala-Bindung im Zusammenhang mit anderen Maßen als potenzieller Biomarker für eine Remission nach einer standardisierten Escitalopram-Behandlung weiter untersucht werden sollte, schließen die Wissenschaftler.

© PSYLEX.de - Quellenangabe: Journal of Nuclear Medicine (2017). DOI: 10.2967/jnumed.117.189654

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